Lieferdienst: Gorillas wollen Anhebung des Mindestlohns zuvorkommen

Die selbstständigen Streiks bei Gorillas zeigen Wirkung. Gegen den neuen Betriebsrat will die Geschäftsführung eventuell weiter gerichtlich vorgehen.

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Gorillas: In den Lagern gilt die Lohnerhöhung nicht.
Gorillas: In den Lagern gilt die Lohnerhöhung nicht. (Bild: Gorillas)

Der Lieferdienst Gorillas erhöht ab Januar 2022 den Stundenlohn auf 12 Euro. Das gab das Unternehmen am 3. Dezember 2021 bekannt. Die künftige Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP hatte angekündigt, den Mindestlohn bundesweit von derzeit 9,60 Euro auf 12 Euro anzuheben. Ein Datum für die Umsetzung steht jedoch noch nicht fest.

Die Fahrradkuriere hatten wiederholt wegen verschmutzter Arbeitsbekleidung, überladener Rucksäcke, schlecht gewarteter E-Bikes, verspäteter Lohnzahlungen und willkürlicher Kündigungen gestreikt. Die Geschäftsleitung reagierte darauf und entließ alle Streikenden, weil der Arbeitskampf selbstständig geführt worden und damit illegal sei.

Seit Wochen herrschen winterliche Temperaturen in Deutschland: "Noch in diesem Monat wird das Rider-Kit um neue Winterjacken, Handschuhe, Powerbanks, Telefonhalterungen, Sicherheitsbrillen und Nackenwärmer ergänzt", erklärte Gorillas weiter. Im Oktober wurde ein Bonussystem mit zusätzlich vier Euro pro Einzellieferung eingeführt. Dieser Bonus soll auf fünf Euro steigen.

Streik, nicht überladene Rücksäcke, habe Arbeiter gefährdet

Seit vergangenem Samstag haben die Rider bei Gorillas einen Betriebsrat. Die Geschäftsführung hatte versucht, die Wahl gerichtlich mit mehreren Klagen zu verhindern, war damit aber zuletzt vor dem Landesarbeitsgericht Berlin gescheitert. Derzeit werde geprüft, ob weitere Schritte eingeleitet würden, sagte Deutschlandchef Alexander Brunst der Nachrichtenagentur dpa.

Die Geschäftsleitung des Lieferdienstes hatte am 5. November fast alle bekannten Streikenden in Berlin und Leipzig entlassen. Begründung für die fristlosen Kündigungen war, dass es sich um sogenannte wilde Streiks gehandelt habe. "Solche unangekündigten, spontanen und nicht gewerkschaftlich getragenen Streiks sind rechtlich unzulässig", sagte ein Sprecher Golem.de. "Das bedeutet, dass wir das Arbeitsverhältnis mit denjenigen MitarbeiterInnen beenden, die sich aktiv an den nicht genehmigten Streiks und Blockaden beteiligt, den Betrieb durch ihr Verhalten behindert und ihre KollegInnen damit gefährdet haben."

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Palerider 06. Dez 2021

Richtig. Wie in vielen Branchen, wo dann das Gejammer kommt "dann könne sich aber die...

Bolzkopf 04. Dez 2021

Beim Thema Streik sind zwei Punkte entscheidend (die letztlich ersonnen wurden, um die...

GilBates 03. Dez 2021

dann holt man das mit dem Mindestlohn bequem wieder rein. nur so ein Tipp.

NilsP 03. Dez 2021

Das "Bonussystem" ist also ein Akkordlohn und man bekommt entweder den Stundenlohn oder...



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