Spähaffäre: BND-Mitarbeiter soll Ausschuss für NSA ausspioniert haben

Ein Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes ist von der Bundesanwaltschaft verhaftet worden. Regierungssprecher Seibert bestätigte den Vorgang nach entsprechenden Medienberichten. Der Vorwurf: Der Mann soll den NSA-Untersuchungsausschuss für den US-Geheimdienst untergraben haben.

Artikel veröffentlicht am ,
BND-Abhöranlage in Bad Aibling
BND-Abhöranlage in Bad Aibling (Bild: Johannes Simon/Getty Images)

Ein 31 Jahre alter Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) ist im Auftrag der Bundesanwaltschaft verhaftet worden. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung in Zusammenarbeit mit NDR und WDR. In der Bundespressekonferenz vom Freitag, dem 4. Juli 2014, bestätigte Regierungssprecher Steffen Seibert den Vorgang. Er gab an, dass das Parlamentarische Kontrollgremium (PKGr) in einer Sondersitzung am Abend des 3. Juli 2014 über die Ermittlungen informiert worden sei, gegen den Beschuldigten bestehe "dringender Verdacht". Auch der NSA-Untersuchungsausschuss wurde informiert. Am Donnerstagabend war die Vernehmung von zwei Zeugen durch den Ausschuss unterbrochen worden, weil das PKGr und die Ausschussobleute gemeinsam über einen zunächst unbekannten Sachverhalt unterrichtet wurden.

Stellenmarkt
  1. Fachinformatiker Systemintegration (w/m/d)
    citysens GmbH, Ulm
  2. Betreuer Messdatenmanagement (m/w/d)
    VOLTARIS GmbH, Maxdorf, Merzig
Detailsuche

Der Süddeutschen zufolge war der BND-Mann unter dem Vorwurf der Agententätigkeit für einen ausländischen Dienst festgenommen worden. Zunächst sei vermutet worden, er habe Kontakte zu einem russischen Geheimdienst aufbauen wollen. Bei den Vernehmungen, von denen das Blatt aus Regierungskreisen erfuhr, soll sich aber herausgestellt haben, dass der deutsche Spion für einen US-Dienst arbeitete. Es würde sich demnach um einen klassischen Doppelagenten handeln.

Schon länger Verdacht der Überwachung

Ob die Zusammenarbeit mit der US-Behörde, bei der es sich mutmaßlich um die NSA handelt, von der Zusammenarbeit zwischen dem Dienst und dem BND gedeckt ist, geht aus dem Bericht nicht hervor. Wahrscheinlich ist sie das nicht, denn sonst hätte die Bundesanwaltschaft den Mann wohl kaum verhaftet.

Bereits seit längerem sollen die Mitarbeiter des NSA-Untersuchungsausschusses befürchtet haben, dass sie überwacht werden. Deshalb sollen die Obleute der Parteien bereits vor der Enttarnung des Doppelagenten Kryptohandys erhalten haben. Zudem seien die Sicherheitsvorkehrungen in der Geheimschutzstelle des Bundestages, wo geheime Unterlagen für den Ausschuss eingesehen werden können, verschärft worden.

Nachtrag vom 4. Juli 2014, 13:31 Uhr

Golem Akademie
  1. Scrum Product Owner: Vorbereitung auf den PSPO I (Scrum.org): virtueller Zwei-Tage-Workshop
    3.–4. März 2022, virtuell
  2. C++ Programmierung Basics: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    28. Februar–4. März 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Generalbundesanwalt Harald Range hatte bereits am Donnerstag die Verhaftung des 31-Jährigen mitgeteilt, dabei aber nicht gesagt, dass es sich um einen BND-Mitarbeiter gehandelt hat. Der Mann sei am Mittwoch durch das Bundeskriminalamt (BKA) festgenommen worden. Am Donnerstag sei der Beschuldigte dann dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vorgeführt worden, "der auf Antrag des Generalbundesanwalts einen Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit (§ 99 StGB) erlassen und den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet hat". Weitergehende Angaben wurden nicht gemacht.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Marib 07. Jul 2014

Genau, und jeder der nicht auf Hr. Pofalla hört, der ja schon letztes Jahr den...

germannenmarkus 04. Jul 2014

LOL! Nice one! :D O_o

fesfrank 04. Jul 2014

ich kennen neuer!!!! grosser blonder wer ist Frankreich :-)

fesfrank 04. Jul 2014

mit Geschichte hast es mal gar nicht, und auch sonst scheint es mit der Bildung nicht...

kosovafan 04. Jul 2014

Ist in der restlichen Welt nicht anders. Nordkorea halte ich für weniger gefährlich...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Musterfeststellungsklage
Parship kann eine Kündigungswelle erwarten

Die Verbraucherzentrale ruft zur Kündigung bei Parship und zur Teilnahme an einer Musterfeststellungsklage auf. Doch laut Betreiber PE Digital ist das aussichtslos.

Musterfeststellungsklage: Parship kann eine Kündigungswelle erwarten
Artikel
  1. Open Source: Antworten Sie innerhalb von 24 Stunden
    Open Source
    "Antworten Sie innerhalb von 24 Stunden"

    Die E-Mail eines großen Konzerns an den Entwickler von Curl zeigt wohl eher aus Versehen, wie problematisch das Verhältnis vieler Firmen zu Open-Source-Software ist.

  2. Raumfahrt: US-Weltraumstreitkräfte starten zwei Spionagesatelliten
    Raumfahrt
    US-Weltraumstreitkräfte starten zwei Spionagesatelliten

    Was können denn andere Satelliten im geostationären Orbit? Fliegen wir hin und schauen nach.

  3. Elektro-Pick-up: Neuer Tesla-Cybertruck-Prototyp gefilmt
    Elektro-Pick-up
    Neuer Tesla-Cybertruck-Prototyp gefilmt

    In einem Video wird ein neuer Cybertruck-Prototyp von Tesla im Detail gezeigt. Es stammt vermutlich aus der Gigafactory in Texas.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3070 Ti 8GB 1.039€ • RX 6900XT 16 GB für 1.495€ • Acer Curved Gaming-Monitor 27" 259€ • RX 6800XT 16GB 1.229€ • Corsair 16GB DDR4-4000 111,21€ • 10% auf Gaming bei Ebay (u. a. Gigabyte 34" Curved UWQHD 144Hz 429,30€) • Razer Gaming-Stuhl 179,99€ [Werbung]
    •  /