Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/jailbreak-googles-datenbrille-gehackt-1304-98982.html    Veröffentlicht: 27.04.2013 12:49    Kurz-URL: https://glm.io/98982

Jailbreak

Googles Datenbrille gehackt

Wenige Tage nach der Veröffentlichung der Entwicklerversion von Google Glass hat Cydia-Gründer Jay Freeman alias Saurik die Datenbrille gehackt. Es ist ihm nach eigenen Angaben gelungen, die volle Kontrolle über das Android-Betriebssystem zu erlangen und es zu modifizieren.

Cydia-Gründer Jay Freeman (Saurik) hat Googles Datenbrille Google Glass gehackt. Ihm sei es gelungen, vollständigen Zugang zum Android-Betriebssystem der Entwicklerversion zu erlangen und es zu modifizieren, teilte er per Twitter mit.

Als er entdeckt habe, dass Android 4.0.4 auf Glass läuft, habe er sofort damit begonnen, bekannte Exploits zu nutzen, um sich Zugang zu verschaffen, sagte Freeman dem Wirtschaftsmagazin Forbes. Der vergangenes Jahr veröffentlichte Exploit des Hackers B1nary sei der Schlüssel gewesen.

"Ich habe zwei Stunden gebraucht, während ich mit Freunden zu Abend gegessen habe", sagte Freeman. Er habe sich angeschaut, wie B1narys Exploit für Android-Tablets und Telefone funktioniert, und habe das auf Glass angewendet, "was recht einfach war".

Er habe ein Betriebssystem-Backup modifiziert und wieder auf das Gerät gespielt. Durch einen Trick sei es ihm während des Updatevorgangs gelungen, der Datenbrille weiszumachen, dass die Software auf einem Emulator läuft, wie ihn Android-Entwickler auf ihren Computern nutzen. Damit habe er vollen Zugriff als Root-Nutzer gehabt, was ein von ihm veröffentlichtes Foto seines Google-Glass-Displays beweise.

Was könnte ein Nutzer mit dem Jailbreak anfangen? Das Unternehmen behält sich unter anderem vor, die Datenbrille bei Verstößen gegen die Nutzungsbedingungen dauerhaft aus der Ferne zu deaktivieren. Diese Funktion könnte zum Beispiel durch einen Jailbreak umgangen oder entfernt werden.

Mitte April hatte Google damit begonnen, erste Versionen seiner Datenbrille an Entwickler auszuliefern. Rund 2.000 Exemplare der sogenannten Explorer-Edition soll Google verschickt haben. Die Endkundenvariante soll laut Google-Aufsichtsratschef Eric Schmidt 2014 auf den Markt kommen. Ob die von Freeman angewandte Jailbreak-Methode damit funktionieren wird, ist fraglich.  (sha)


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