Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/wildstar-angespielt-der-vielleicht-letzte-grossangriff-auf-world-of-warcraft-1305-99458.html    Veröffentlicht: 28.05.2013 14:04    Kurz-URL: https://glm.io/99458

Wildstar angespielt

Der (vielleicht) letzte Großangriff auf World of Warcraft

Rund 200 Entwickler arbeiten im Auftrag von NC Soft an Wildstar. Das MMORPG erinnert in vielen Punkten an World of Warcraft, enthält aber mit Details wie vier unterschiedlichen Questpfaden auch eigene Ideen - und orientiert sich beim Geschäftsmodell vermutlich an Guild Wars 2.

Es gibt noch nicht einmal einen Wikipedia-Eintrag über die Carbine Studios, dabei arbeitet das gut 200-köpfige Team schon seit Jahren an Wildstar. Das MMORPG erinnert zumindest auf den ersten Blick an World of Warcraft. Jedenfalls fanden wir uns beim Probespielen gleich in der Fantasywelt zurecht, außerdem ist die Grafik ähnlich farbenfroh wie bei dem Blizzard-Klassiker.

Obwohl es sich bei Wildstar um ein ambitioniertes Großprojekt handelt, fängt Publisher NC Soft erst jetzt an, das Programm außerhalb eines eingeschworenen Fankreises zu promoten. Das dürfte daran liegen, dass bei der Firma bislang Guild Wars 2 im Vordergrund stand, mit dem Wildstar wahrscheinlich das Geschäftsmodell gemein hat. Das bedeutet: Vermutlich müssen Spieler das Programm einmal kaufen und dürfen dann ohne Abo kostenlos spielen. Offiziell haben sich die Macher dazu aber nicht geäußert. Free-to-Play wird so gut wie sicher keine große Rolle spielen: In der spielbaren Version waren keinerlei Hinweise auf Itemshops und Micropayment zu entdecken. Wildstar befindet sich derzeit in der geschlossenen Friends-and-Family-Betaphase, mit einer offenen Beta und der Veröffentlichung ist noch 2013 zu rechnen.

In Wildstar kann der Spieler mit einem von sechs Völkern antreten. Es gibt Menschen, aber auch eine Roboter-Rasse namens Mechari, deren Schöpfer ihren Maschinenwesen ein geheimes Ziel einprogrammiert haben - welches, wissen diese allerdings nicht. Außerdem gibt es süße kleine Waldgeister, die Aurin, sowie dicke Steingolems vom Stamm der Granok. Dazu kommen vier Klassen: Krieger, Zauberer namens Spellslinger, Diebe namens Stalker und Esper sowie Spezialisten für übernatürliche Effekte, etwa herbeibeschworene Superwaffen.

Wesentlich interessanter finden wir eine andere Wahl, die wir beim Anspielen von Wildstar in der Charaktergenerierung getroffen haben: Dort mussten wir uns für einen "Path" und damit für eine bestimmte Spielweise entscheiden. Wenn wir - etwa aus World of Warcraft - wissen, dass uns Kampfmissionen besonders liegen, wählen wir den Weg des Soldaten. Dann bekommen wir viele Quests mit epischen Schlachten und dürfen uns intensiv mit Waffenkunde und Kampfkombos beschäftigen. Wenn wir hingegen Karriere als Wissenschaftler machen, werden uns öfter Knobelaufgaben präsentiert.

Als Forscher werden Spieler besonders häufig auf Entdeckungsreisen in ferne Gebiete geschickt, Siedler beschäftigen sich mit der Kunst des Hausbaus. Die Pfade sollen nicht die sonstigen Quests ersetzen, sondern dem Spielerlebnis lediglich einen gewissen Schwerpunkt verleihen. In den regulären Missionen sollte also auch ein Krieger mal knobeln müssen, erläutern die Entwickler.

Dungeon-Raid mit Hilfe der Entwickler

Den Einstieg in die Welt von Wildstar ist einfach: Ähnlich wie in World of Warcraft landen wir nach der Charaktergenerierung in einem Startgebiet mit einfachen Aufgaben. Beispielsweise mussten wir rund um ein abgestürztes Raumschiff ein paar herumliegende Verletzte durch Anklicken retten und nebenbei Yetis töten. Das Kampfsystem erinnert auf den ersten Blick an das von fast allen anderen MMORPGs, sprich: Wir führen per Symbol Attacken aus und stärken uns mit Buffs. Allerdings können wir in Wildstar vielen feindlichen Angriffen ausweichen. Wenn ein Yeti zu einem Schlag ausholt, wird die Trefferzone auf dem Boden rot markiert und wir können mit den Pfeiltasten ausweichen. Wenn es dann noch gelingt, dem Biest in den Rücken zu fallen, richten wir zusätzlichen Schaden an.

Nach dem Besuch im Startgebiet konnten wir mit den Entwicklern noch einen Raid in einem Dungeon ausprobieren - nicht mit unserem eigenen Einsteiger-Helden, sondern mit einem per Chat hochgepowerten Haudegen. In zehn Minuten mussten wir einem Oberboss namens Storm Talon den Garaus machen, was (mit massiver Hilfe der Entwickler) dann auch tatsächlich gelang.

Erst mussten wir ein paar Zwischenbosse mitsamt heilenden Schamanen aus dem Weg räumen, dann ging es in einen mehrstufigen Endkampf. Sobald ein Teil der Lebenspunkte von Talon weggeräumt war, schwebte der an einem Energiestrahl in der Höhe und bombardierte die Umgebung auf rot leuchtenden Feldern mit Feuerzauber - sodass wir ausweichen und gleichzeitig die Träger des Energiestrahls angreifen mussten.

Wir finden das Programm auf Basis unserer rund zweistündigen Probesession interessant. Wer mit der eher bunten Welt und dem stellenweise schön abgedrehten Humor etwas anfangen kann, sollte dieses MMORPG im Auge behalten. Und vielleicht erbarmt sich ja auch jemand und schreibt einen Wikipedia-Beitrag über die Entwickler...  (ps)


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