Die TLS-Arbeitsgruppe der IETF hat ihre Arbeit an Version 1.3 des Verschlüsselungsprotokolls abgeschlossen. Jetzt muss noch der Rest des Standard-Gremiums zustimmen, was aber noch dauern könnte.
Um seine Entwicklung an Ubuntu zu verbessern, will der Linux-Distributor Canonical automatisch Kenndaten der Hardware seiner Nutzer sammeln und ebenso Informationen zu installierten Paketen und Absturzberichten.
Ohne große Ankündigung hat Oracle die Lizenz von Dtrace geändert. Das von Sun übernommene Werkzeug könnte so theoretisch in den Hauptzweig von Linux eingepflegt werden. Besonders wahrscheinlich ist das aber eher nicht.
Zusammen mit Hersteller Qualcomm will Google einen wichtigen Teil des Grafiktreibers für den Snapdragon 845 in den Hauptzweig von Linux integrieren. Grund dafür könnte bessere Android-Unterstützung, ein Chromebook oder einfach nur ein Umdenken bei Qualcomm sein.
Ein Gnome-Entwickler bemängelt, dass der Linux-Support von Razer offenbar nicht mehr existiert, trotz des Angebotes den notwendigen Code selbst zu schreiben. Noch vor einem knappen Jahr hatte der Hardware-Hersteller um die Gunst der Linux-Nutzer gebuhlt.
Spectre und Meltdown dominieren weiterhin die Arbeit der Kernel-Hacker. Mit der Freigabe der ersten Testversion des kommenden Linux-Kernels 4.16 gibt es zusätzliche Patches gegen die Schwachstellen, die auch in Kernel-Versionen 4.15.2 und 4.14.18 eingeflossen sind.
In Zusammenarbeit mit einem spanischen Hersteller hat die KDE-Community die zweite Generation des Slimbook-Laptops mit hauseigener Distribution vorgestellt. Im Vergleich zu dem Vorgängermodell steckt in dem Gerät vor allem leistungsfähigere Hardware.
Die US Air Force hat einen flexiblen Mikrocontroller in Arbeit. Er soll quelloffen sein und daher später vielseitig genutzt werden können. Anwendungsszenarien stellen sich die Forscher als Gesundheitssensoren für Piloten oder auch in Smartwatches vor.
Die Konsolenhacker von Fail0verflow haben wieder einmal eine populäre Spielekonsole gehackt, um darauf ein Linux zu booten. Ein Hack für die Nintendo Switch soll dabei unabhängig von der Firmware und dauerhaft funktionieren.
Google will mehr Webseitenbetreiber unter Druck setzen, auf HTTPS-Verbindungen umzusteigen. Ab Sommer 2018 sollen Webseiten ohne Verschlüsselung generell als unsicher markiert werden.
Die neue Version 3.0 des freien VLC-Players ist nach fast vier Jahren Entwicklungszeit endlich stabil und enthält Funktionen, die längst in Android oder iOS getestet werden. Das Hardware-Decoding sollte nun immer funktionieren. Die Builds für alle Plattformen sind einheitlich.
Für Programmierer ist es oft schwer, die genauen Funktionen einer CPU zu erkennen, um ihre Programme auf bestimmte Instruktionen anzupassen. Helfen soll hier Code von Google, der keinerlei Speicherzuweisung benötigt.
Für die aktuelle Version 5.12 seines Plasma-Desktops hat das KDE-Team einige Code-Bestandteile beschleunigt, die Ressourcennutzung verringert und eine erste Funktion nur für Wayland umgesetzt. Plasma 5.12 bekommt zudem Langzeitunterstützung.
Das kleine Linux-Beratungsunternehmen Free Electrons heißt jetzt Bootlin. Der Grund dafür sollen über 100 Beschwerden und Klagen durch den großen französischen Provider Free gewesen sein, der seine Markenrechte offenbar massiv durchsetzt.
Die aktuelle Version 13 des Kollaborationsservers und der Cloud-Speicher-Lösung Nextcloud enthält standardmäßig den Videochat Talk und die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Zudem gibt es nun schnellers LDAP und Storage sowie verbesserte Groupware-Funktionen.
Um das Owncloud-Unternehmen sei es 2016 so schlecht bestellt gewesen, dass es wie viele andere Startups auch hätte sterben können, sagt Projektgründer Frank Karlitschek auf der Fosdem. Dank freier Software und der Community habe die Abspaltung Nextcloud jedoch noch mal von vorn anfangen können.
