Neue Enthüllungen über die US-Geheimdienste deuten darauf hin, dass es neben Edward Snowden weitere Quellen für die Berichte gibt. Auch die US-Regierung ist davon überzeugt.
Nach der Sommerpause hat der Snowden-Vertraute Greenwald im NSA-Ausschuss des Bundestags aussagen sollen. Doch er hat abgesagt und kritisiert das Gremium scharf wegen der Weigerung, Snowden in Deutschland zu vernehmen. Eine wirkliche Untersuchung der Vorgänge solle offenbar vermieden werden, um die USA nicht zu verärgern.
Der frühere NSA-Chef Keith Alexander ist in die Privatwirtschaft gewechselt. Für die Dienste seiner Cybersecurity-Firma sollen Unternehmen bis zu einer Million US-Dollar im Monat zahlen.
Behörden wollen in großer Zahl Telefone mit Verschlüsselungsfunktion kaufen. Deren Hersteller Secusmart wurde gerade von Blackberry gekauft, einer Firma mit ungeklärten Verbindungen zu einer NSA-Hintertür. Auch bei der Verschlüsselung gibt es viele ungeklärte Fragen.
Die indirekte Empfehlung von Bundesjustizminister Maas an Edward Snowden, sich mit den USA zu einigen und sich zu stellen, ist von Reporter ohne Grenzen kritisiert worden.
Vier Niederlassungen von Microsoft in China sind durch die dortigen Behörden durchsucht worden. Die Gründe sind noch unklar, das Unternehmen wird jedoch schon seit langem vom chinesischen Staat angegriffen.
Linke und Grüne im NSA-Untersuchungsausschuss haben die Bundesregierung ultimativ aufgefordert, eine Zeugenbefragung Edward Snowdens in Deutschland zu ermöglichen, schreibt der Spiegel. Andernfalls wolle die Opposition vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.
Krisengipfel im Bundeskanzleramt: Der Stabschef des Weißen Hauses und Obamas Sicherheitsberaterin sind nach Berlin gekommen. Ein "strukturierter Dialog" sei vereinbart worden.
Eine Frankfurter Wirtschaftsvereinigung sieht die Betreiber des DE-CIX schuldlos an der Überwachung und Spionage an dem Internetknoten. Die Betreiber bekämen davon nichts mit.
Die Digitale Agenda der Bundesregierung sieht eine finanzielle Förderung des Breitbandausbaus in ländlichen Gebieten vor und verspricht WLAN für alle. Zudem soll Deutschland bei Verschlüsselung "Standort Nr. 1" werden.
Ein früherer US-Regierungsmitarbeiter schlägt Alarm: Eine kaum diskutierte Präsidentenverfügung von 1981 biete die Grundlage, um Inhalte und Metadaten von Kommunikation fast ohne Limit zu speichern.
Als Abwehr gegen Spionagemaßnahmen ist damit begonnen worden, in kritischen Gebäuden der Bundesregierung eigene Handyfunkmasten aufzustellen. Damit soll verhindert werden, dass sich Mobilfunktelefone mit externen Basisstationen verbinden, die möglicherweise übernommen wurden.
Bundeskanzlerin Merkel habe durch die Snowden-Enthüllungen "neue Dinge" erfahren. Das sei aber kein Grund, dem US-Whistleblower Asyl zu gewähren, erklärte sie.
US-Whistleblower Edward Snowden vertraut seine Daten einem Dienst an, der mit "Zero Knowledge" wirbt. Für bestimmte Berufsgruppen sei Verschlüsselung inzwischen unentbehrlich.
Update Der frühere CIA-Deutschlandchef hält die Ausweisung seines Nachfolgers für angemessen. Deutschland müsse aber noch entschiedener auftreten, um im Weißen Haus verstanden zu werden.
Wegen der im Quellcode der NSA-Software gefundenen Tor-IP-Adresse will der CCC seine Strafanzeige gegen die US-Geheimdienste ausweiten. Der Generalbundesanwalt solle endlich tätig werden, heißt es.
