Stefan Filipp radelt mit dem E-Bike jeden Tag zu seinem Arbeitsplatz bei IBM Research in Zürich, wo er an der Quantendatenverarbeitung mit supraleitenden Schaltkreisen arbeitet. Das Schlimmste für ihn wäre, wenn sich der Quantencomputer nicht realisieren ließe.
Andere bauen Quantencomputer, er kümmert sich um die Programmierung. Will Zeng vom US-Unternehmen Rigetti hat einen Befehlssatz und ein Software-Toolkit für Quantencomputer mit entwickelt. Im Gespräch mit Golem.de erklärt er, warum es ein Erfolg sein könnte, keinen Quantencomputer bauen zu können.
Er widmet sich der Grundlagenforschung, der Laser ist sein vielseitiges Instrument: Zu Thomas Walthers Fachgebiet gehören neben der Quantenoptik weitere Bereiche der Laserphysik. Bemerkenswert sind seine Vorbilder.
Sport oder Labor? In ihrer Jugend hat die Physikerin Tracy Northup mehr Sportlerinnen als Wissenschaftler bewundert. Zur Physik kam sie aus Trotz. Es hat sich gelohnt: Heute beteiligt sie sich an der Entwicklung des Computers der Zukunft.
Ein chinesischer Satellit hat verschränkte Photonenpaare an zwei 1.200 km voneinander entfernt liegende Orte übertragen. Er soll Quantenkommunikation möglich machen. Wie funktioniert so etwas?
Google, IBM, D-Wave arbeiten an Quantencomputern. Sie sollen schneller rechnen, heutige Verschlüsselung im Nu knacken und dafür ihrerseits praktisch nicht zu knackende Verschlüsselung ermöglichen. Wir haben mit Rainer Blatt, einem der führenden Experten auf dem Gebiet, darüber gesprochen.
Gelten die Effekte der Quantenmechanik nur in der atomaren Welt? Oder können auch größere Systeme Quantenverhalten zeigen? An der Antwort auf diese Fragen arbeitet Vlatko Vedral. Mit Golem.de hat er über Clint Eastwood, Nachruhm und Schrödingers Katze gesprochen.
Die mathematischen Formeln versteht er, bei der Quantenphysik selbst ist sich Eike Kiltz nicht so sicher. Der Mathematiker von der Ruhr-Universität in Bochum ist Experte für Verschlüsselung und steht als solcher Quantencomputern ambivalent gegenüber.
Er mag seine Privatsphäre und hält deshalb wenig von Geräten, die ihn ausspionieren, aber umso mehr von sicherer Kommunikation: Norbert Lütkenhaus ist Experte für Quantenschlüsselaustausch, ein Verfahren der Quantenkryptographie. Seine Arbeit bereite manchen Leuten Kopfzerbrechen, sagt er. Und das scheint ihm zu gefallen.
Nicolas Brunner ist Physiker und arbeitet an Forschungsthemen wie der Quantenthermodynamik, die sich unter anderem mit Nanomaschinen beschäftigt. In der großen Welt hält er das Fahrrad für die größte Erfindung und genießt es, ab und zu offline zu sein, wie er im Gespräch mit Golem.de erzählt.
Als Kind bewunderte er Jean-Luc Picard für seine wissenschaftliche Herangehensweise an Probleme, heute arbeitet Christian Seidel selbst an Zukunftstechnologien: Er erforscht Anwendungsmöglichkeiten für Quantencomputer.
Wenn morgen jemand die Quantenphysik widerlegt, wäre Ronald de Wolf wohl arbeitslos. Der Informatiker und Philosoph arbeitet an der Entwicklung von Quantenalgorithmen. Mit Golem.de hat er über die "fremde und seltsame Welt der Quantenmechanik" gesprochen.
Bei der Untersuchung alternativer Theorien zur Quantenmechanik konnten Forscher eine alternative Theorie in einem Experiment widerlegen. Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen.
Das Rechnen mit Quantenzuständen sollte zuerst ein Problem der Physiker lösen: die seltsame Welt der Quanten zu simulieren. Und vielleicht ist es auch nur dafür sinnvoll.
Große Entdeckung oder nur statistische Schwankungen? Forscher am Teilchenbeschleuniger LHC haben beim Zerfall von Teilchen Abweichungen vom Standardmodell gefunden. Ob es sich dabei um eine wichtige Entdeckung handelt, ist aber noch nicht sicher.
Wer schnell berechnen kann, wie sich die Welt im Innersten verhält, öffnet das Tor für Technologien von morgen. Wie geht das? Neu erfundene Zahlen könnten den Weg weisen.
/23Kommentare/Ein Bericht von Andreas Loos (Zeit Online)
Cebit 2017 Zusammen mit Volkswagen will D-Wave die Rechentechnik revolutionieren und präsentiert dazu stolz eine Quanten-Rechenmaschine auf der Technikmesse in Hannover. Ob die Technik etwas taugt, muss sie aber noch unter Beweis stellen.
/10Kommentare/Ein Bericht von Frank Wunderlich-Pfeiffer
Forscher haben einen praktisch realisierbaren Bauplan für einen universellen Quantencomputer ausgearbeitet. Er soll so groß wie ein Fußballfeld werden und 1.024-Bit-Verschlüsselungen innerhalb von zwei Wochen knacken können.
Mal eben nicht aufgepasst, Radioblitz verpasst. Solche Signale aus dem All sind zwar hell, aber nur sehr kurz. Forscher wollen nun einen Ursprungsort gefunden haben.
Der Nobelpreis in Physik ist für die Entdeckung von Phasenübergängen in topologischen Materialien vergeben worden. Wir versuchen eine Erklärung - ohne Kaffeetassen und Brezeln.
