Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/thief-angespielt-garrett-und-das-herz-des-loewen-1306-99760.html    Veröffentlicht: 12.06.2013 07:45    Kurz-URL: https://glm.io/99760

Thief angespielt

Garrett und das Herz des Löwen

Auf der Spielemesse E3 ist Golem.de mit Meisterdieb Garrett in ein fürstliches Anwesen eingestiegen - und widerstand tapfer dem Griff zu wertvoller Next-Gen-Konsolenbeute.

Beim Anspielen von Thief wären die Redakteure von Golem.de am liebsten tatsächlich zu Dieben geworden: Das Actionspiel lief in einem Hinterzimmer von Square Enix auf einer Playstation 4 mit neuem Dualshock-4-Controller. Mit ein oder zwei entschlossenen Griffen und einem schnellen Spurt hätten wir beides vielleicht ins heimische Testlabor entführen können. Stattdessen haben wir in Thief einen Einbruch in ein fürstliches Anwesen namens Nothcrest Manor simuliert, um dessen Besitzer um das Herz des Löwen zu erleichtern, einen äußerst wertvollen Diamanten.

Zuvor haben wir im Tutorial den Umgang mit Licht und Dunkelheit sowie mit unseren Waffen und der sonstigen Ausrüstung gelernt. Wie bei früheren Thief-Spielen zeigt ein Lichtmesser, ob wir im Schatten stehen und unsichtbar etwa für Wachen sind, oder ob wir uns im Licht befinden und auffallen. Eine Neuerung gibt es beim Kampfsystem: Wir können wahlweise einfach mit einem Prügel zuschlagen oder in den Fokus-Modus wechseln. Dann dürfen wir bei verlangsamtem Spieltempo den Kopf, den Bauch oder die Beine unseres Gegners anvisieren, und schon führt das Programm automatisch den Angriff aus - praktisch, aber in Thief geht es eigentlich eher darum, derartige Auseinandersetzungen zu vermeiden.

Das eigentliche, sehr schick gestaltete Level mit dem fürstlichen Anwesen zeigt das Programm detailliert in einer langen Kamerafahrt, bevor wir in der Ich-Perspektive in den dunklen Gärten stehen - leider genauso wie zahlreiche Wachen. Wie wir dann vorgehen, hängt von unseren persönlichen Vorlieben ab. Wir haben einmal alle verfügbaren Ausrüstungsgegenstände wie Wasserpfeile zum Ausschießen von Fackeln verwendet, um die Wachen abzulenken und möglichst viel im Schatten unterwegs sein zu können.

In einem alternativen Durchgang haben wir uns konsequent in unbeobachteten Momenten von Schatten zu Schatten bewegt. Dabei hilft ein besonderer Schleichsprung: Wenn wir geduckt sind, können wir mit etwas Übung und einem schnellen doppelten Tastendruck von der einen in die nächste dunkle Stelle hüpfen. Außerdem können wir uns auf Mauern und andere hochgelegene Stellen ziehen, um ungesehen voranzukommen. Das ist nicht einfach, weil die KI sehr schnell anschlägt und die Wachen sich ziemlich schlau und gezielt auf die Suche machen, sobald sie erst einmal misstrauisch geworden sind.

Garrett kann auch kämpfen

Wer mag, kann auch aggressiv antreten und die Wachen mit Pfeil und Bogen unter Beschuss nehmen oder mit einem Feuerpfeil die sporadisch vorhandenen Öllachen unter ihren Füßen anzünden. Auf dem Weg zum Herz des Löwen müssen wir außerdem mittelalterlich wirkende Alarmanlagen mit Drehscheiben und Zugsystemen analysieren und dann ausschalten und Ölbilder nach versteckten Extras absuchen.

Sobald wir den Diamanten in Händen halten, bricht die Hölle los: Plötzlich steht unsere Umgebung in Flammen und fängt an, einzustürzen. Was dann folgt, ist eine dramatisch inszenierte Hochgeschwindigkeitsflucht aus dem Anwesen, in deren Verlauf wir über Brücken und Mauern wieder ins Freie gelangen - alles in letzter Sekunde, versteht sich. Eine solche Flucht soll laut den Entwicklern von Eidos Montreal ab und zu, aber nicht immer zum Ende der Missionen nötig sein.

Wer Thief, das Anfang 2014 auf den Markt kommen soll, auf geklauter Hardware spielen möchte, muss sich bei seinem Beutezug übrigens eine Xbox One, eine Playstation 4 oder einen Windows-PC unter den Arm klemmen.

Nachtrag vom 21. Juni 2013, 10:25 Uhr

Kurz nach der E3 hat Square Enix bekanntgegeben, dass Thief auch für die Xbox 360 und die Playstation 3 auf den Markt kommt.  (ps)


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