Gewerkschaft: Streikaufruf bei Ubisoft

Ärger über Äußerungen von Firmenchef Yves Guillemot, Forderungen nach Lohnanpassungen und der Vier-Tage-Woche: Bei Ubisoft droht ein Streik.

Artikel veröffentlicht am ,
Spieleentwickler bei Ubisoft
Spieleentwickler bei Ubisoft (Bild: Piero Cruciatti/AFP via Getty Images)

Auf Twitter hat die französische Gewerkschaft Solidaires Informatique Jeu Vidéo die Belegschaft von Ubisoft in Paris dazu aufgerufen, am Nachmittag des 27. Januar 2023 die Arbeit für vier Stunden niederzulegen.

Solidaires Informatique Jeu Vidéo begründet das unter anderem mit Äußerungen in einer Mail, die Firmenchef Yves Guillemot vor kurzem an alle Angestellten schickte.

Darin sind unter anderem Forderungen nach mehr Einsatz zu lesen: "Mehr denn je brauche ich eure Energie und euer Engagement, damit wir auf den Erfolgsweg zurückkehren können", ist dort etwa zu lesen.

Die Gewerkschaft bemängelt, dass diese Forderungen einseitig seien. Außerdem befürchtet sie, dass Guillemot mit angekündigten "organisatorischen Anpassungen" schlicht Entlassungen und Studioschließungen, mit "Gebt alles" Überstunden meint.

Ob die Belegschaft das alles in der Breite auch so sieht, ist nicht bekannt. Solidaires Informatique Jeu Vidéo gilt traditionell als Gewerkschaft, die sehr weit links im politischen Spektrum steht. Zumindest die materiellen Arbeitsbedingungen bei Ubisoft in Paris und in anderen Studios gelten aber als recht gut.

In den vergangenen Jahren gab es allerdings immer wieder Berichte über toxische Vorgesetzte. Ob diese Probleme inzwischen wirklich gelöst sind, ist schwierig einzuschätzen.

10 Prozent Inflationsausgleich

Zu den Forderungen von Solidaires Informatique Jeu Vidéo gehört ein sofortiges Plus bei den Gehältern von 10 Prozent für alle Angestellten - zusätzlich zu regulären Lohnerhöhungen - als Inflationsausgleich.

Außerdem müsse die Vier-Tage-Woche kommen - wobei unklar ist, ob mit oder ohne Lohnausgleich. Zudem will die Gewerkschaft Verbesserungen beim Umgang mit Mitarbeitern und beim Betriebsklima.

Ubisoft beschäftigt derzeit nach eigenen Angaben weltweit rund 21.000 Angestelle in etwas mehr als 45 Studios. Das Unternehmen veröffentlichte gerade eine Gewinnwarnung, Ursache sind unter anderem schlechte Verkaufszahlen von Mario + Rabbids und Just Dance. Das Actionspiel Skull and Bones wurde verschoben, neue Hoffnungsträger wie Assassin's Creed Mirage lassen auf sich warten.

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