Online-Lieferservice: Streik und Blockade bei Gorillas

Die Lieferfahrer von Gorillas streiken in Berlin und blockieren einen oder mehrere Standorte.

Artikel veröffentlicht am ,
Streikposten aktiv bei Gorillas
Streikposten aktiv bei Gorillas (Bild: Gorillas Workers Collective)

Beim Online-Lieferservice Gorillas in Berlin wird seit Mittwochabend gestreikt. Das posteten die Arbeiter bei Twitter. Organisiert wird der Streik vom Gorillas Workers Collective, das mit der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft FAU und der Gewerkschaft Verdi zusammenarbeitet.

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Laut einem Bericht des Tagesspiegels waren am Mittwoch zwischen 50 und 70 Gorillas-Beschäftigte im Streik und blockierten ein Warenlager des Unternehmens in Berlin-Mitte. Der Streik ist laut den Aktiven auf weitere Standorte ausgeweitet worden. Lieferando-Fahrer haben sich angeschlossen.

Zuvor war dem Fahrer Santiago wegen Zuspätkommens ohne Vorwarnung gekündigt worden, berichtet die FAU bei Twitter. Die Fahrer forderten seine Wiedereinstellung. Das Management rief die Polizei und sei handgreiflich geworden, berichten die Gorillas-Arbeiter. Der stellvertretende Geschäftsführer Harm-Julian Schumacher habe eigenhändig die Räder der Streikposten beiseite geschafft, berichtet der Tagesspiegel. Seit Wochen wollen die Arbeiter einen Betriebsrat gründen und beklagen Behinderungen durch die Geschäftsleitung.

Ein Sprecher des Unternehmens Gorillas Technologies erklärte Golem.de auf Anfrage: "Wir können bestätigen, dass einige Mitarbeiter:innen die Zugänge zu einem Warehouse in Berlin blockieren (Stand 10.06.2021, 14 Uhr). Anlass für die Blockade war die ausschließlich verhaltensbedingte Kündigung eines Mitarbeiters während seiner Probezeit. In dieser Woche wurde nach Fällen groben Fehlverhaltens die Entscheidung getroffen, den Vertrag eines Mitarbeiters innerhalb seiner Probezeit zu kündigen."

Einer der Rider berichtet bei Publikum über die Arbeitssituation: "Ein Gehalt, das kaum über dem Mindestlohn liegt, häufige Arbeitsunfälle - eine Kollegin wurde gefeuert, während sie krankgeschrieben war -, ständige Rückenschmerzen vom Tragen von bis zu 25 Kilo Yuppy-Lebensmitteln von einem gentrifizierten Gebäude zum anderen, eine 'angenehm' lange sechsmonatige Probezeit, die dazu geeignet ist, Leute zu feuern, wenn sie ihre Meinung sagen."

Gorillas wurde im Mai 2020 gegründet und bekam in der zweiten Finanzierungsrunde im März dieses Jahres 290 Millionen US-Dollar. Dabei wurde das Startup mit 1 Milliarde US-Dollar bewertet. Im Mai 2021 lieferte Gorillas in 26 Städten in Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und Frankreich aus.

Verdi-Handelsexpertin Maren Ulbrich sagte Golem.de auf Anfrage: "Das Unternehmen erzielt derzeit keine Gewinne und wird von Risikokapitalgebern finanziert. Es wurde gleichsam aus dem Boden gestampft und zählt derzeit rund 1.000 Beschäftigte. Eine Kultur im Umgang mit den Beschäftigten und die Wahrung ihrer Rechte scheint sich bisher nicht entwickelt zu haben. Verdi hat nicht zum Streik aufgerufen." Es stelle sich die Frage, wie das Unternehmen mit den Beschäftigten umgehe, dass sie diese Protestform wählten.

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Azzuro 11. Jun 2021 / Themenstart

https://de.wikipedia.org/wiki/Anarchosyndikalismus

Kleba 11. Jun 2021 / Themenstart

Ich habe das schon häufiger erlebt (allein bei mir 3x) - obwohl ich es auch übertrieben...

ManuPhennic 10. Jun 2021 / Themenstart

Es kommt vom eigenen Lager ;) deswegen dauert das ganze auch nur 10 Minuten

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