Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/routeranbieter-viprinet-telekom-luegt-bei-begruendung-fuer-flatrate-abschaffung-1304-98939.html    Veröffentlicht: 25.04.2013 11:20    Kurz-URL: https://glm.io/98939

Routeranbieter Viprinet

"Telekom lügt bei Begründung für Flatrate-Abschaffung"

Der deutsche Routerhersteller Viprinet setzt sich kritisch mit den Behauptungen der Telekom zu den Kosten durch hohes Datenvolumen beim Nutzer auseinander. "In Deutschland gibt es gigantische Backbone-Überkapazitäten", der Datenverkehr sei dort zu Spottpreisen zu realisieren.

Der deutsche Hersteller von Business-Internetroutern Viprinet wirft der Deutschen Telekom falsche Aussagen bei der Abschaffung der Flatrate vor. "Die Begründung, dass die Drosselung eingeführt werde, damit die Backbones nicht überlastet werden", sei unglaublich, so Viprinet-Geschäftsführer Simon Kissel. "In Deutschland gibt es gigantische Backbone-Überkapazitäten", der Datenverkehr sei dort zu Spottpreisen zu realisieren.

"Bei einem DSL-Zugang macht das in der Gesamtkalkulation des Providers nur Cent-Beträge aus." Viprinet sieht seinen Heimatmarkt Deutschland und den dortigen Breitbandausbau massiv gefährdet.

Die Telekom argumentiert: "Wir wollen den Kunden auch in Zukunft das beste Netz bieten und dafür investieren wir weiterhin Milliarden. Immer höhere Bandbreiten lassen sich aber nicht mit immer niedrigeren Preisen finanzieren. Den Kunden mit sehr hohem Datenaufkommen werden wir in Zukunft mehr berechnen müssen. Volumentarife sind im Mobilfunk längst üblich. Und sie haben den Vorteil, dass nur die Kunden mehr zahlen müssen, die tatsächlich mehr Volumen beanspruchen."

Es ist unglaublich, dass Deutschland als einziges westliches Industrieland im Jahre 2013 zu volumenbasierten Internetzugängen zurückkehren wolle, so Kissel.

Drosselung und Routerzwang

Zugleich wehrt sich der Routeranbieter gegen den sogenannten Routerzwang. Internet Service Provider dürfen ihre Kunden daran hindern, andere Router einzusetzen, um etwa Beschränkungen bei Call-by-Call und VoIP zu überwinden, hatte die Bundesnetzagentur entschieden. Der Routerzwang wird durch Geheimhaltung der detaillierten Zugangsdaten erreicht, die im Router voreingestellt sind oder vom Betreiber fernkonfiguriert werden. Die Bundesnetzagentur habe "keine rechtliche Handhabe gegen die Kopplung 'Vertrag nur mit bestimmtem Router' Ihres Netzbetreibers", hieß es von der Behörde.

"Das ist ein Horrorszenario für die Verbraucher, wie auch für die gesamte Branche der Modem- und Routerhersteller in Deutschland", sagte Kissel. Die Telekom würde kaum noch Geräte von europäischen Herstellern ausliefern, sondern auf Geräte aus China setzen.

In Deutschland gibt es eine hohe Zahl von Diensten, zum Beispiel in den Bereichen öffentliche Sicherheit, KV-Safenet aus dem Gesundheitsbereich oder Finanztransaktionen, bei denen besonders gesicherte und zertifizierte Router an das Netz angeschlossen werden müssten.  (asa)


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