Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/chrome-28-beta-blink-sorgt-fuer-kuerzere-ladezeiten-1305-99418.html    Veröffentlicht: 24.05.2013 08:46    Kurz-URL: https://glm.io/99418

Chrome 28 Beta

Blink sorgt für kürzere Ladezeiten

Google hat Chrome 28 in einer Betaversion veröffentlicht, erstmals mit Blink statt Webkit als Rendering-Engine. Dies soll die Ladezeit von DOM-Inhalten um 10 Prozent verkürzen. Googles Javascript-Engine wird dank einer Mozilla-Entwicklung deutlich schneller.

Chrome 28 wird die erste Version von Googles Browser, die auf Googles neuer HTML-Rendering-Engine Blink basiert. Diese unterscheidet sich bisher nur in kleinen Teilen von Webkit, schließlich ist Blink nur ein Webkit-Fork. Doch allein die in den ersten Wochen gemachten Änderungen haben schon nennenswerte Auswirkungen: So enthält Blink neuen, threadbasierten HTML-Parser. Dadurch wird Haupt-Javascript-Thread von einigen Aufgaben entlastet. Zudem steigt die Ladegeschwindigkeit dank Pipelining. Im Vergleich zum bisher verwendeten HTML-Parser sollen so DOM-Inhalte rund 10 Prozent schneller geladen werden. Zudem hält der Parser nicht mehr so oft an, was die Pausenzeiten beim Parsen um rund 40 Prozent reduziert, so Google.

Auch Googles Javascript-Engine enthält eine wesentliche Neuerung: Sie unterstützt die von Mozilla entwickelte Javascript-Erweiterung asm.js. Damit ist Chrome in einigen Javascript-Benchmarks doppelt so schnell wie bisher.

Benachrichtigungen können mehr

Zudem führt Google sogenannte "Rich Notifications" für Chrome ein. Darunter sind Benachrichtigungen mit Zusatzinhalten zu verstehen, die Web-Apps über die entsprechenden Systeme des Betriebssystems anzeigen können. Diese Nachrichten können mit Bildern und Aktionsschaltflächen ergänzt werden. Die Nachrichten können zudem mit Prioritäten versehen werden, um festzulegen, wie lange diese in der entsprechenden Nachrichtenliste erscheinen sollen.

Die Rich Notifications stehen vorerst nur unter Chrome OS und Windows zur Verfügung, sollen demnächst aber auch unter Linux und Mac OS X unterstützt werden. Chrome Packaged Apps und Chrome-Erweiterungen können Nachrichten selbst dann senden, wenn der Browser nicht läuft.

Chrome für Android bekommt neue Funktionen

Die Android-Version von Chrome 28 Beta unterstützt nun das Fullscreen-API. Damit lassen sich, wie schon seit längerem in der Desktopversion, beliebige Elemente einer Website im Vollbild darstellen. Dazu muss nur deren Methode webkitRequestFullScreen() aufgerufen werden. Später soll dies durch requestFullscreen() ohne Herstellerpräfix unterstützt werden. So lassen sich auf Android-Geräten nun Webinhalte bildschirmfüllend präsentieren.

Zudem erhält die Android-Version experimentelle Unterstützung für WebGL. Diese muss allerdings unter about:flags aktiviert werden. Gleiches gilt bereits für Web Audio und WebRTC, die in Chrome für Android ebenfalls hinter Schaltern versteckt zur Verfügung stehen.

Veraltete Funktionen

Einige Funktionen haben die Chrome-Entwickler in der neuen Browserversion als veraltet deklariert. Sie werden also nicht mehr lange unterstützt. Dazu zählt die mit Präfix versehene Variante des HTTP-Headers Content Security Policy. Künftig sollte die Standardversion von Content-Security-Policy verwendet werden.

Auch HTML-Benachrichtigungen werden nicht länger unterstützt, dafür gibt es die neuen Rich Notifications.

Neues für Entwickler

Entwickler können in CSS nun @supports nutzen, um festzustellen, ob der Browser bestimmte CSS-Angaben unterstützt. Mit der Pseudoklasse :unresolved lassen sich Custom Elements mittels CSS gestalten, die noch nicht im Browser registriert sind.

Die Chrome 28 Beta steht ab sofort für Windows, Linux, Mac OS X und Android zum Download bereit.  (ji)


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