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Linux: Fedora will Konzept der Desktop-Distro aufbrechen

Was auf dem Server seit einigen Jahren genutzt wird, will Fedora auch für den Desktop: atomare Updates für das Basissystem und darauf aufsetzend einfache und schnelle App-Updates. Das sorgt aber für technische Probleme und Konflikte im Team.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Fedora will den Aufbau seiner Workstation-Distro ändern.
Fedora will den Aufbau seiner Workstation-Distro ändern. (Bild: Red Hat)

In den vergangenen Jahren haben die großen kommerziellen Linux-Distributoren ebenso wie die Bestrebungen rund um Container-basierten Anwendungen den Aufbau einer Server-Distribution grundlegend verändert. Ähnlich tiefgreifende Änderungen plant ein Teil der Fedora-Entwickler nun auch für die Desktop-Variante seiner Linux-Distribution. Das geht aus Plänen hervor, die Entwickler Kalev Lember auf der Gnome-Konferenz Guadec vorgestellt hat.

Inhalt:
  1. Linux: Fedora will Konzept der Desktop-Distro aufbrechen
  2. Ende von RPM und Verteilungskampf

Demnach könnte die auf Desktop-Nutzer ausgerichtete Workstation-Variante aus zwei mehr oder weniger voneinander unabhängigen Teilen bestehen: einerseits aus einem Basis-System, das über Abbilder aktualisiert werden soll, die wiederum mit Ostree umgesetzt werden sollen und andererseits aus Desktop-Anwendungen, die nicht wie bisher als RPM-Pakete gebaut werden, sondern als Flatpaks.

Atomare Betriebssystem-Updates

Das Konzept und die Technik von Ostree haben Fedora und dessen Hauptsponsor Red Hat bereits im Project Atomic für Server getestet. Dementsprechend heißt die nun vorgestellte Idee auch Atomic Workstation. Für Ostree wird eine Sammlung klassischer RPM-Pakete zu einem relativ kleinen aber dennoch vollständigen Betriebssystem-Abbild zusammengefasst.

Für Updates wird dann lediglich ein neues Abbild heruntergeladen und dieses dann gestartet, was auch als atomares Update bezeichnet wird. Der bei Paketaktualisierungen notwendige Schritt der Installation entfällt damit. Mögliche System- oder Anwendungsabstürze, wie sie beim Live-Update von Paketen auftreten können, entfallen damit. Ebenso verschwindet hierbei das ewige Warten zum Einspielen der Installation bei dem sogenannten Offline-Update, das Fedora seit einiger Zeit anbietet und das an die Vorgehensweise von Windows erinnert.

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Für Fedora ergebe sich aus der Verwendung von Ostree außerdem der Vorteil, dass die Updates auf Basis ganzer Abbilder einfacher zu testen sind, als Updates über RPM-Pakete, bei denen sich schlicht viel mehr Kombinationsmöglichkeiten ergeben, so Lember. Das Team hat die Unterstützung für System-Updates per Ostree zusätzlich zu einem Kommandozeilenwerkzeug sowie bereits in Gnome-Software umgesetzt.

Flatpaks für den Desktop

Der eigentliche Desktop samt aller Anwendungen mit grafischer Oberfläche soll im Konzept der Atomic Workstation langfristig komplett auf das RPM-System verzichten. Als Ersatz soll das Flatpak-Paketsystem dienen, das ebenfalls im Gnome-Team entstanden ist und inzwischen auch von anderen Communitys wie etwa KDE zumindest teilweise genutzt oder wenigstens getestet wird.

Flatpaks ermöglichen das Definieren von Laufzeitumgebungen, etwa einer Gnome-Runtime, auf der die eigentliche Anwendung aufsetzt. In dem Flatpak-System können zudem unterschiedliche Versionen von Runtimes und Anwendungen nebeneinander installiert werden. So soll zum Beispiel vermieden werden können, dass alle Anwendungen einer Linux-Distribution zwingend die exakt gleiche Version einer Basisbibliothek wie etwa GTK verwenden müssen. Langfristig sollen die Flatpak-Anwendungen auch in Sandbox-Umgebungen laufen und so voneinander getrennt werden.

Eine weitere prägende Idee von Flatpaks ist, dass die Entwickler von Anwendungen idealerweise selbst Flatpak-Pakete erstellen. Der Umweg über Distributionen, sogenannte Downstreams, fällt dabei weg und die Software gelangt exakt so zu den Nutzern, wie sich das die Upstream-Entwickler für ihre Anwendungen wünschen. Auch hier hat das Team bereits die grundlegenden Arbeiten erledigt und unterstützt die Installation von Flatpaks über Gnome-Software.

Ende von RPM und Verteilungskampf 
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Theoretiker 04. Aug 2017

Fedora ist ein Versuchskaninchen, das war doch schon immer so. Allerdings heißt das...

Theoretiker 04. Aug 2017

Fedora hat schon die Politik, dass Probleme möglichst Upstream gelöst werden sollen. Das...

FreiGeistler 31. Jul 2017

@All: Danke für die Antworten!

Neuro-Chef 30. Jul 2017

War mehr so Linux-allgemein gemeint, bei mir hatte sich bisher noch alles irgendwann...

Apollo13 30. Jul 2017

Ganz einfach: weil die Distros unterschiedliche Bibliotheken bzw. Versionen mitbringen...


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