• IT-Karriere:
  • Services:

NSA totrüsten: Experten fordern Verschlüsselung und Schengen-Routing

Der NSA-Ausschuss des Bundestages befasst sich mit den technischen Hintergründen der Überwachung. Die Empfehlungen der Experten dürften Politik und Geheimdiensten nicht gefallen.

Artikel veröffentlicht am ,
Frank Rieger vom CCC und Michael Waidner vom Fraunhofer Institut fordern eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.
Frank Rieger vom CCC und Michael Waidner vom Fraunhofer Institut fordern eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. (Bild: bundestag.de/Screenshot:Golem.de)

Sicherheitsexperten empfehlen zum Schutz der Bürger vor der Ausspähung ihrer Daten eine obligatorische Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Kommunikation sowie ein regionaleres Routing. Man könne die NSA mit flächendeckender Verschlüsselung in fünf Jahren "totrüsten", sagte Frank Rieger vom Chaos Computer Club in einer viereinhalbstündigen Anhörung vor dem NSA-Untersuchungsausschuss am Donnerstag in Berlin. Auch der Sicherheitsexperte Michael Waidner vom Fraunhofer-Institut für Sicherheitstechnologie (SIT) unterstützte diese Forderung und hält ein "Totrüsten" der NSA für möglich. Nach Ansicht des Sicherheitsexperten Sandro Gaycken von der TU Berlin würde auch ein Schengen-Routing die Massenüberwachung von Bürgern erschweren. Um eine Abwehr von direkten Spionageangriffen auf Unternehmen und Einrichtungen zu erreichen, sei deutlich mehr Forschung für Cybersicherheit erforderlich, sagte Waidner.

Inhalt:
  1. NSA totrüsten: Experten fordern Verschlüsselung und Schengen-Routing
  2. CCC: Telekom verhindert Schengen-Routing

Die Experten zeigten sich von den bekanntgewordenen Abhörpraktiken der NSA im Einzelnen nicht überrascht. Diese entsprächen dem "Stand der schwarzen Kunst", gingen aber nicht darüber hinaus, sagte Waidner. Rieger zeigte sich aber vom Grad der Industrialisierung überrascht, den die Überwachung angenommen habe. Die digitale Souveränität Deutschlands sei eine Illusion. "Wir stehen vor einem großen Scherbenhaufen", sagte Rieger. Die Geheimdienste benähmen sich wie "eine Mafia mit Rechtsabteilung". Sie versuchten, immer neue Wege zu finden, wie alles erfasst werden könne. Inzwischen herrsche die "Ideologie des Heuhaufens" vor, um aus der Masse der Daten irgendwelche Ergebnisse erzielen zu können.

Verschlüsselung muss "laientauglich" werden

Nach Ansicht Riegers ist es eine große, aber nicht unlösbare Aufgabe für die Technik, die IT-Sicherheit wieder neu aufzubauen. Dazu ist eine Kombination von rechtlichen Vorschriften und technischen Maßnahmen erforderlich. Zu Letzterem gehört beispielsweise ein Schengen-Routing und eine vorgeschriebene Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Um die Verschlüsselung stärker zu verbreiten, muss laut Gayken "ganz intensiv" an der Laientauglichkeit dieser Technik gearbeitet werden. Diese ist derzeit "so furchtbar nutzerfeindlich, dass es im Moment nicht benutzbar ist".

Rieger hält eine einfache Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für möglich, wenn genügend Aufwand hineingesteckt werde. Dass dies funktionieren könne, zeige das Beispiel Skype, erklärt er. Das Programm wäre eine sichere Software, wenn sie nicht korrumpiert worden wäre. Die Bundesregierung ist bezüglich der verpflichtenden Einführung von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung noch uneins. Während das Verbraucherschutzministerium dies befürwortet, lehnt es das Innenministerium ab und setzt auf Hilfe zur Selbsthilfe. Nach Ansicht Waidners sollte der Staat, beispielsweise über das BSI, keine eigene Public-Key-Infrastruktur bereitstellen, sondern eher die Voraussetzungen für solche Dienstleistungen und Anonymisierungsdienste schaffen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
CCC: Telekom verhindert Schengen-Routing 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Watch Dogs 2 für 11€, Overlord 2 für 1,99€, Track Mania 2: Valley für 8,99€)
  2. 22,99€ (Bestpreis!)
  3. (u. a. Sandisk Extreme Portable SSD 2TB für 248,99€, Sandisk Extreme Pro PCIe-SSD 1TB für 124...
  4. (u. a. Samsung 970 Evo Plus PCIe-SSD 500GB für 79,99€, Samsung 860 Evo SATA-SSD 500GB für 54...

stuempel 27. Jun 2014

Der Link verlinkt auch nur zu https://www.youtube.com/watch?v=l2FHwZ67pto - da hätte man...

olleIcke 27. Jun 2014

Gibts doch schon! Eben nur nicht flächendeckend und für alle gleich und einfach...

Destroyer2442 27. Jun 2014

Haben sie da nicht gültige mit ungültigen Stimmen verwechselt?

CraWler 27. Jun 2014

Sorry, aber die echten kriminellen nutzen schon längst Verschlüsselung. Oder glaubt...

matok 27. Jun 2014

Die Userbasis spielt für die Frage, OB es Alternativsoftware mit sicherer...


Folgen Sie uns
       


Cyberpunk 2077 - Trailer Juni 2020

Ds Spiel soll für alle aktuellen Plattformen im November 2020 erscheinen.

Cyberpunk 2077 - Trailer Juni 2020 Video aufrufen
5G: Nokias und Ericssons enge Bindungen zu Chinas Führung
5G
Nokias und Ericssons enge Bindungen zu Chinas Führung

Nokia und Ericsson betreiben viel Forschung und Entwicklung zu 5G in China. Ein enger Partner Ericssons liefert an das chinesische Militär.
Eine Recherche von Achim Sawall

  1. Quartalsbericht Ericsson mit Topergebnis durch 5G in China
  2. Cradlepoint Ericsson gibt 1,1 Milliarden Dollar für Routerhersteller aus
  3. Neben Huawei Telekom wählt Ericsson als zweiten 5G-Ausrüster

Pinephone im Test: Das etwas pineliche Linux-Phone für Bastler
Pinephone im Test
Das etwas pineliche Linux-Phone für Bastler

Mit dem Pinephone gibt es endlich wieder ein richtiges Linux-Telefon, samt freier Treiber und ohne Android. Das Projekt scheitert aber leider noch an der Realität.
Ein Test von Sebastian Grüner

  1. Linux Mehr Multi-Touch-Support in Elementary OS 6
  2. Kernel Die Neuerungen im kommenden Linux 5.9
  3. VA-API Firefox bringt Linux-Hardwarebeschleunigung auch für X11

Vivo X51 im Test: Vivos gelungener Deutschland-Start hat eine Gimbal-Kamera
Vivo X51 im Test
Vivos gelungener Deutschland-Start hat eine Gimbal-Kamera

Das Vivo X51 hat eine gute Kamera mit starker Bildstabilisierung und eine vorbildlich zurückhaltende Android-Oberfläche. Der Startpreis in Deutschland könnte aber eine Herausforderung für den Hersteller sein.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Software-Entwicklung Google veröffentlicht Android Studio 4.1
  2. Jetpack Compose Android bekommt neues UI-Framework
  3. Google Android bekommt lokale Sharing-Funktion

    •  /