Möglicher Cyberangriff: Bundestagsabgeordnete erhalten verdächtige USB-Sticks

Bundestagsabgeordnete mehrerer Fraktionen haben offenbar in den vergangenen Tagen auf dem Postweg englischsprachige Schreiben mit verdächtigen USB-Sticks empfangen. Wie die Welt(öffnet im neuen Fenster) unter Verweis auf eine am vergangenen Donnerstag verschickte interne Mail der CDU-Geschäftsführung berichtet, schritt daraufhin die Bundestagspolizei ein und warnte die Empfänger davor, die Sticks an ihre Computer anzuschließen.
"Wir wurden von der Polizei des Deutschen Bundestages informiert, dass bei Abgeordnetenbüros mehrerer Fraktionen gestern Postsendungen mit einem Anschreiben in englischer Sprache und einem USB-Stick eingegangen waren" , hieß es in der Mitteilung an die CDU-Abgeordneten.
Weiter wurde an die Empfänger appelliert, die Sticks auf keinen Fall anzuschließen und sie stattdessen in einem gesonderten Umschlag der Bundestagspolizei zukommen zu lassen. Was sich auf den USB-Sticks befindet, ist noch unklar. Hinweise darauf, dass ein Abgeordneter bereits einen der Sticks an seinen Computer angeschlossen hat, gibt es wohl bisher nicht.
Auch die AfD ist betroffen
Die Sticks gingen nicht nur bei Abgeordneten der CDU ein. Auch AfD-Abgeordnete erhielten den Angaben zufolge die verdächtigen Zusendungen. "Mehrere Abgeordnete der AfD-Fraktion haben einen Brief mit einem entsprechenden USB-Stick erhalten. Die genaue Zahl der betroffenen Abgeordneten ist der Fraktion noch nicht bekannt" , erklärte ein Pressesprecher der AfD.
Abgeordnete der Linken sollen hingegen keine verdächtigen USB-Sticks erhalten haben. Ob auch die Grünen und die SPD betroffen sind, ist laut Welt-Bericht noch unklar. Die SPD erklärte lediglich, sie habe ihre Abgeordneten und Mitarbeiter informiert. "Alles Weitere werden die Ermittlungen zeigen, die durch die Bundestagsverwaltung eingeleitet wurden" , so die Sicherheitsbeauftragte der SPD-Fraktion.
Die verdächtigen USB-Sticks könnten gefährliche Malware enthalten, die sich in der Bundestags-IT ausbreiten und vertrauliche Informationen ausleiten könnte. Einen derartigen Cyberangriff auf den Bundestag gab es schon vor rund zehn Jahren . Damals gelangte ein Trojaner in das Netzwerk des Bundestags. Einfallstor war eine E-Mail, die scheinbar von den Vereinten Nationen stammte und einen gefährlichen Link enthielt, den offenbar Personen mit Zugriff auf das Netzwerk angeklickt hatten.