Fehlende Firmware und Dokumentation von Nvidia erschwert den Linux-Hackern weiter massiv die Entwicklung des freien Nouveau-Treibers. Es gebe allerdings leichte Anzeichen der Öffnung und weitere Hilfsmittel, sagt das Entwickler-Team.
Die Befürchtungen, Oracle würde sein Betriebssystem Solaris einstampfen, scheinen vorerst unbegründet: Die Liste der Neuerungen in der jetzt veröffentlichten Version 11.4 Beta bringen teils tiefgreifende Modernisierungen mit. Allerdings bleibt die Zukunft von Solaris ungewiss.
Die aktuelle Version der freien Officesuite Libreoffice ermöglicht das Signieren aller ODF-Dokumente per GPG, verbessert den Zugriff auf Funktionen zum Erstellen von Formularen und hilft mit der Rechtschreibung auch bei komplexer Grammatik.
Für 250 Millionen US-Dollar kauft der Linux-Distributor Red Hat die Container-Spezialisten von Core OS. Red Hat wird das wahrscheinlich nutzen, um Core-OS-Produkte in sein Container-Angebot Openshift zu integrieren.
Wegen eigener Probleme und der freien Konkurrenz der Aomedia sieht der Gründer der Moving Pictures Expert Group deren Lizenzmodell in Gefahr. Er zieht daraus den abwegigen Schluss, dass damit auch die Weiterentwicklung von Videocodecs gefährdet werde.
Die Arbeiten einzelner Angestellter, um proprietäre Firmware gegen freie Software zu ersetzen, bündeln Google und Facebook nun in dem Projekt Linuxboot unter dem Dach der Linux Foundation. Die beteiligten Entwickler sind bekannte Firmware-Hacker und arbeiten bereits länger an dem Projekt.
Die Integration von Pocket in Firefox will Hersteller Mozilla nutzen, um wieder mit Werbeanzeigen zu experimentieren. Das führt alte Ideen von Pocket und Mozilla eigentlich nur fort. Ob das Konzept aber diesmal überzeugt, bleibt abzuwarten.
Vor allem Patches für die jüngst bekanntgewordenen Schwachstellen Spectre und Meltdown prägen den neuen Linux-Kernel. Besitzer von AMDs neuen Vega-Grafikkarten können mit Linux 4.15 und dessen neuem Amdgpu-Treiber ihren Desktop jetzt auch auf dem Monitor betrachten.
Mit dem Mark II will das Startup Mycroft AI eine Alternative zu den smarten Lautsprechern von Google, Amazon oder Apple anbieten: Dank Open-Source-Software soll er keine Daten sammeln und trotzdem einen vergleichbaren Nutzungsumfang bieten.
Mozilla will die Nutzung von Zwei-Faktor-Authentifizierung erhöhen und aktiviert in Firefox 60 die Webauthentication-API standardmäßig. Noch gebe es allerdings keine fertigen Bibliotheken, die Entwickler nur einbinden müssten.
Nach ausfälligen Kommentaren von Linux-Chefentwickler Linus Torvalds erklärt ein Amazon-Entwickler ausführlich den geplanten Verwendungszweck der verschiedenen Patches gegen den Spectre-Angriff. Einigkeit über das Vorgehen herrscht aber immer noch nicht.
Wer Windows-Apps mit Electron anbietet, sollte das Update auf die aktuellste Version des Frameworks installieren. Sonst kann aus der Ferne Schadcode ausgeführt werden. Betroffen sind Windows-Apps, die als Protokoll-Handler eingetragen sind.
Das sogenannte Activitypub ist nun ein offiziell empfohlener Web-Standard. Damit können Funktionen dezentraler sozialer Netzwerke umgesetzt werden. Genutzt wird das von Anwendungen wie Nextcloud, Mastodon oder Mediagoblin.
Die auf dem Python-Framework Caffe2 basierende Objekterkennung Detectron von Facebook steht nun als Open Source bereit. Das Projekt implementiert verschiedene Algorithmen auf Basis maschinellen Lernens und stellt auch einen Modellzoo bereit.
Für die aktuelle Version 58 von Firefox hat Hersteller Mozilla weitere Grundlagen verbessert, um den Browser zu beschleunigen. Außerdem ändert das Team die Profilstruktur und weist auf Probleme mit altem Intel-Mikrocode hin.
Für die X11-Komponenten des KDE-Windowmanagers KWin wird es künftig keine neuen Funktionen geben. KWin-Entwickler Martin Flöser kündigte den damit letzten Feature Freeze an. Gepflegt werden soll der Code aber weiterhin.