Die Vereinten Nationen sehen in der Massenüberwachung eine "gefährliche Gewohnheit" der Staaten. Private Firmen sollten möglichst wenig kooperieren, um nicht selbst zu Mittätern zu werden.
Die bayerische Regierungspartei CSU will ihren Bürgern freies WLAN geben. Dies sei "eine logische Konsequenz der digitalen Revolution", sagte Generalsekretär Andreas Scheuer.
Der britische Geheimdienst besitzt Programme, mit denen er Inhalte im Internet manipulieren kann. Das soll aus weiteren Dokumenten des Ex-NSA-Mitarbeiters Edward Snowden hervorgehen.
Die Spähattacken der Geheimdienste führen offenbar zu einem Comeback der Schreibmaschine. Auch der Untersuchungsausschuss will auf antiquierte Technik zurückgreifen. "Lächerlich", findet ein SPD-Ausschussmitglied.
Nach den jüngsten Enthüllungen über Spionagefälle in Deutschland wächst die Angst unter Bundestagsabgeordneten im NSA-Untersuchungsausschuss, selbst Opfer von Ausspähungen durch Geheimdienste zu werden.
Die US-Regierung hat erstmals die Ausweisung ihres Geheimdienstrepräsentanten kommentiert. Laut Medienberichten wurde der Bundesregierung vor dem Rauswurf eine engere Geheimdienstkooperation angeboten.
Justizminister Heiko Maas hat sich gegen die Echtzeitanalyse von Daten in sozialen Netzwerken ausgesprochen. "Wer soll denn diese Flut von Informationen noch auswerten?", fragte er.
Update Die Bundesregierung zieht eine scharfe diplomatische Konsequenz aus der NSA-Affäre. Der Repräsentant der US-Geheimdienste in Berlin wird ausgewiesen.
Anders als der Bund steckt Bayern Milliarden in den Ausbau des Breitbandnetzes. Die EU hat die Förderpläne nun gebilligt. Jede Gemeinde soll ans Glasfasernetz angeschlossen werden.
Update Vom EuGH-Urteil zum Recht auf Vergessen ist nicht nur Google betroffen. Auch Microsoft plant nun ein Onlineformular, um Artikel bei den Suchen von Bing und Yahoo filtern zu lassen.
Die eigentliche Arbeit des NSA-Untersuchungsausschusses geht jetzt erst los. In der Sommerpause warten Hunderte Aktenordner auf die Abgeordneten. Das Schwärzen und Vorenthalten von Unterlagen wollen sie nicht hinnehmen. Eine Analyse.
Update US-Whistleblower Edward Snowden will dem Bundestag nicht einmal als Experte zur Verfügung stehen. Die Opposition prüft weiter eine Klage, damit er als Zeuge nach Deutschland kommen kann. Die Spionageaffäre weitet sich unterdessen aus.
Die US-Regierung hat in diesem Jahr bereits rund 150.000 Kundendaten bei dem US-Telekomkonzern Verizon angefragt. Das zeigt der jüngste Transparenzbericht des Konzerns. Auch zu den Anfragen aus Deutschland gibt er Auskunft.
Jan Korte, stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag, will deutliche Konsequenzen nach der Enttarnung eines mutmaßlichen US-Agenten beim BND. Deutschland soll alle Datenaustauschabkommen aussetzen und Stellen von US-Geheimdiensten in Deutschland durchsuchen.
Selbst erstellte oder verfügbare Android-ROMs lassen sich mit eigenen Schlüsseln signieren, was die Sicherheit deutlich erhöhen könnte. Den komplizierten Prozess erklärt Matthew Garrett, der die Schlüsselverwaltung für UEFI Secure Boot unter Linux erarbeitete.
Eine erste Auswertung von Kommunikationsinhalten, nicht nur Metadaten, die durch die NSA abgefangen wurden, zeigt: Fast 90 Prozent der überwachten Personen sind unverdächtige Nutzer. Zudem zeigt die Analyse, dass das Snowden-Archiv auch persönliche Details der Überwachten enthält.
