Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/amazon-tagesstreik-angeblich-ohne-auswirkungen-auf-paketversand-1305-99274.html    Veröffentlicht: 15.05.2013 17:10    Kurz-URL: https://glm.io/99274

Amazon

Tagesstreik angeblich ohne Auswirkungen auf Paketversand

Wenn 750 Beschäftigte im Lager die Arbeit niederlegen, hat das laut Amazon Deutschland "keinerlei Auswirkungen auf den Versand an Kunden." Nach Angaben von Verdi waren allerdings 1.500 Mitarbeiter an den Protesten beteiligt.

Der eintägige Streik der Gewerkschaftler in Bad Hersfeld und Leipzig hatte angeblich keinerlei Folgen für den Versand. Das hat Unternehmenssprecherin Christine Höger Golem.de mitgeteilt. "Weniger als 750 Mitarbeiter der drei betroffenen Logistikzentren, die für die beiden heutigen Schichten eingeplant waren, sind nicht zur Arbeit erschienen - über 80 Prozent der Mitarbeiter haben regulär gearbeitet, um Kundenerwartungen zu erfüllen. Daher kam es zu keinerlei Auswirkungen auf den Versand an Kunden."

Verdi-Gewerkschaftssekretär Heiner Reimann sagte Golem.de, er schätze die Teilnehmerzahl an den Protesten in Bad Hersfeld auf rund 1.000. "Ich habe mich auch über die Teilnehmer gefreut, die in ihrer Freizeit, Urlaub und nach Schichtende mitgestreikt haben. In Leipzig waren es um die 500 Teilnehmer." Weitere, längere Streiks sollen folgen.

Höger erläuterte zur Höhe der gezahlten Gehälter bei Amazon: "Amazons Versandzentren sind Logistikunternehmen, die Kundenbestellungen ausführen. Mitarbeiter der deutschen Logistikzentren liegen mit ihrem Einkommen am oberen Ende dessen, was in der Logistikindustrie üblich ist: mindestens 9,30 Euro plus Boni im ersten Jahr, über 10 Euro im zweiten plus Unternehmensaktien nach zwei Jahren Betriebszugehörigkeit."

In allen Lagern gebe es Arbeitnehmervertretungen, entweder Betriebsräte oder Mitarbeiterausschüsse, mit denen Amazon "eng zusammenarbeitet. Daher sehen wir für Kunden und für Mitarbeiter keinen Vorteil in einem Tarifabschluss."

Die Verdi-Mitglieder wollen für alle 3.000 Beschäftigten von Amazon in Bad Hersfeld und die 2.000 Mitarbeiter in Leipzig ein tarifliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Nachtarbeitszuschläge, in der Branche übliche Sonn- und Feiertagszuschläge und eine tarifliche Bezahlung durchsetzen. In Urabstimmungen an beiden Standorten haben sich die Verdi-Mitglieder mit über 97 Prozent für Streiks ausgesprochen.  (asa)


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