Ryzen: AMD bestätigt Compiler-Fehler unter Linux
Zahlreiche Linux-Nutzer hatten von Schutzverletzungen (Segmentation Fault, SegFault) beim Kompilieren berichtet, die auf Systemen mit AMDs neuen Ryzen-Prozessoren auftauchten. Jetzt hat AMD das Problem bestätigt, wobei noch unklar ist, was den Fehler genau auslöst. Zusammen mit Entwicklern und Anwendern will der Ryzen-Hersteller jetzt den Auslöser der Schutzverletzung ausfindig machen. Betroffene Anwender sollen sich bei AMDs Customer Care melden.
Im AMD-Forum wurde das Skript kill-ryzen.sh(öffnet im neuen Fenster) vorgestellt, das den reproduzierbaren Fehler provoziert. Schnell wurde klar(öffnet im neuen Fenster) , dass mehrere Prozessortypen betroffen sind: Die Octacore-Prozessoren Ryzen 7 1700, 1700X(öffnet im neuen Fenster) und 1800X. Außerdem melden Besitzer des Ryzen 7 1600X in unserem Forum, dass der Fehler auch bei ihnen auftritt. Das bestätigte AMD der Webseite Phoronix (öffnet im neuen Fenster) und versicherte, dass die Prozessoren der Threadripper-Reihe nicht betroffen sind. Auch auf Systemen mit Zen-Prozessoren wie AMDs Epyc tritt der Fehler wohl nicht auf.
Hohe Last ist der Auslöser
Die Schutzverletzung tritt offenbar nur unter außergewöhnlicher Last auf, besonders beim Kompilieren auf mehreren parallelen Prozessen. Zumindest im alltäglichen Gebrauch kommt es augenscheinlich zu keinen Segmentation Faults. Im Linux-Subsystem unter Windows konnte der Fehler ebenfalls reproduziert werden(öffnet im neuen Fenster) . Ein erstmals unter dem BSD-System Dragonfly vom Entwickler Matthew Dillon Ende März 2017 beobachtetes(öffnet im neuen Fenster) Problem hat aber offenbar mit dem Fehler unter Linux nichts gemein. Ein jetzt eingereichter Patch(öffnet im neuen Fenster) passt die Speicherverwaltung unter BSD für die Ryzen-Prozessoren an. Unter Linux ist das lange vor dem Erscheinen der neue CPUs von AMD geschehen.
Seit dem Erschienen der neuen Ryzen-Reihe hat es bereits mehrfach Probleme mit den neuen Prozessoren gegeben – auch unter Windows.
Nachtrag vom 13. August 2017, 14 Uhr
Offenbar sind nicht nur die 1800X-Prozessoren betroffen. Wir haben den Artikel entsprechend angepasst.
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