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Higgs Hunters: Alle sollen bei der Suche nach Higgs helfen

Internetnutzer suchen Elementarteilchen: Die Forscher des LHC -Experiments Atlas rufen die Netzgemeinde auf, bei der Suche nach dem Higgs-Boson auf der Plattform Higgs Hunters mitzuhelfen. Die Forscher hoffen auf einen Durchbruch – das Ergebnis könnte aber auch ganz anders ausfallen.
/ Werner Pluta
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Teilchenkollision im Atlas-Experiment: Der Mensch erkennt Spuren, die dem Computer entgehen. (Bild: Atlas/Cern)
Teilchenkollision im Atlas-Experiment: Der Mensch erkennt Spuren, die dem Computer entgehen. Bild: Atlas/Cern

An der weiteren Suche nach Higgs wollen Teilchenphysiker Freizeitwissenschaftler beteiligen. Diese sollen in den Daten des Teilchenbeschleunigers Large Hadron Collider (LHC) nach bisher unentdeckten Zerfallsprodukten des Higgs-Bosons suchen.

Higgs Hunters(öffnet im neuen Fenster) heißt das Projekt für Bürgerwissenschaftler. Initiatoren sind die Forscher der Atlas-Kollaboration. Atlas – die Abkürzung für A Toroidal LHC Apparatus(öffnet im neuen Fenster) – ist eines der beiden Experimente am LHC, die 2012 mutmaßlich das Higgs Boson gefunden haben.

Spurensuche in Kollisionsbildern

Die Atlas-Forscher stellen auf der Plattform Darstellungen von Kollisionen bereit. Die Bilder zeigen, wie die Teilchen nach dem Zusammenprall durch den Detektor fliegen. Die Nutzer sollen die Bilder nach Spuren bisher nicht beobachteter Partikel durchsuchen. Diese Spuren seien für einen Computer nur schwer zu erkennen, für das menschliche Auge aber schon, sagen die Forscher.

"Algorithmen zu entwickeln, die die Partikel finden, ist schwierig" , sagt Andy Haas(öffnet im neuen Fenster) von der Universität von New York und Mitglied der Atlas Kollaboration. "Deshalb sind wir gespannt, um wie viel besser wir sein können, wenn die Internetnutzer uns bei der Suche helfen."

Cern veröffentlicht LHC-Daten

Möglich ist das Projekt unter Beteiligung der Öffentlichkeit, weil das Cern vor wenigen Tagen begonnen hat, die Originaldaten der LHC-Experimente zu veröffentlichen . Die Daten werden unter einer Creative-Commons-Lizenz auf dem Open-Data-Portal des Cern(öffnet im neuen Fenster) bereitgestellt.

Higgs Hunters ist in Zusammenarbeit mit Zooniverse entstanden. Das ist ein Portal für Bürgerwissenschaftsprojekte. Darunter ist etwa das Projekt Disk Detective(öffnet im neuen Fenster) der Nasa: Die US-Raumfahrtbehörde ruft Internetnutzer dazu auf, die Daten von Weltraumteleskopen nach jungen Exoplaneten zu durchsuchen.

Unbekanntes Teilchen könnte Standardmodell erweitern

Sei die Suche nach einem bisher unbekannten Partikel erfolgreich, bedeute das einen wichtigen Schritt für die Teilchenphysik, sagen die Forscher. Ein neues Teilchen läge nämlich außerhalb des Standardmodells.

Allerdings könnte das Ergebnis auch unerwünscht sein: "Sie suchen nach Beweisen für den Tod des Higgs-Bosons" , warnt das Fachmagazin Science(öffnet im neuen Fenster) . Kürzlich hatten Forscher darauf hingewiesen, dass das mutmaßliche Higgs-Boson ein anderes Teilchen sein könnte .


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