Um Admins ein stressiges Wochenende zu ersparen, werden OpenSSL-Updates künftig dienstags veröffentlicht. Außerdem gibt es nun eine Mailingliste, auf der Projektdetails unabhängig vom Code öffentlich diskutiert werden, und Github wird für das Projekt wichtiger.
Die aktuelle Version 3.0 des freien Windows-API-Nachbaus Wine ist verfügbar. Sie unterstützt standardmäßig Direct3D in der Version 11 auf AMD- und Intel-GPUs. Der Android-Support wurde verbessert.
Oracleverabschiedet sich von Java EE, die Eclipse Foundation übernimmt die Projektpflege. Das Eclipse-EE4J-Projekt hat mit der Veröffentlichung von JSON-P einen ersten Meilenstein in der Migration der Java EE als Eclipse-Projekt erreicht.
Bisher war die Verwendung von Linux als Gastsystem unter der Virtualisierungssoftware Virtualbox nicht immer ganz einfach. Die Treiber für die Unterstützung werden nun aber Teil des Mainline-Kernels und sollten so mittelfristig in allen Distributionen landen.
Das Betriebssystem Windows 10 ist um eine wichtige Open-Source-Anwendung reicher: Curl. Es läuft nicht nur in Waschmaschinen und Autos, sondern auch schon über 20 Jahre auf Windows. Microsoft übernimmt jetzt die Pflege eigener Builds.
Laut einem Medienbericht plant die Stadtverwaltung von Barcelona einen breiten Wechsel auf freie Software in der Stadtverwaltung . Mittelfristig sollen auch Linux-Systeme mit Ubuntu eingesetzt werden.
Mit der Open-Source-Software Nextcloud Talk können Anwender der Cloudlösung per Videotelefonie miteinander kommunizieren. Die Kommunikation erfolgt dabei natürlich verschlüsselt.
Bisher haben Chat-Anwendungen mit modernen Algorithmen wie Signal und Whatsapp Probleme damit, Gruppenchats dauerhaft abzusichern. Ein neuer Algorithmus von Facebook und Forschern der Uni Oxford könnte das künftig ändern.
2017 wurde viel Firmware und andere grundlegende Computertechnik produktiv auseinandergenommen und kaputt gemacht. Gut so, denn die Fundamente moderner Computer sind oft brüchig.
Bisher wird die Quell-URL einer Webseite, die Googles Accelerated Mobile Pages (AMP) nutzt, unter Umständen nicht richtig angezeigt. Stattdessen gibt es eine Google-URL. Um das zu ändern, soll künftig ein neues Webpaket-Format zur Verteilung der AMP-Seiten genutzt werden.
Ohne große Ankündigung wird Apple als Mitglied der Alliance for Open Media (Aomedia) geführt. Damit ist das Unternehmen der wohl letzte wichtige Unterstützer für den freien Videocodec AV1.
Der Orange Pi One Plus ist kleiner als ein Raspberry Pi, aber trotzdem genauso leistungsfähig. WLAN und Bluetooth hat der kleine Rechner nicht, Gigabit Ethernet, HDMI für ein 4K-Signal und einen Power-Knopf hingegen schon.
Neben den Kernelentwicklern haben auch die großen Browserhersteller Notfallpatches bereitgestellt, die auf Spectre basierende Javascript-Angriffe verhindern sollen. Nutzer sollten ihre Browser aktualisieren.
Update Nicht nur Intel ist von der gravierenden Sicherheitslücke in Prozessoren betroffen, durch die Angreifer heikle Daten auslesen können. Googles Project Zero erklärt die Funktionsweise der Speicher-Leaks und Linus Torvalds erwartet Ehrlichkeit. Auch Apple hat sich bereits zu Wort gemeldet.
Mit dem vierten Release Candidate von Wine 3.0 ist die Entwicklung der neuen Version fast abgeschlossen. Die Entwickler befinden sich im Code Freeze. Mit der bald fertigen Version 3.0 wird Direct3D in der Version 11 auf AMD- und Intel-GPUs standardmäßig unterstützt.
Egal ob im Linux-Kernel, an den Low-Level-Userspace-Teilen, grafischen Oberflächen, Software von und für Unternehmen oder gar Hardware - am Ende setzt sich die Zusammenarbeit in der Community durch, wie das Jahr 2017 gezeigt hat. Von dieser Regel gibt es aber auch immer wieder Ausnahmen.
Eine Beinahe-Katastrophe am Cern, sehr seltsame neue Geräte, große Pläne, ein tolles Spiel und ein enttäuschender Star-Wars-Film: Wir fassen die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2018 im Video zusammen - und unsere neue Kollegin ist auch dabei.