Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/cyborg-forscher-bauen-ohr-mit-integrierter-antenne-1305-99069.html    Veröffentlicht: 02.05.2013 18:22    Kurz-URL: https://glm.io/99069

Cyborg

Forscher bauen Ohr mit integrierter Antenne

US-Forscher haben mit einem 3D-Drucker ein menschliches Ohr aufgebaut, in dessen Innerem eine Antenne ist. Auf diese Weise könnten künftig Organe nachgebaut oder welche geschaffen werden, die Menschen neue Fähigkeiten verleihen.

Vor einigen Jahren haben Forscher erstmals ein Ohr per 3D-Druck hergestellt. Solche Projekte dienen im Normalfall eher dem Zweck, etwa eine missgestaltete Ohrmuschel zu ersetzen. Das allein gilt schon als große Herausforderung. Forscher von der US-Universität in Princeton haben nun aber ein Ohr gedruckt, das hören kann.

Die Wissenschaftler um Michael McAlpine haben das Ohr ebenfalls im 3D-Drucker aufgebaut: Das Gerät errichtete schichtweise ein Gerüst der Ohrmuschel aus einem Hydrogel, das mit Zellen von Kälbern versetzt war, die dann zu Knorpel wurden. In das Gerüst der Ohrmuschel wurden zudem Nanopartikel aus Silber integriert, die eine Antenne bilden.

Hörvermögen wiederherstellen

In der fertigen Ohrmuschel war schließlich eine spiralförmige Antenne integriert, die mit Elektroden verbunden wurde. Diese wiederum könnten mit den Nervenenden eines Trägers zusammengebracht werden, um sein Hörvermögen wiederherzustellen - oder um ihn etwas hören zu lassen, was er mit seinem natürlichen Gehör gar nicht wahrnehmen kann.

Das System sei jedoch erst ein Prototyp, sagt McAlpine. Bis diese Technik für den Einsatz am Menschen bereit sei, müsse sie noch weiter entwickelt und intensiv getestet werden. Damit das Ohr tatsächlich als Hörhilfe genutzt werden könne, müsste es auch mit anderen Sensoren, wie etwa druckempfindlichen elektronischen Sensoren, ausgestattet sein. Die in dem Prototyp der Ohrmuschel integrierte Antenne fängt keinen Schall, sondern Funkwellen auf.

Sie hätten ein Verfahren aufgezeigt, mit dem es möglich sei, biologische und elektronische Funktionen per 3D-Druck zu verschmelzen, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Nano Letters. Mit solchen Verfahren könnte Ersatz für vorhandene Organe geschaffen werden. Es könnten aber auch neue kreiert werden, die Fähigkeiten verleihen, die über die der normalen menschlichen Natur hinausgingen.  (wp)


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