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Lieferdienst: Delivery Hero steigt bei Gorillas ein

Der umstrittene Lieferdienst Gorillas hat in einer Finanzierungsrunde 1 Milliarde US-Dollar sammeln können – unter anderem von Delivery Hero.
/ Tobias Költzsch , dpa
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Ein Gorillas-Kurier in Berlin (Bild: Tobias Schwarz/AFP via Getty Images)
Ein Gorillas-Kurier in Berlin Bild: Tobias Schwarz/AFP via Getty Images

Der Dax-Konzern Delivery Hero ist beim Lieferdienst-Startup Gorillas eingestiegen. Für 235 Millionen US-Dollar (200 Millionen Euro) sei in einer Finanzierungsrunde ein Minderheitsanteil an dem Berliner Unternehmen erworben worden, teilte Delivery Hero(öffnet im neuen Fenster) am Morgen des 19. Oktober 2021 mit. Damit hält die Lieferplattform acht Prozent an Gorillas, wie es weiter heißt. Zuletzt hatte es bereits Medienberichte über einen bevorstehenden Einstieg gegeben.

Insgesamt konnte Gorillas laut Mitteilung von der Investorengruppe, zu der auch der chinesische Technologiekonzern Tencent gehört, eine Milliarde US-Dollar einsammeln. Die Unternehmensbewertung lag demnach vor dem frisch eingesammelten Geld (Pre-Money-Bewertung) bei 2,1 Milliarden US-Dollar.

Das Startup verspricht die Lieferung von Supermarktware binnen weniger Minuten, allerdings gilt das oft nur für ganz bestimmte Teile von Großstädten. Auch Delivery Hero hat mit seiner Marke Foodpanda ein ähnliches Angebot im Portfolio.

Gorillas steht wegen Arbeitsbedingungen in der Kritik

In den Schlagzeilen war Gorillas zuletzt vor allem wegen eines seit Monaten andauernden Streits um die Arbeitsbedingungen. Ein Zusammenschluss von Mitarbeitern, dem Gorillas Workers Collective, kritisiert unter anderem befristete Verträge, mangelnde Ausrüstung für Fahrer sowie eine schlechte Dienstplanung.

Gorillas betont stets, die Kritik ernstzunehmen und viele Punkte bereits verbessert zu haben. Dennoch hat das Unternehmen jüngst erneut streikende Kuriere entlassen. Gorillas hatte ihnen vorgeworfen, die Streiks nicht angemeldet zu haben. Der Berliner Senat hat aufgrund von Verstößen gegen das Arbeitsschutzgesetz an mehreren Standorten ein Verfahren gegen Gorillas eingeleitet.


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