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RHEL 7.4: Red Hat beendet Unterstützung für Btrfs

Der Linux-Distributor Red Hat wird das Dateisystem Btrfs nach einer jahrelangen Vorschauphase nicht offiziell unterstützen. Diese Entscheidung zeigt auch die großen Strategie-Unterschiede zu den Konkurrenten Suse und Ubuntu-Sponsor Canonical.
/ Sebastian Grüner
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Red Hat setzt keine Hoffnungen mehr in Btrfs. (Bild: Rich Bowen, flickr.com)
Red Hat setzt keine Hoffnungen mehr in Btrfs. Bild: Rich Bowen, flickr.com / CC-BY 2.0

Etwas überraschend hat der Linux-Distributor Red Hat mit der Veröffentlichung seiner Enterprise-Distribution RHEL 7.4 bekanntgegeben, das Dateisystem Btrfs nicht zu einer vollständig unterstützten Technik auszubauen, sondern stattdessen die Unterstützung für Btrfs einzustellen(öffnet im neuen Fenster) und die Technik mittelfristig gar aus seiner Distribution zu entfernen.

Btrfs wird langfristig entfernt

Btrfs gilt als Dateisystem der nächsten Generation und wird deshalb von einigen Beobachtern als künftige Standardtechnik für Linux bezeichnet. Red Hat führt Btrfs allerdings bereits seit der initialen Veröffentlichung von RHEL 6 als Technik-Vorschau - also seit fast sieben Jahren. Standardmäßig wird bei RHEL inzwischen XFS genutzt.

Mit dem nun verfügbaren RHEL 7.4 erhält Btrfs zwar noch einmal neue Funktionen, die aus dem Upstream-Linux-Kernel stammen, und Btrfs soll auch weiter in der 7er-Serie von RHEL erhalten bleiben. In den kommenden Veröffentlichungen soll es jedoch keine Updates mehr für Btrfs geben und die Technik soll für die kommende Major-Version, also vermutlich RHEL 8, nicht mehr verfügbar sein.

Technik-Vorsprung durch Übernahme

Mit Btrfs lassen sich Funktionen wie Snapshots und Copy-on-Write umsetzen. Red Hat schreibt, dass trotz des Verzichts auf Btrfs die Einsatzszenarien seiner Nutzer weiter berücksichtigt würden. Das gelte vor allem für Techniken wie Snapshots, Kompression und NVRAM. Red-Hat-Kunden sind aufgerufen, dem Unternehmen ihre Bedürfnisse an Dateisystem und Speichertechniken mitzuteilen.

Sehr gut zu diesen Aussagen passt die erst vor wenigen Tagen von Red Hat ankündigte Übernahme von Permabit(öffnet im neuen Fenster) . Die damit gekaufte Technik bietet Daten-Deduplikation und Kompression vor allem in Speicherlösungen für Cloud-Umgebungen. Red Hat will dies offenbar weiter ausbauen, statt in Btrfs zu investieren.

Besonders großes Interesse hatte Red Hat wohl aber auch bisher nicht an Btrfs, da das Unternehmen nur wenig in die Technik selbst investiert hatte. Einige bei Red Hat angestellte Btrfs-Entwickler verließen das Unternehmen sogar in Richtung Facebook.

Suse setzt auf Btrfs, Ubuntu auf ZFS

Völlig anders verhält sich Red-Hat-Konkurrent Suse, bei dem einige Entwickler des Dateisystems angestellt sind. Immerhin nutzt Suse Btrfs standardmäßig für die Root-Partition seiner Distribution. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen einige Zusatzwerkzeuge, um Btrfs einfach nutzbar zu machen wie etwa Snapper.

Der Ubuntu-Distributor Canonical setzt anstelle von Btrfs auf ZFS. Dieses Dateisystem ist ursprünglich bei Sun entstanden und dient als ideelles Vorbild von Btrfs, kann aber wegen Lizenzproblemen nicht in den offiziellen Zweig des Linux-Kernels eingepflegt werden. Zwar könnte Oracle als Rechteinhaber nach der Übernahme von Sun ZFS unter der GPL relizenzieren, um dieses Problem zu lösen, hat daran aber offensichtlich kein Interesse. Canonical sieht allerdings keine rechtlichen Probleme(öffnet im neuen Fenster) und nutzt ZFS seit Version 16.04 trotz der Bedenken aus der Community.


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