Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Linux: AMDs Vega mit freiem Treiber deutlich schneller

Offenbar optimiert AMD seinen alten OpenGL-Stack kaum noch. Das legt zumindest ein Medienbericht nahe, der die OpenGL-Leistung des freien Linux-Treibers mit Vega -GPUs teils deutlich vor der proprietären Konkurrenz sieht.
/ Sebastian Grüner
38 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Die Open-Source-Strategie von AMD zahlt sich offenbar aus. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
Die Open-Source-Strategie von AMD zahlt sich offenbar aus. Bild: Marc Sauter/Golem.de

Hardwarehersteller AMD hat scheinbar nur noch wenig Interesse an seinem alten und proprietären OpenGL-Stack, der unter Windows und unter Linux als Teil des AMDGPU-Pro-Treibers genutzt wird. Das legen zumindest Benchmarks nahe, die das Magazin Phoronix veröffentlicht hat(öffnet im neuen Fenster) . Dabei wird der Pro-Treiber unter Linux mit dem freien Mesa-Treiber auf AMDs neuer GPU-Generation Vega verglichen.

AMD zeigt Radeon RX Vega
AMD zeigt Radeon RX Vega (01:20)

Demnach liefert der freie Grafikstack mit Mesa als Hauptbestandteil für die OpenGL-API in fast allen Tests teils deutlich bessere Ergebnisse als der proprietäre AMDGPU-Pro-Treiber. Lediglich in den beiden Unigine-Benchmarks Heaven und Valley sind die beiden Treiber-Varianten ungefähr gleichauf. In dem erst seit wenigen Monaten verfügbaren Superposition-Benchmark der Unigine-Macher liegt der freie Treiber allerdings wieder deutlich vor der proprietären Konkurrenz.

Diese Ergebnisse sind gleich mehrfach überraschend. So lagen die freien Linux-Treiber bis vor einigen Jahren noch deutlich hinter ihrer proprietären Konkurrenz, was bei Nvidia-GPUs auch nach wie vor der Fall ist. Darüber hinaus pflegt AMD zwar inzwischen auch selbst die freien Linux-Treiber, etwas unerwartet ist jedoch, dass die von AMD in Mesa eingebrachten Optimierungen offenbar nicht in dem PRO-Treiber vorhanden sind.

Ein Grund hierfür könnte sein, dass AMD intern andere Produktzyklen für den Pro-Treiber nutzt als für die freien Treiber und damit die Optimierungen langsamer umgesetzt werden. Möglich wäre aber auch, dass AMD der OpenGL-Stack des Pro-Treibers nicht allzu wichtig ist, da diese Schnittstelle in Spielen unter Windows kaum verwendet wird - hier ist Direct3D vorherrschend. Der Aufwand für eventuell spezifische Optimierungen im OpenGL-Stack lohnt sich aus Sicht von AMD wohl also nur für Linux.


Relevante Themen