Abo
  • Services:

RHEL 7.4: Red Hat beendet Unterstützung für Btrfs

Der Linux-Distributor Red Hat wird das Dateisystem Btrfs nach einer jahrelangen Vorschauphase nicht offiziell unterstützen. Diese Entscheidung zeigt auch die großen Strategie-Unterschiede zu den Konkurrenten Suse und Ubuntu-Sponsor Canonical.

Artikel veröffentlicht am ,
Red Hat setzt keine Hoffnungen mehr in Btrfs.
Red Hat setzt keine Hoffnungen mehr in Btrfs. (Bild: Rich Bowen, flickr.com/CC-BY 2.0)

Etwas überraschend hat der Linux-Distributor Red Hat mit der Veröffentlichung seiner Enterprise-Distribution RHEL 7.4 bekanntgegeben, das Dateisystem Btrfs nicht zu einer vollständig unterstützten Technik auszubauen, sondern stattdessen die Unterstützung für Btrfs einzustellen und die Technik mittelfristig gar aus seiner Distribution zu entfernen.

Btrfs wird langfristig entfernt

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Stuttgart
  2. AMETRAS vision GmbH, Baienfurt bei Ravensburg

Btrfs gilt als Dateisystem der nächsten Generation und wird deshalb von einigen Beobachtern als künftige Standardtechnik für Linux bezeichnet. Red Hat führt Btrfs allerdings bereits seit der initialen Veröffentlichung von RHEL 6 als Technik-Vorschau - also seit fast sieben Jahren. Standardmäßig wird bei RHEL inzwischen XFS genutzt.

Mit dem nun verfügbaren RHEL 7.4 erhält Btrfs zwar noch einmal neue Funktionen, die aus dem Upstream-Linux-Kernel stammen, und Btrfs soll auch weiter in der 7er-Serie von RHEL erhalten bleiben. In den kommenden Veröffentlichungen soll es jedoch keine Updates mehr für Btrfs geben und die Technik soll für die kommende Major-Version, also vermutlich RHEL 8, nicht mehr verfügbar sein.

Technik-Vorsprung durch Übernahme

Mit Btrfs lassen sich Funktionen wie Snapshots und Copy-on-Write umsetzen. Red Hat schreibt, dass trotz des Verzichts auf Btrfs die Einsatzszenarien seiner Nutzer weiter berücksichtigt würden. Das gelte vor allem für Techniken wie Snapshots, Kompression und NVRAM. Red-Hat-Kunden sind aufgerufen, dem Unternehmen ihre Bedürfnisse an Dateisystem und Speichertechniken mitzuteilen.

Sehr gut zu diesen Aussagen passt die erst vor wenigen Tagen von Red Hat ankündigte Übernahme von Permabit. Die damit gekaufte Technik bietet Daten-Deduplikation und Kompression vor allem in Speicherlösungen für Cloud-Umgebungen. Red Hat will dies offenbar weiter ausbauen, statt in Btrfs zu investieren.

Besonders großes Interesse hatte Red Hat wohl aber auch bisher nicht an Btrfs, da das Unternehmen nur wenig in die Technik selbst investiert hatte. Einige bei Red Hat angestellte Btrfs-Entwickler verließen das Unternehmen sogar in Richtung Facebook.

Suse setzt auf Btrfs, Ubuntu auf ZFS

Völlig anders verhält sich Red-Hat-Konkurrent Suse, bei dem einige Entwickler des Dateisystems angestellt sind. Immerhin nutzt Suse Btrfs standardmäßig für die Root-Partition seiner Distribution. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen einige Zusatzwerkzeuge, um Btrfs einfach nutzbar zu machen wie etwa Snapper.

Der Ubuntu-Distributor Canonical setzt anstelle von Btrfs auf ZFS. Dieses Dateisystem ist ursprünglich bei Sun entstanden und dient als ideelles Vorbild von Btrfs, kann aber wegen Lizenzproblemen nicht in den offiziellen Zweig des Linux-Kernels eingepflegt werden. Zwar könnte Oracle als Rechteinhaber nach der Übernahme von Sun ZFS unter der GPL relizenzieren, um dieses Problem zu lösen, hat daran aber offensichtlich kein Interesse. Canonical sieht allerdings keine rechtlichen Probleme und nutzt ZFS seit Version 16.04 trotz der Bedenken aus der Community.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. für 147,99€ statt 259,94€
  2. 106,34€ + Versand
  3. (Neuware für kurze Zeit zum Sonderpreis bei Mindfactory)
  4. 229,90€ + 5,99€ Versand

Jürgen Troll 04. Aug 2017

@cicero Diese großen Mengen an RAM benötigt man nur bei der Verwendung von...

mhstar 03. Aug 2017

"Can get stuck in irreversible read-only mode if only one device is present." https...

bjs 03. Aug 2017

wie groß war das dateisystem denn? kleiner als ein paar gigabyte? btrfs ist nicht...

pythoneer 02. Aug 2017

Mal sehen wie zielführend die Arbeiten daran sind https://fedoraproject.org/wiki/Changes...


Folgen Sie uns
       


PC Building Simulator - Test

Der PC Building Simulator stellt sich im Test als langweiliges Spiel, aber gutes Product Placement heraus - inklusive falscher Informationen und Grafikfehlern.

PC Building Simulator - Test Video aufrufen
Underworld Ascendant angespielt: Unterirdische Freiheit mit kaputter Klinge
Underworld Ascendant angespielt
Unterirdische Freiheit mit kaputter Klinge

Wir sollen unser Können aus dem bahnbrechenden Ultima Underworld verlernen: Beim Anspielen des Nachfolgers Underworld Ascendant hat Golem.de absichtlich ein kaputtes Schwert bekommen - und trotzdem Spaß.
Von Peter Steinlechner

  1. Otherside Entertainment Underworld Ascendant soll mehr Licht ins Dunkle bringen

Digitalfotografie: Inkonsistentes Rauschen verrät den Fälscher
Digitalfotografie
Inkonsistentes Rauschen verrät den Fälscher

War der Anhänger wirklich so groß wie der Ring? Versucht da gerade einer, die Versicherung zu betuppen? Wenn Omas Erbstück geklaut wurde, muss die Versicherung wohl dem Digitalfoto des Geschädigten glauben. Oder sie engagiert einen Bildforensiker, der das Foto darauf untersucht, ob es bearbeitet wurde.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. iOS und Android Google lanciert drei experimentelle Foto-Apps
  2. Aufstecksucher für TL2 Entwarnung bei Leica

Adblock Plus: Bundesgerichtshof erlaubt Einsatz von Werbeblockern
Adblock Plus
Bundesgerichtshof erlaubt Einsatz von Werbeblockern

Der Bundesgerichtshof hat im Streit um die Nutzung von Werbeblockern entschieden: Eyeo verstößt mit Adblock Plus gegen keine Gesetze. Axel Springer hat nach dem Urteil angekündigt, Verfassungsbeschwerde einreichen zu wollen.

  1. Urheberrecht Easylist muss Anti-Adblocker-Domain entfernen

    •  /