Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/tesla-motors-wechselakku-an-der-robotertankstelle-1306-99967.html    Veröffentlicht: 23.06.2013 12:06    Kurz-URL: https://glm.io/99967

Tesla Motors

Wechselakku an der Robotertankstelle

Tesla Motors wechselt den Akku des viersitzigen Tesla S in 90 Sekunden aus. Firmengründer Elon Musk verglich den Vorgang mit dem Auftanken eines herkömmlichen Mittelklassefahrzeugs mit Benzin. Dabei schnitt das Elektroauto deutlich besser ab.

Ein Akzeptanzproblem bei Elektroautos sind deren vergleichsweise geringe Reichweite und die lange Ladedauer der Akkus, die Tankstopps für die Dauer eines mehrgängigen Menüs erfordern - allerdings alle paar hundert Kilometer. Dagegen hat Tesla Motors mehrere Rezepte. Das aktuelle ist ein Schnellwechselsystem für die großen Akkus des Tesla Model S. Die Luxuslimousine ist von vornherein so konstruiert worden, dass sich ihr Stromspeicher von unten schnell entnehmen lässt. Teslas Firmengründer Elon Musk hat nun demonstriert, wie dieser Austausch automatisiert wie ein Tankvorgang in einer Art Robotertankstelle läuft. Der Fahrer kann derweil im Wagen sitzen bleiben. Tesla bietet auch spezielle Schnellladestationen in den USA an, die innerhalb von 20 Minuten den Akku des Tesla S zu 50 Prozent füllen können.

Der Akkuwechsel soll rund 60 bis 70 US-Dollar kosten - und erst einmal nur an einer Station zwischen Los Angeles und San Francisco möglich sein. Eine Station soll etwa mit 50 vollgeladenen Akkus bestückt werden. Seinen eigenen Akku kann der Fahrer auf der Rückfahrt wieder einbauen lassen. Alternativ schickt sie Tesla zum Eigentümer zurück. Damit wird verhindert, dass das Tauschsystem dazu führt, dass die Besitzer auf einmal mit älteren oder schlechter gepflegten Akkus herumfahren.

Das Model S wird in den USA mit einem 60- und einem 85-kWh-Akku angeboten. Das Fahrzeug kommt damit 370 beziehungsweise 480 km weit, gibt Tesla Motors an. Das Einsteigermodell kostet 71.840 Euro, während die Variante mit größerem Akku für 82.190 Euro angeboten wird.

Die Idee, die langen Ladezeiten durch einen schnellen Akkutausch für den Kunden uninteressant zu machen, ist nicht neu. Das mittlerweile gescheiterte Projekt Better Place aus Israel hatte ebenfalls auf ein System von Ladestationen und vollautomatischen Akkuwechselstationen gesetzt. Ende Mai 2013 musste das Unternehmen seine Liquidierung ankündigen.  (ad)


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