Brieselang: Amazon muss Betriebsräte nicht weiter beschäftigen

Amazon hat das Recht, die befristeten Verträge zweier Betriebsratsmitglieder nicht zu verlängern. Das hat das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg laut einem Bericht der Morgenpost entschieden(öffnet im neuen Fenster) . Die gewählten Arbeitnehmervertreter wollten in der zweiten Instanz eine unbefristete Beschäftigung durchsetzen.
Die Landesarbeitsrichter sähen keine Belege dafür, dass die Zugehörigkeit zum Betriebsrat der Grund für die Nichtverlängerung der Verträge war, sagte ein Gerichtssprecher der Morgenpost. Eine Revision gegen das Urteil sei nicht möglich.
Die Gruppe Solidarität mit den Streiks bei Amazon(öffnet im neuen Fenster) war mit 15 bis 20 Unterstützern erschienen. Diese erklärten bei Facebook: "Seit Ende 2014 hat Amazon in Brieselang bei Berlin wiederholt Betriebsratsmitglieder auf die Straße gesetzt. Seitdem kämpfen sie um ihre Wiedereinstellung."
Die Kollegen wollten vor Gericht den "diskriminierenden und politischen Charakter der Entscheidung des Unternehmens" aufzeigen und fordern ihre Wiedereinstellung, um ihr Mandat im Betriebsrat fortführen zu können. Für zwei weitere Betriebsräte steht eine Entscheidung noch aus.
Angst und Unsicherheit durch befristete Verträge
Fast die Hälfte der Beschäftigten bei Amazon Brieselang hatte nur befristete Verträge, gab die Gewerkschaft Verdi im Januar 2015 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Zu der Zeit gab es in der Niederlassung 550 Mitarbeiter, davon waren nur rund 285 festangestellt, so die Gewerkschaft.
"Amazon hat seit dem Deutschlandstart vor 16 Jahren mehr als 12.500 feste Jobs geschaffen, davon über 10.000 in den neun deutschen Logistikzentren. Allein in den vergangenen drei Jahren wurden 7.000 neue Festanstellungen geschaffen" , sagte Unternehmenssprecherin Anette Nachbar Golem.de.



