Streik: Amazon.de verlagert Buchversand nach Polen und Tschechien

Amazon hat Verlage aufgefordert, 40 Prozent ihrer Titel über Warenlager in Polen und Tschechien nach Deutschland zu versenden. Dies wird als Reaktion auf die beharrliche Streikbewegung hier gesehen.

Artikel veröffentlicht am ,
Streik bei Amazon in Bad Hersfeld
Streik bei Amazon in Bad Hersfeld (Bild: Verdi)

Amazon verlangt von deutschen Verlagen, rund 40 Prozent der Waren über neue Logistikstandorte in Polen und die Tschechische Republik an ihre Kunden in Deutschland zu schicken. Das berichtet die Tageszeitung Die Welt, der das Schreiben vorliegt. In dem Brief, den der US-Konzern verschickt, werden die Verlage auf die Eröffnung von zunächst zwei neuen Vertriebszentren am 15. und 29. September in Polen hingewiesen.

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Bei den Verlagen sorgt die Ankündigung von Amazon für erhebliche Kritik, denn sie sollen die Zusatzkosten tragen. "Amazons Plan bedeutet eine Vervielfachung der Wege und der damit verbundenen Kosten für die Verlage", sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der Zeitung. "Wir sind nicht bereit, die zusätzlichen Kosten zu übernehmen", erklärte einer der größten deutschen Buchproduzenten. Dies sei "die Linie, die sich generell durch die Verlage zieht".

Wie die Zeitung erfahren hat, richtet sich das Vorgehen offenbar gegen die Streiks der Lagerarbeiter für einen Tariflohn in Deutschland. Die Verdi-Mitglieder haben vor mehr als einem Jahr, im April 2013, mit Streiks an den Standorten Leipzig und Bad Hersfeld begonnen und setzen den Kampf seitdem weiter fort.

Die Geschäftsführung sieht Amazon als Logistikunternehmen, für das die Tarifverträge der Versandhandelsbranche nicht gelten, und lehnt Verhandlungen vehement ab. An keinem deutschen Standort gibt es eine Tarifbindung. In Hessen beträgt der Einstiegslohn bei Amazon 9,83 Euro, nach Tarif müssten es 12,18 Euro sein. In Leipzig beträgt der Einstiegslohn 9,30 Euro, nach Versandhandelstarif müsste Amazon 10,66 Euro pro Stunde bezahlen. Das Unternehmen zahlt nach einem firmeneigenen Vergütungssystem, das laut Verdi deutlich unter den Tarifen des Einzel- und Versandhandels liegt. Amazon erklärt, dass die Bezahlung für ein Logistikunternehmen bereits am oberen Ende des branchenüblichen Niveaus liege.

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Amazon hatte im Oktober 2013 erklärt, drei große Warendepots in Polen zu planen. Ein Amazon-Sprecher sagte Golem.de damals, dass die Logistikzentren zunächst hauptsächlich nach Deutschland liefern sollten und erst später an Kunden aus anderen europäischen Ländern. Zwei weitere Logistikstandorte seien in der Tschechischen Republik geplant. Ein neues Amazon-Lager werde in der Nähe des Prager Flughafens vorbereitet.

Amazon betonte, es gebe keine Pläne, eines der bestehenden 25 Zentren in Europa zu schließen. Die neuen Versandlager sollten das Wachstum in Europa unterstützen. "Aus diesem Grund wurden vorab Lieferanten über die neuen Anlieferadressen informiert", sagte ein Sprecher der Welt.

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Butterkeks 13. Aug 2014

Muss man nicht. Alleine mag es ein Kampf gegen Windmühlen sein, aber wenn mal wieder...

dependent 11. Aug 2014

Da ist es schon wieder, "gerechter Lohn". Ich habe ganz bewusst nicht davon gesprochen...

plutoniumsulfat 11. Aug 2014

ein mal am Tag warm Essen gehört zu erinnert gesunden Ernährung dazu.

plutoniumsulfat 11. Aug 2014

uns wem du fragen hast oder Beschwerde/Garantie?



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