Snowden-Dokumente: Britischer Geheimdienst kann Internet-Inhalte manipulieren

Der britische Geheimdienst besitzt Programme, mit denen er Inhalte im Internet manipulieren kann. Das soll aus weiteren Dokumenten des Ex-NSA-Mitarbeiters Edward Snowden hervorgehen.

Artikel veröffentlicht am , Thorsten Schröder
Die britische Geheimdienstbehörde GCHQ steht im Mittelpunkt neuer Snowden-Enthüllungen.
Die britische Geheimdienstbehörde GCHQ steht im Mittelpunkt neuer Snowden-Enthüllungen. (Bild: Christopher Furlong/Getty Images.)

Der britische Geheimdienst GCHQ verfügt offenbar über Programme, mit denen er Inhalte im Internet beeinflussen kann. Das berichtet der britische Journalist Glenn Greenwald auf seiner Online-Plattform The Intercept.

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Demnach soll die Behörde unter anderem die Möglichkeit haben, die Ergebnisse von Online-Umfragen zu manipulieren, die Besucherzahlen bestimmter Seiten zu beeinflussen und bestimmte Video-Inhalte zu zensieren. Greenwald beruft sich in seinem Bericht auf neue Dokumente aus dem Fundus von Whistleblower Edward Snowden. "Intercept" hält eine detaillierte Auflistung der Programme bereit.

"Beunruhigende Beispiele von Propaganda und Manipulation"

Diese Enthüllung kommt zu einer Zeit, in der das britische Parlament über neue Kompetenzen für Geheimdienste debattiert. Die Regierung in London plant, die Überwachung von Telefon- und Internetverbindungen im Land mit Eilgesetzen neu zu regeln. Snowden selbst hatte die Überwachungspläne am Wochenende kritisiert.

Laut Greenwald wurden die nun bekannt gewordenen Tools von der Forschungsabteilung der Behörde entwickelt. Die Methoden stellten einige der "beunruhigenderen Beispiele von Propaganda und Internet-Manipulation dar, die aus den Snowden-Dokumenten hervorgehen", schreibt Greenwald.

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In der Vergangenheit habe der britische Geheimdienst bereits auf ähnliche Methoden zurückgegriffen, um Online-Aktivisten zu überwachen, die Besucher von Seiten wie Wikileaks zu kontrollieren oder Nutzer von Youtube und Facebook auszuspähen. Die neuen Dokumente zeigten, "wie invasiv und hinterhältig" die Einheit vorgehe.

Greenwald: Dokumente werfen Fragen über die Rolle von Microsoft auf

Einige der Methoden seien die, für welche die Regierungen in den USA oder Großbritannien Internet-Aktivisten scharf verfolge, darunter Denial-of-Service-Attacken. In vielen Fällen handele es sich auch um bislang unbekannte Methoden der Manipulation und Verzerrung, schreibt Greenwald. Die überwiegende Mehrheit der Tools sei den Dokumenten nach "voll einsatzbereit".

Nicht nur könne die Behörde die politische Meinungsbildung beeinflussen und Propaganda verbreiten. Die Programme ermöglichten es ihr auch, massenhaft E-Mails oder Kurznachrichten zu versenden sowie Skype-Nutzer in Echtzeit auszuspähen. Das wiederum werfe Fragen auf, in wieweit der US-Konzern Microsoft als Eigentümer des Telefonservices mit den Spitzelbehörden zusammenarbeite, und wie sicher die Datenverschlüsselung von Skype tatsächlich sei. Das Dokument, dass sämtliche Methoden auflistet, soll zuletzt im Juli 2012 verändert und fast 20.000 mal aufgerufen worden sein.

Seit Montag müssen sich die britischen Geheimdienste vor Gericht gegen Vorwürfe wehren, die Massenüberwachung verstoße gegen Menschenrechtsgesetze. Geklagt hatten zehn britische und ausländische Bürgerrechtsgruppen. Eine Regierungssprecherin betonte am Montag, die britischen Ausspähregeln entsprächen der Europäischen Menschenrechtskonvention.

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Youssarian 15. Jul 2014

Damit die Drecksäcke es nicht so leicht haben, diese Sache auszusitzen.

Himmerlarschund... 15. Jul 2014

Wenn das so einfach wäre, hätten sie es sicher schon getan ;-)

Anonymer Nutzer 15. Jul 2014

Stellen wir die Frage mal anders: Wenn Deutsche in ein Land auswandern könnten, das zu...

Anonymer Nutzer 15. Jul 2014

... wohl auch bezüglicher gefälschter Daten nichts zu verbergen haben? Das ist doch nun...



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