Handys im Bundestag: Eigene Basisstationen gegen Spionage
Um das Abhören von Mobilfunktelefonen im Bundestag zu erschweren, seien dort eigene Mobilfunkbasisstationen aufgebaut worden, berichtet das Magazin Der Spiegel in einer Vorabmeldung(öffnet im neuen Fenster) . Die räumliche Nähe dieser Mobilfunkzellen soll eine Verbindung der Geräte mit Zellen außerhalb des Bundestags erschweren.
Nach den Informationen des Magazins begann die Installation dieser Zellen im Bundestag und in Ministerien bereits im Frühjahr durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das damit in der Spionageabwehr tätig wurde. Da sich Geräte anhand der Signalstärke mit der nächsten Funkzelle verbinden, wird so ein Angriff erschwert, etwa durch außerhalb des Gebäudes positionierte Basisstationen oder auch übernommene Basisstationen der Netzbetreiber.
Dass Mobilfunktelefone für diese Art von Angriffen anfällig sind, ist schon lange bekannt. Auf dem 25. Chaos Communication Congress im Jahr 2008 etwa stellten Harald Welte und Dieter Spaar ihr über Ebay gekauftes und mit freier Software ausgestattetes eigenes GSM-Netzwerk vor. Wegen mangelnder Sicherheitsmaßnahmen in den sehr alten Mobilfunkstandards kann sich so eine Zelle selbst im Nicht-Professionellen-Bereich als anderes Mobilfunknetz ausgeben. Dazu kommt die prinzipielle Unsicherheit in Mobilfunknetzen , die sich auf gsmmap.org(öffnet im neuen Fenster) einsehen lässt.
Die vom BSI initiierten Maßnahmen sind also nur ein kleiner Teil des Gesamtschutzes. Sind Mitarbeiter außerhalb der Gebäude unterwegs, helfen die zusätzlichen Basisstationen nicht, so dass es ohne Verschlüsselung zwischen den Endgeräten nicht geht.
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