Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ifixit-galaxy-s4-bekommt-gute-noten-1304-98981.html    Veröffentlicht: 27.04.2013 13:37    Kurz-URL: https://glm.io/98981

iFixit

Galaxy S4 bekommt gute Noten

IFixit hat das Galaxy S4 zerlegt und überprüft, wie leicht sich Samsungs neues Smartphone reparieren lässt. Das Display ist schwer zu erreichen, sonst lassen sich fast alle Komponenten einfach austauschen. Das reicht für acht von zehn möglichen Punkten.

Die Webseite iFixit hat Samsungs neues Galaxy S4 in seine Bestandteile zerlegt. Dabei haben die iFixit-Redakteure auch überprüft, wie sich die einzelnen Komponenten im Reparaturfall austauschen lassen. Die meisten lassen sich ohne Weiteres entfernen, nur wenige sind verlötet. Die Glasabdeckung ist sowohl mit dem Rahmen als auch mit dem Display verschweißt, dafür gibt es Abzüge. Gelobt hat iFixit den einfachen Akkuwechsel. Insgesamt vergab iFixit acht von zehn möglichen Punkten.

Neun Schrauben fixieren den Zwischenrahmen aus Kunststoff mit dem Gehäuse des Smartphones. Die Kreuzschlitzschrauben können mit einem Standardschraubenzieher Phillips #0 entfernt werden. Im Zwischenrahmen sind der Power-Knopf, die Lautsprecherwippe, der Lautsprecher selbst und ein Sensor, der Beschädigungen durch Feuchtigkeit anzeigt.

Unter dem Zwischenrahmen wird zunächst die Platine mit den Kamerakomponenten sichtbar. Sie lässt sich leicht von der Hauptplatine ablösen, die wiederum mit nur einer einzigen Schraube an dem Gehäuse fixiert ist. Die SIM- und MicroSDXC-Chips sind zusammen auf einer kleinen Platine auf dem Mainboard platziert. Geht einer von den Chips kaputt, müssen beide ausgetauscht werden, monieren die iFixit-Redakteure. Außerdem ist die kleine Platine mit der Hauptplatine verklebt.

Auf Komponentensuche

Auf der Hauptplatine befindet sich das GSM-/UMTS-/LTE-Modem MDM9215M von Qualcomm, dem auf der Unterseite der Platine noch ein GSM/EDGE-Verstärker 77619 von Skyworks und der LTE-Chip WTR1605L von Qualcomm beistehen. Der NFC-Chip stammt von Broadcom, der MHL-2.0-Chip hingegen von Silicon Image. Für die Klangausgabe sorgt der WCD9310 von Qualcomm, für die Energieverwaltung die beiden Chips PM8821 und PM8917, ebenfalls von Qualcomm.

Der eMMC-Speicher-Chip stammt von Toshiba. Dort sind der NAND-Flashspeicher und der dazugehörige Controller integriert. Der Chip mit 2 GByte LPDDR3 RAM ist von Samsung selbst (K3QF2F200E). Er ist auf dem SoC Snapdragon 600 APQ8064T verklebt.

Infrarotsensoren für die Gestenerkennung

Unter der Hauptplatine fanden die iFixit-Redakteure zunächst die Buchse für den Kopfhörer, an dem sich die Status-LED und die Infrarotlampe befinden, mit der sich das Galaxy S4 in eine Universalfernbedienung verwandeln lässt. Links und rechts neben dem Telefonlautsprecher befinden sich zwei weitere Infrarotsensoren. Mit denen ermittelt das Smartphone sowohl Kopf- als auch Handbewegungen. Sie dienen damit den beiden Funktionen Airview und Airgesture, mit denen sich das Smartphone ohne Berührung steuern lässt.

MHL und OTG

Nachdem sie Buchsen, Lautsprecher samt Sensoren, Frontkamera und Vibrationsalarm entfernt hatten, stießen die iFixit-Redakteure auf eine weitere Platine, die den Micro-USB-Stecker beherbergt. Der unterstützt neben MHL auch OTG, über das sich USB-Peripheriegeräte anschließen lassen, etwa USB-Sticks. Auf dieser letzten Platine befindet sich auch der Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor von Sensirion, den bereits die Anwendung Quick System Info auf unserem Gerät entdeckte.

Synaptics-Chip für Handschuhsteuerung

Für die Umsetzung der Toucheingaben sorgt der S5000B von Synaptics, der laut iFixit auch die Nutzung mit Handschuhen zulässt. Das Mineralglas ist auf das Display und den Plastikrahmen aufgeklebt. Überrascht hatte das die iFixit-Redakteure zwar nicht, es sorgte aber für Abzüge bei der Gesamtpunktzahl für die Reparaturfreundlichkeit von Samsungs neuem Smartphone.

Das Fazit von iFixit: Insgesamt lassen sich Komponenten des Galaxy S4 recht einfach austauschen. Um das Display zu wechseln, müssen jedoch sämtliche Platinen und Komponenten entfernt werden. Das Ergebnis von acht von möglichen zehn Punkten ist dennoch ordentlich. Zum Vergleich: Dem HTC One gab iFixit nur einen Punkt.  (jt)


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