Was Mitarbeiter in ihrer Freizeit machen, ob sie an Demos teilnehmen oder sich auf Straßen und Rollbahnen festkleben, geht die Firma in der Regel nichts an. In einigen wenigen Fällen aber doch.
Die Beteiligung am Streik bei der Deutschen Post soll gut sein: Nach den Beschäftigten in Briefzentren sollen nun die Zusteller ihre Arbeit niederlegen.
Die Gewerkschaft Verdi hat Mitarbeiter der Deutschen Post in Brief- und Paketzentren heute ganztägig zu Streiks aufgerufen. Es geht um 15 Prozent mehr Gehalt.
1.200 Arbeitsplätze bei Amazon sind betroffen. Über die Hintergründe sagt der US-Konzern lediglich, es würden ältere Standorte geschlossen und neue eröffnet.
Für Kino und Streaming werden immer mehr effektintensive Filme und Serien gemacht. Wer dabei auf der Strecke bleibt: die Menschen, die diese Effekte möglich machen.
Genau wie zuvor in den USA braucht Amazon erheblich mehr Lager für Deutschland. Der Ausbau erfolgt wohl kurz hinter der deutschen Grenze in Polen, Tschechien und der Slowakei.
Die Plattform Gorillas Workers Collective hofft, dass die Entlassungen wegen Streiks im nächsten Jahr zurückgenommen werden müssen. Mit Verdi gibt es Spannungen.
Die Fahrradkuriere des Lieferdienstes Gorillas, die für bessere Arbeitsbedingungen gestreikt haben, wurden entlassen. Ihnen werden wilde Streiks vorgeworfen.
Die Amazon-Zusteller sind oft bei Subunternehmen oder Leiharbeitsfirmen eingestellt. Hier werde unter Mindestlohn in Scheinselbständigkeit gearbeitet, urteilen die Gewerkschaften.
Am Sonntag hat ein viertägiger Streik bei Amazon begonnen. Man sei "zu einer Projektionsfläche für Gruppen geworden, die Aufmerksamkeit für ihre Themen suchen", sagt ein Konzernsprecher.