Abo
  • Services:

Navigation: Britische U-Boote sollen Quantennavigation bekommen

Wenn ein U-Boot taucht, hat es kein GPS mehr und kann seine Position nur ungenau bestimmen. Die Forschungsagentur des britischen Verteidigungsministeriums entwickelt ein Navigationssystem, das genauer ist.

Artikel veröffentlicht am ,
Britisches Atom-U-Boot HMS Victorious (Symbolbild): Bewegungen unter Wasser erfassen
Britisches Atom-U-Boot HMS Victorious (Symbolbild): Bewegungen unter Wasser erfassen (Bild: Andy Buchanan/AFP/Getty Images)

Das britische Militär entwickelt ein neuartiges Navigationssystem, das viel genauer sein soll als das heutige Satellitennavigationssystem Global Positioning System (GPS). In zwei Jahren soll das System erstmals auf einem U-Boot eingesetzt werden. Entwickelt wird es von der Defence Science and Technology Laboratory (DSTL), der Forschungsagentur des britischen Verteidigungsministeriums.

Stellenmarkt
  1. MSA Technologies and Enterprise Services GmbH, Berlin
  2. über Kienbaum Consultants International GmbH, Südwestdeutschland

Die U-Boote sollen mit Quantenbeschleunigungsmessern ausgestattet werden, die die Bewegungen des Bootes unter Wasser erfassen. Daraus soll dann die Position des U-Bootes errechnet werden, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin New Scientist. Unter Wasser steht GPS nicht zur Verfügung.

Atome in der Laserfalle

Das Team um Neil Stansfield fängt in einer Vakuumkammer mit einem Laser Rubidium-Atome ein. Diese werden dadurch bis auf fast auf den absoluten Nullpunkt gekühlt - für die Entdeckung dieses Effekts erhielten Steven Chu, Claude Cohen-Tannoudji und William Daniel Phillips 1997 den Nobelpreis in Physik.

Die so gekühlten Atome nehmen einen Quantenzustand an, der leicht durch eine Kraft von außen gestört werden kann. Ein zweiter Laser beobachtet die Atomwolke und zeichnet Störungen auf. Daraus können die Kräfte errechnet werden, die auf das Schiff einwirken.

Meter statt Kilometer

Auch heute nutzen U-Boote, wenn sie tauchen, schon Beschleunigungsmesser, die jede Bewegung des Bootes registrieren, bis es wieder auftaucht. Besonders genau sei das jedoch nicht, sagte Stansfield dem New Scientist: Wenn ein U-Boot einen Tag ohne GPS sei, liege die Abweichung beim Auftauchen im Bereich von einem Kilometer. "Ein Quantenbeschleunigungsmesser wird das auf einen Meter reduzieren."

Das DSTL-Team baut derzeit an einem Prototyp des Systems. Der soll 2015 fertig sein und zunächst an Land getestet werden. Er kann allerdings nur Störungen in einer Achse erfassen. Damit das System alle drei Achsen erfassen kann, sind weitere Laser und mehr Atome nötig.

Überdimensionierter Schuhkarton

Der Prototyp wird auch noch recht groß sein - der New Scientist vergleicht ihn mit einer einen Meter großen Schuhschachtel. Wenn das System funktioniere und sie es verstanden hätten, wollten sie sich daran machen, es zu miniaturisieren, sagt Stansfield. Anwendungsmöglichkeiten gibt es genug: vom U-Boot über das Auto, vielleicht sogar das Smartphone, bis hin zu Lenksystemen für Raketen.

Die DSTL-Wissenschaftler sind nicht die einzigen, die an einem Quantennavigationssystem arbeiten: Forscher in Australien, China und den USA entwickeln ebenfalls solche Systeme.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 189€ (Vergleichspreis je nach Farbe ab 235€)
  2. für 849€ (Einzelpreis der Grafikkarte im Vergleich teurer als das Bundle)
  3. 93,85€ (Bestpreis!)
  4. (u. a. Madden NFL 18 und Mass Effect: Andromeda PS4/XBO für je 15€, Gran Turismo Sport für...

GodsBoss 22. Mai 2014

"Einfach so" brechen solche zusammengewachsenen Strukturen ganz sicher nicht zusammen...

Stefan Ess 19. Mai 2014

Nur wenige Stähle sind ferromagnetisch.. das sollte kein Argument sein.

Wissard 16. Mai 2014

ist schon etwas reißerisch. Man könnte genausogut GPS als Quantennavigation...

Wissard 16. Mai 2014

Atomgyroskope können bei gleicher Genauigkeit wesentlich kleiner gebaut werden.

narea 15. Mai 2014

Auf Periskoptiefe fahren und GPS schauen. Ist jetzt nicht so schwer.


Folgen Sie uns
       


Parrot Anafi angesehen

Angucken ja, fliegen nein: Wir waren bei der Vorstellung der neuen Drohne von Parrot dabei.

Parrot Anafi angesehen Video aufrufen
Deutsche Siri auf dem Homepod im Test: Amazon und Google können sich entspannt zurücklehnen
Deutsche Siri auf dem Homepod im Test
Amazon und Google können sich entspannt zurücklehnen

In diesem Monat kommt der dritte digitale Assistent auf einem smarten Lautsprecher nach Deutschland: Siri. Wir haben uns angehört, was die deutsche Version auf dem Homepod leistet.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Patentantrag von Apple Neues Verfahren könnte Siri schlauer machen
  2. Siri vs. Google Assistant Apple schnappt sich Googles KI-Chefentwickler
  3. Digitaler Assistent Apple will Siri verbessern

Anthem angespielt: Action in fremder Welt und Abkühlung im Wasserfall
Anthem angespielt
Action in fremder Welt und Abkühlung im Wasserfall

E3 2018 Eine interessante Welt, schicke Grafik und ein erstaunlich gutes Fluggefühl: Golem.de hat das Actionrollenspiel Anthem von Bioware ausprobiert.

  1. Dying Light 2 Stadtentwicklung mit Schwung
  2. E3 2018 Eindrücke, Analysen und Zuschauerfragen
  3. Control Remedy Entertainment mit übersinnlichen Räumen

K-Byte: Byton fährt ein irres Tempo
K-Byte
Byton fährt ein irres Tempo

Das Startup Byton zeigt zur Eröffnung der Elektronikmesse CES Asia in Shanghai das Modell K-Byte. Die elektrische Limousine basiert auf der Plattform des SUV, der vor fünf Monaten auf der CES in Las Vegas vorgestellt wurde. Unter deutscher Führung nimmt der Elektroautohersteller in China mächtig Fahrt auf.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. KYMCO Elektroroller mit Tauschakku-Infrastruktur
  2. Elektromobilität Niu stellt zwei neue Elektromotorroller vor
  3. 22Motor Flow Elektroroller soll vor Schlaglöchern warnen

    •  /