Nach dem Spionagefall beim BND hat der CSU-Politiker Hans-Peter Uhl die USA scharf kritisiert. Laut Ermittlern lief auf dem Rechner des Doppelagenten eine App, die bei Abfrage des Wetters in New York ein Kryptoprogramm öffnete - angeblich Beweis für eine Agententätigkeit für einen anderen Staat.
Bei Regierung wie Opposition ist die Empörung über den mutmaßlichen US-Spion beim BND groß. Neuen Berichten zufolge soll der Mann zwei Jahre lang Geheimdokumente gestohlen und an eine US-Behörde verkauft haben.
Aufregung führt meist zu blindem Aktionismus. Wenn sich aber die Vorwürfe bestätigen, ein BND-Mitarbeiter habe den NSA-Untersuchungsausschuss ausspioniert, dann kann das der entscheidende Schritt für eine echte parlamentarische Aufklärung sein.
Update Ein Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes ist von der Bundesanwaltschaft verhaftet worden. Regierungssprecher Seibert bestätigte den Vorgang nach entsprechenden Medienberichten. Der Vorwurf: Der Mann soll den NSA-Untersuchungsausschuss für den US-Geheimdienst untergraben haben.
Ex-NSA-Mitarbeiter Drake hat am eigenen Leib die Repressionen in den USA gegen Whistleblower erfahren. Vor dem NSA-Ausschuss verglich er nun den 11. September 2001 mit dem Reichstagsbrand, die NSA mit der Stasi und machte dem BND schwere Vorwürfe.
Der ehemalige NSA-Mitarbeiter William Binney hat vor dem Bundestagsuntersuchungsausschuss ausgesagt. Er berichtete von Geheimverträgen zwischen den USA und deutschen Behörden.
Update Wer im Internet anonym sein will, ist in den Augen des US-Geheimdienstes NSA ein Extremist und muss deshalb erst recht überwacht werden: Das Überwachungsprogramm XKeyscore speichert laut einem Medienbericht gezielt alle Zugriffe auf die neun Verzeichnisserver des Anonymisierungsnetzwerks Tor.
Was der BND angeblich kann, ist für die NSA zu schwierig. Eine Expertenstudie kritisiert, dass bei der Überwachung ausländischer Verdächtiger unbescholtene US-Bürger nicht ausreichend geschützt sind.
Wann entscheiden die US-Geheimdienste, noch unbekannte Sicherheitslücken zu verheimlichen? Nach dem Heartbleed-Bug wollen US-Datenschützer das per Gericht erfahren.
Update Die Regierung will offenbar endlich ihr Versprechen einlösen und die Störerhaftung für öffentliche WLANs lockern. Bundeswirtschaftsminister Gabriel soll im August einen Gesetzentwurf einbringen.
Der künftige EU-Kommissionspräsident strebt eine Konsolidierung des europäischen Telekommunikationssektors gegen nationale Systeme an. Ein schärferes Vorgehen gegen Google ist ebenfalls im Gespräch.
Verizon ist neben dem Betrieb der deutschen Regierungsnetze IVBV/BVN auch für die Wartung der RSA-Token-Authentifizierung im Bundesarbeitsministerium zuständig. Der Regierungsauftrag wurde wegen der Beziehungen Verizons zur NSA gekündigt.
Ein ausländisches Ziel der NSA ist Bundeskanzlerin Merkel gewesen - dazu kommen 89.137 weitere, über die die NSA in ihrem ersten "Transparenzbericht" keine weiteren Details verrät.
Den Publikumspreis hat der Youtuber Lefloid mit seinem Videokanal erhalten, ansonsten befinden sich 2014 Größen wie Netzpolitik.org und kleine, feine Seiten wie "Jung & Naiv" unter den Gewinnern des Grimme-Online-Awards.
Die Übertragung des Betriebs der deutschen Regierungsnetze IVBV/BVN von dem US-Konzern Verizon an die Deutsche Telekom dauert bis 2015. Die gesamte IT-Infrastruktur der Ministerien werde sicherer gemacht, auch die Hardware, so das Innenministerium.