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Getir: Gorillas in Übernahmeverhandlungen mit Konkurrenten

Gorillas wurde zuletzt mit drei Milliarden Dollar bewertet, jetzt will ein Konkurrent das Skandalunternehmen kaufen.
/ Achim Sawall
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Wer ist schneller? (Bild: TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images)
Wer ist schneller? Bild: TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images

Das türkische Unternehmen Getir befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungen, den Konkurrenten Gorillas Technologies zu kaufen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Es sei aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden und die Gespräche könnten auch noch abgebrochen werden.

Getir, das von Mubadala Investment und Sequoia Capital finanziert wird, muss bei der Übernahme die Bewertung von Gorillas in Höhe von drei Milliarden US-Dollar von vor einem Jahr einbeziehen. Seitdem sind die Marktanteile des Lieferdienstes jedoch stark gesunken. Zuletzt war der Marktanteil nach Angaben des Manager Magazins seit August 2021 von über 50 Prozent auf 22 Prozent gefallen. Marktführer in Deutschland ist demnach mittlerweile der Konkurrent Flink.

Das Berliner Start-up Gorillas kündigte im Mai 2022 an, 300 Beschäftigte zu entlassen, das entspricht der Hälfte der Mitarbeiter in der Verwaltung. Laut Firmenchef Kagan Sümer will man strategische Optionen für sein Geschäft in Italien, Spanien, Dänemark und Belgien prüfen, also die Bereiche verkaufen oder fusionieren.

Der Boom ist vorbei

Gorillas hatte zuvor Gespräche mit einer Reihe von Wettbewerbern über die Aussichten für eine Fusion oder einen Verkauf seines Geschäfts geführt, berichtet Bloomberg aus seinen Quellen.

Getir wurde im Jahr 2015 gegründet und ist in vielen großen Städten der Türkei verfügbar. Zudem liefert man in London, Amsterdam, Paris, Berlin und Hamburg aus. Im März erhielt das wertvollste türkische Einhorn rund 800 Millionen US-Dollar und wurde mit 11,8 Milliarden US-Dollar bewertet.

Anfang Oktober 2021 hatte Gorillas alle streikenden Arbeiter von drei Lieferstützpunkten in Berlin fristlos entlassen. Die Geschäftsführung begründete die Entlassungen damit, dass die wiederholten Streiks nicht von einer anerkannten Gewerkschaft organisiert worden seien. Es handle sich um wilde Streiks.

Organisiert wurden die Streiks durch das Gorillas Workers Collective (GWC). Die Fahrradkuriere hatten wiederholt wegen verschmutzter Arbeitsbekleidung, überladener Rucksäcke, schlecht gewarteter E-Bikes, verspäteter Lohnzahlungen und willkürlicher Kündigungen die Arbeit niedergelegt.


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