Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/xcom-the-bureau-angespielt-alien-action-mit-taktischen-pausen-1305-99219.html    Veröffentlicht: 13.05.2013 16:16    Kurz-URL: https://glm.io/99219

Xcom The Bureau angespielt

Alien-Action mit taktischen Pausen

Eine gute Strategie ist in Xcom: The Bureau viel wichtiger als eine große Waffe! Golem.de hat das Action-Taktikspiel ausprobiert - und sich dabei überraschenderweise immer wieder an Baldur's Gate erinnert gefühlt.

Eigentlich sollte die Geheimorganisation Xcom gegen die Sowjets kämpfen. Aber dann hat sich in den 60er Jahren herausgestellt, dass die USA unter ihrem Präsidenten John F. Kennedy im Visier ganz anderer Feinde stehen: außerirdischer Lebewesen, die mit seltsamen Raumschiffen und Superwaffen angreifen. In Xcom: The Bureau kämpft der Spieler als Agent William Carter gegen die Aliens - und Golem.de konnte in einer Betaversion bereits eine längere Mission des Spiels ausprobieren, das derzeit bei 2K Marin (Bioshock 2) entsteht.

Auf den ersten Blick wirkt The Bureau wie ein Actionspiel: Wir sehen Agent Carter aus der Schulterperspektive und steuern ihn mit den üblichen Tasten durch die schick inszenierte 60er-Jahre-Welt. Dann merken wir allerdings, dass die wohl wichtigste Waffe des Spielers nicht die in unserer Faust, sondern der sogenannte Battlefocus ist. Das ist ein Kreismenü, das wir jederzeit per Tastendruck aufrufen können, um unseren zwei sonst computergesteuerten Begleitern gezielt Befehle erteilen zu können.

Uns hat das System nach kurzer Zeit stark an den Pausenmodus von Titeln wie Baldur's Gate erinnert - nur dass wir kein mitkämpfendes Monster haben, sondern dafür sorgen, dass unser Kollege Ingenieur eine Selbstschussanlage aufbaut, oder dass ein anderer Begleiter eine Mine zwischen die Aliens wirft. Auch heilen können wir uns und unsere Kameraden über den Battlefocus, wobei wir ähnlich wie in Rollenspielen ein paar Sekunden warten müssen, bis die Abklingphase bis zur nächsten Verwendung des Xcom-Heilsprühmittels verstrichen ist.

Übrigens bleibt die Zeit im Pausenmodus von The Bureau (anders als bei Baldur's Gate) nicht vollständig stehen, sondern läuft nur extrem verlangsamt ab - aber so langsam, dass wir das erst nach einigen Minuten im Spiel überhaupt gemerkt haben.

Der spielbare Einsatz schickt uns auf eine Rettungsmission: Wir müssen einen gewissen Nico de Silva suchen und retten, den verschollenen Anführer eines anderen Xcom-Teams. Bevor es losgeht, können wir im Hauptquartier unser Team zusammenstellen. Grundsätzlich sind wir mit zwei Begleitern aus den Klassen Ingenieur, Aufklärer, Kämpfer und Unterstützung unterwegs, mit denen wir wahlweise vorgegebene Story-Pflichteinsätze oder freiwillige Zusatzaufgaben absolvieren, um Erfahrungspunkte und Geld zu sammeln.

Sprengfallen gegen Superaliens

Die Rettungsaktion für de Silva gehört zu den vorgegebenen Missionen. Sie fängt in einer kleinen, heimeligen US-Stadt an, wir stehen zwischen schicken, aber leider brennenden Oldtimern und dem örtlichen Tante-Emma-Laden - und fragen uns erst mal, was zum Teufel überhaupt los ist. Das finden wir dann aber zwei Straßenecken weiter heraus: Eine blaue Energiekugel teleportiert glupschäugige Klischeealiens herbei, die sofort das Feuer auf uns eröffnen.

Per Battlefocus verlangsamen wir die Zeit und schicken einen der Kollegen in Deckung - wohin wir ihn bewegen können und wo er geschützt ist, zeigen intuitiv verständliche Einblendungen an. Wir selbst springen mit Carter ebenfalls hinter eine Mauer und feuern mit einer Alienkanone auf die Außerirdischen.

Ein paar derartige Gefechte weiter stoßen wir auf Zivilisten. Mit denen stimmt allerdings etwas nicht: Sie verhalten sich seltsam apathisch, außerdem rinnt ihnen schwarze Flüssigkeit aus Augen, Mund und Nase - sie sind offenbar infiziert. Wenig später finden wir dann auch de Silva, der ebenfalls angesteckt ist. Allerdings hat er den Aliens eine Falle für den bevorstehenden Endkampf des Einsatzes beschert: Sprengfallen!

Die können wir ebenfalls über den Battlefocus nacheinander so in die Luft jagen, dass es möglichst viele außerirdische Monster mit ins Jenseits befördert. Überhaupt: Obwohl wir durchaus wirksame Waffen in der Faust tragen, haben wir die meiste Zeit per Battlefocus gekämpft und die größte Wirkung mit den Spezialfähigkeiten unserer Begleiter erzielt. Sobald der Kampf gewonnen ist, folgt noch ein längeres Abschiedsgespräch, in dem wir uns per Multiple-Choice-Menü mit Nico de Silva unterhalten können.

Grafisch macht das auf der Unreal Engine basierende Xcom: The Bureau einen guten Eindruck, insbesondere dank der stilvoll-glaubwürdigen 60er-Jahre-Atmosphäre. Nettes Detail: Der riesige Metalltornister, den Agent Carter auf dem Rücken durch die Kämpfe schleppt, ist schlicht ein tragbares Telefon.

Xcom: The Bureau soll am 23. August 2013 für Windows-PC, Xbox 360 und Playstation 3 auf den Markt kommen.  (ps)


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