Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/kde-sc-4-11-experimentelles-wayland-backend-in-kwin-1306-99767.html    Veröffentlicht: 12.06.2013 11:45    Kurz-URL: https://glm.io/99767

KDE SC 4.11

Experimentelles Wayland-Backend in KWin

In der für diese Woche geplanten ersten Beta von KDE SC 4.11 soll der Window Manager KWin ein experimentelles Backend für den neuen Displayserver Wayland erhalten.

KDE SC 4.11 Beta 1 wird auf dem Displayserver Wayland laufen. Dazu hat der Entwickler Martin Gräßlin KWin mit einem Wayland-Backend ausgestattet, das mit dem neuen Displayserver funktioniert und damit auf den Einsatz von X verzichten kann. KWin rendere auf eine Wayland-Oberfläche, schreibt Gräßlin. Er bezeichnet die Umsetzung allerdings noch als weitgehend experimentell.

Technisch gesehen sei KWin damit noch kein vollständiger Wayland-Compositor. In dieser Version lassen sich noch keine Wayland-Clients verwalten. Stattdessen nutzt KWin Waylands Referenz-Compositor Weston als Rendering-Ziel. In der aktuellen Version lässt sich weder die Bildschirmauflösung verändern noch lassen sich zusätzliche Bildschirme nutzen.

Anleitung beigelegt

Gräßlin liefert auch gleich eine Anleitung zur Nutzung von KDE und Wayland. Zunächst muss in den KWin-Optionen "Tearing Prevention (Vsync)" in "Full scene repaints" geändert werden, die unter X nicht notwendig sind und sonst zu viel Leistung benötigen. Die Option ist deshalb notwendig, weil KWin noch keine entsprechenden Puffer für Wayland hat.

Gräßlin empfiehlt, zunächst eine Kopie des Standardskripts "startkde" unter dem Namen "startkde-wayland" abzulegen und dort die für den Start von Wayland benötigten Umgebungsvariablen einzutragen.

Skript ruft Skript

In einem weiteren Skript, etwa mit dem Namen "kwayland", muss zunächst der Wayland-Compositor Weston per Befehlszeile gestartet werden. In der nächsten Zeile muss die Bildschirmauflösung über Xvfb festgelegt werden. Anschließend ruft eine letzte Zeile das zuvor erstellte Skript "startkde-wayland" auf.

Um Wayland samt KDE SC zu starten, muss zunächst der Xserver in einer Konsole deaktiviert werden. Dann wird das Skript "kwayland" gestartet. Lädt alles wie gewünscht, startet zunächst Weston und anschließend KWin und der KDE-SC-Desktop.  (jt)


Verwandte Artikel:
KWin: KDE beendet Funktionsentwicklung für X11   
(22.01.2018, https://glm.io/132300 )
Wayland: KWin läuft in Weston-Compositor   
(17.05.2013, https://glm.io/99325 )
Slimbook 2: KDE aktualisiert Community-Laptop   
(12.02.2018, https://glm.io/132722 )
Google: Chromebooks bekommen "Linux-VMs" und "Terminal"   
(27.02.2018, https://glm.io/133030 )
KDE Plasma Workspaces: 4.11 wird letzte Version vor Qt5-Wechsel   
(23.05.2013, https://glm.io/99395 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/