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LHC: Cern-Forscher entdecken neue Materie-Asymmetrie

Forscher haben ein weiteres Elementarteilchen entdeckt, das sich beim Zerfall anders verhält als sein Antiteilchen. B-Mesonen mit Strangeness sind erst das vierte Teilchen, bei dem ein solches Verhalten nachgewiesen wurde.
/ Werner Pluta
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Simuliertes Ereignis im LHCb: Abweichung nicht groß genug (Bild: Cern)
Simuliertes Ereignis im LHCb: Abweichung nicht groß genug Bild: Cern

Eigentlich hätte nach dem Urknall Materie und Antimaterie in gleicher Menge entstehen müssen. Doch wir leben in einem Universum aus Materie. Die Natur zieht offensichtlich Materie der Antimaterie vor. Cern-Forscher haben einen weiteren Hinweis auf diese Asymmetrie gefunden.

Die Forscher des Experiments Large Hadron Collider beauty(öffnet im neuen Fenster) (LHCb) haben eine Asymmetrie beim Zerfall von einem weiteren Elementarteilchen festgestellt. B-Mesonen mit Strangeness(öffnet im neuen Fenster) verhalten sich beim Zerfall anders als ihr Antimaterie-Pendant.

Präferenz von Materie gegenüber Antimaterie

Sie hätten "eine Präferenz von Materie gegenüber Antimaterie beobachtet" , erklären die Cern-Forscher. CP-Verletzung(öffnet im neuen Fenster) (C steht Charge, Ladung, oder Charge Conjugation. Ladungskonjugation, P für Parity, Parität) heißt die Verletzung der Annahme, dass sich Materie und Antimaterie gleich verhalten sollten.

LHCb entdeckt neue CP-Verletzung
LHCb entdeckt neue CP-Verletzung (02:45)

Hinweise auf diese Asymmetrie hätten sie schon 2011 entdeckt, sagt die britische Physikerin Tara Shears der britischen Ausgabe des Technologiemagazin Wired(öffnet im neuen Fenster) . Bis dato hätten aber nicht genug Daten vorgelegen, um sicher zu sein. Durch die Auswertung weiterer Daten liege die statistische Signifikanz dieser Resultate bei 5 Sigma. Ein Ergebnis von 5 Sigma gilt als Entdeckung.

Viertes Elementarteilchen

Es sei die erste Beobachtung einer CP-Verletzung bei diesen B-Mesonen, schreiben die LHCb-Forscher in einem Aufsatz, der als Preprint auf dem Dokumentenserver Arxiv abrufbar(öffnet im neuen Fenster) ist. Die B-Mesonen mit Strangeness sind die vierten Elementarteilchen, bei denen ein solches Verhalten nachgewiesen worden ist.

Die Erforschung von CP-Verletzungen soll Aufschluss geben über das Rätsel, weshalb es nicht mehr Antimaterie im Universum gibt. Die Abweichung, die sie festgestellt hätten, sei jedoch nicht groß genug, um das zu erklären, sagt LHCb-Sprecher Pierluigi Campana.


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