Ereignishorizont: Stephen Hawking postuliert ein Ende der schwarzen Löcher

Schwarze Löcher haben möglicherweise keinen Ereignishorizont(öffnet im neuen Fenster) , die Grenze, durch die nichts mehr aus einem schwarzen Loch herauskommt. Diese Theorie entwickelt der britische Physiker in einem neuen Aufsatz: Information Preservation and Weather Forecasting for Black Holes(öffnet im neuen Fenster) (Bewahrung von Informationen und Wettervorhersage für schwarze Löcher).
Schwarze Löcher bedeuten einen Widerspruch zwischen der allgemeinen Relativitätstheorie und der Quantenmechanik, sagte der Physiker der britischen Fachzeitschrift Nature(öffnet im neuen Fenster) : "In der klassischen Theorie gibt es kein Entkommen aus einem schwarzen Loch. Aber die Quantentheorie ermögliche Energie und Informationen das Entkommen."
Scheinhorizont
Hawking postuliert stattdessen einen Scheinhorizont, der Materie zwar anzieht, sie aber auch wieder loslässt, allerdings in sehr verstümmelter Form. Der Versuch, vorherzusagen, wie die Materie, die aus einem schwarzen Loch herauskomme, aussehe, sei wie eine Wettervorhersage: In der Theorie sei es möglich. In der Praxis sei eine genaue Vorhersage jedoch zu schwierig.
Indem Hawking den Ereignishorizont durch den Scheinhorizont ersetzt, schafft er die schwarzen Löcher, wie wir sie kennen, ganz ab: "Das Fehlen des Ereignishorizonts bedeutet, dass es keine schwarzen Löcher gibt – im Sinne eines Systems, aus dem Licht nicht in die Unendlichkeit entkommen kann" , schreibt Hawking.
Paradoxon lösen
Der Aufsatz basiert auf einem Vortrag(öffnet im neuen Fenster) , den Hawking im August 2013 per Skype auf einer Konferenz am Kavli-Institut für Theoretische Physik in Santa Barbara im US-Bundesstaat Kalifornien gehalten hat. Er ist der Versuch, das Informationsparadoxon(öffnet im neuen Fenster) zu lösen, das Joseph Polchinski von Kavli-Institut 2012 entdeckt hat.
Der Aufsatz wurde als Preprint auf dem Dokumentenserver Arxiv veröffentlicht. Er ist jedoch noch keinem Peer Review unterzogen, also noch nicht von anderen Forschern bewertet worden.



