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Bundestagsabgeordnete: IP-Adressen kommen von Verizon

Die IP-Adressen einiger Bundestagsabgeordneten stammen vom US-Anbieter Verizon. Somit wird wohl auch der Datenverkehr über das Telekommunikationsunternehmen geleitet, das mutmaßlich mit der NSA zusammenarbeitet.
/ Jörg Thoma
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Zumindest ein Teil der Bundestagsabgeordneten bezieht seine IP-Adressen vom US-Unternehmen Verizon. (Bild: CLEMENS BILAN/AFP/Getty Images)
Zumindest ein Teil der Bundestagsabgeordneten bezieht seine IP-Adressen vom US-Unternehmen Verizon. Bild: CLEMENS BILAN/AFP/Getty Images

Einige Internet-Anschlüsse im Bundestag gehen offenbar über die Verizon-Tochter MCI Communications Services. Das belegten die zugeordneten IP-Adressen, die aus dem Adressblock 193.17.232.0 bis 193.17.247.255 unter den Bundestagsabgeordneten verteilt worden seien, berichtet Netzpolitik.org(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf den Journalisten Daniel Lücking(öffnet im neuen Fenster) . Aus den Unterlagen Edward Snowdens und einem Bericht des Wall Street Journal geht hervor, dass Daten bei Verizon von der NSA abgegriffen würden. Für den Zugang zahle die NSA. Die NSA benötigt für das Abgreifen des Datenverkehrs von Nicht-US-Bürgern keinen Durchsuchungsbefehl vom Foreign Intelligence Surveillance Court.

Eine Whois-Abfrage des benannten Adressblocks ergibt, dass es Teil des Autonomen Systems AS702(öffnet im neuen Fenster) ist, welches wiederum UUNET zugeordnet werden kann. Der ehemalige Tier-1-Carrier UUNET wurde 2001 vom Unternehmen MCI Worldcom übernommen, das selbst 2006 mit Verizon fusionierte. In Deutschland trat das Telekommunikationsunternehmen unter dem Namen MCI Worldcom Deutschland auf, seit 2006 firmiert es unter dem Namen Verizon Deutschland GmbH(öffnet im neuen Fenster) .

Nicht alle IP-Anschlüsse des Bundestags laufen über Verzion. Andere Adressblöcke führt Netzpolitik.org auf das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sowie den Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes zurück.

Außerdem soll ein Teil der IP-Adressen des Berliner Abgeordnetenhauses vom britischen Telekommunikationsunternehmen "City of London Telecommunications" Colt stammen. Das geht aus einem Tweet(öffnet im neuen Fenster) des Berliner Abgeordneten Alexander Morlang (Piraten) hervor.


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