Experimente an einem ungarischen Teilchenbeschleuniger liefern deutliche Hinweise auf ein neues Teilchen, das nicht vom Standardmodell der Teilchenphysik vorhergesagt wird. Seine Existenz könnte auf eine fünfte Fundamentalkraft hinweisen. Weitere Untersuchungen folgen noch.
Es kann losgehen mit dem Messen der Gravitationswellen im Weltall: Die Technik funktioniert besser als gedacht, wie die Testmission ergeben hat. Allerdings ist dennoch Geduld gefragt.
Forscher am Cern arbeiten an einem Cosmic-Pi genannten Aufsatz für den Raspberry Pi, mit dem kosmische Strahlung gemessen werden kann. Nutzer weltweit sollen so ein riesiges Teleskop zur Strahlungsmessung aufspannen.
Update Was Albert Einstein vor 100 Jahren theoretisch vorhersagte, wollen Forscher nun experimentell nachgewiesen haben. Ein Spezialobservatorium fing die Signatur zweier verschmelzender schwarzer Löcher auf. Eine physikalische Sensation.
Jetzt aber wirklich. Gravitationswellen, Einsteins große These, bewiesen! Sie glauben's nicht? Zugegeben, die letzten Male endete diese Meldung in einer Enttäuschung.
Heute ist Nobeltag: In Stockholm und Oslo werden die Nobelpreise verliehen. Der Preis für Physik wurde für die Entdeckung vergeben, dass Neutrinos eine Masse haben.
Einer Neudefinition des Kilogramms mit Hilfe von physikalischen Konstanten scheint nichts mehr entgegenzustehen. Das mehr als 120 Jahre alte Urkilogramm könnte damit abgeschafft werden.
Internetnutzer suchen Elementarteilchen: Die Forscher des LHC-Experiments Atlas rufen die Netzgemeinde auf, bei der Suche nach dem Higgs-Boson auf der Plattform Higgs Hunters mitzuhelfen. Die Forscher hoffen auf einen Durchbruch - das Ergebnis könnte aber auch ganz anders ausfallen.
Entweder auf der Grafikeinheit oder auf den Prozessorkernen: Künftig kann die Playstation 4 Physik-Berechnungen viel flotter erledigen. Für PC-Spieler mit älteren Rechnern könnte dies ein Vorteil sein.
Wer immer schon wissen wollte, wie Kollisionen im Teilchenbeschleuniger LHC ablaufen, kann das jetzt nachlesen: Das europäische Kernforschungszentrum Cern stellt die Originaldaten im Internet zur Verfügung.
Wie Licht verdreht wird: Wiener Forscher schaffen bei der Informationsübertragung per Licht einen zusätzlichen Kanal, indem sie den Wellen räumliche Muster einprägen. Das könnte es Geheimdiensten erschweren, mitzuhören.
Der E-Cat des italienischen Physikers Andrea Rossi soll durch Kernumwandlung bei niedrigen Temperaturen Energie erzeugen. Jetzt hat das Gerät zwar eine zweifelhafte Bestätigung durch renommierte Wissenschaftler erfahren. Trotzdem ist die "kalte Fusion" nur ein Zaubertrick.
Ihre Entwicklung sei revolutionär, weil sie die energiesparende Beleuchtung für das neue Jahrhundert ermöglicht hat: Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften hat den Entwicklern der blauen Leuchtdiode den Physiknobelpreis 2014 zuerkannt.
Quantenrechner sind wie edle Rennpferde: enorm schnell, aber gleichzeitig sehr empfindlich. Forscher versuchen deshalb, ihnen ein Gerüst zu verpassen, das sie robuster macht.
In der Science-Fiction gehen Zeitreisen meistens schief, weil Ereignisse in der Vergangenheit die Zukunft zum Schaden des Helden beeinflussen. Das muss nicht sein - gleich zwei Theorien haben eine plausible Erklärung.
Unsere dreidimensionale Welt könnte eine Illusion sein. Wissenschaftler in den USA wollen mit einem neuen Messgerät, dem Holometer, herausfinden, ob unsere Welt ganz anders aufgebaut ist, als wir sie wahrnehmen.
Die wissenschaftliche Sensation war möglicherweise ein Irrtum: Forscher räumen ein, dass kosmischer Staub und nicht der Urknall Ursache für das von ihnen gefundene Muster in der kosmischen Hintergrundstrahlung gewesen sein könnte. Daten eines europäischen Weltraumteleskops sollen Klärung bringen.
Sieben Jahre lang haben die Entwickler des D-Wave mit Forschern darüber gestritten, ob sie einen Quantencomputer geschaffen haben. Ein neues Experiment stärkt die Kritiker.
Wenn ein U-Boot taucht, hat es kein GPS mehr und kann seine Position nur ungenau bestimmen. Die Forschungsagentur des britischen Verteidigungsministeriums entwickelt ein Navigationssystem, das genauer ist.
Forschern in Darmstadt ist es gelungen, einige Atome des Elements 117 künstlich herzustellen. Sie bestätigen die Ergebnisse eines Teams russischer und amerikanischer Wissenschaftler. Das ist für eine offizielle Anerkennung eines neuen Elements nötig.
Der britische Physiker Stuart Parkin erhält den mit einer Million Euro dotierten "Millennium Technology Prize". Er entwickelte die ersten Festplatten, die auf dem GMR-Effekt basieren. Dessen Entdecker waren zuvor mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden.
Im Bruchteil seiner ersten Sekunde soll sich das Universum gigantisch ausgedehnt haben. Kosmische Inflation nennt sich der Vorgang, für den es bislang keinen Beweis gibt. Forscher haben jetzt aber einen Hinweis darauf entdeckt.