Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/deutscher-computerspielpreis-chaos-statt-antikriegsspiel-1304-98925.html    Veröffentlicht: 25.04.2013 00:17    Kurz-URL: https://glm.io/98925

Deutscher Computerspielpreis

Chaos statt Antikriegsspiel

In der Jury soll es wieder mal Streit um das beste deutsche Spiel gegeben haben. Anders als im Vorjahr haben sich 2013 offenbar die Jugendschützer beim Deutschen Computerspielpreis durchgesetzt: Chaos auf Deponia ist der Hauptgewinner - eine gute Wahl, aber keine mutige.

Den Hauptpreis bei der Wahl zum Deutschen Computerspielpreis 2013 hat Chaos auf Deponia von Daedalic Entertainment gewonnen. Das hat Kulturstaatsminister Bernd Neumann bei der Preisverleihung im Berliner Kino International bekanntgegeben. Neben dem Sieger-Adventure waren auch Risen 2 von Piranha Bytes und Spec Ops: The Line von Yager Development nominiert.

Nach Informationen von Golem.de soll es vorher innerhalb der Jury zum Streit um den Gewinner gekommen sein: Offenbar waren einige Mitglieder der Auffassung, dass Spec Ops das bessere Spiel gewesen wäre. Das Programm ist eine von 2K Games finanzierte Großproduktion, die zwar Action bietet, aber dank der Handlung auch als Antikriegsspiel durchgehen kann.

Die Veranstalter des Computerspielpreises haben das Spiel in einem Trailer als "posttraumatische Belastungsstörung zum Nachspielen" vorgestellt. 2012 war die Auszeichnung des Actionspiels Crysis 2 nachträglich von Politikern und Jugendschützern angegriffen worden.

Auch einer der weiteren Gewinner von 2013 hat im Vorfeld der Preisverleihung die letztjährige Auszeichnung von Crysis 2 kritisiert: Das katholische Hilfswerk Missio versteht sein nun als Bestes Serious Game prämierte Menschen auf der Flucht als einen "gezielten Kontrapunkt zum Gewinner des letztjährigen Computerspielpreises" - ein Programm, das laut Missio von "vielen Seiten als Killerspiel kritisiert" werde.

Ein Hauch von Kritik - immerhin lustig verpackt - war auch bei der Bekanntgabe des Gewinners in einer anderen Kategorie zu spüren. Dabei ging es um das beste Browsergame, das Mitglieder des Redaktionsteams der Spielesendung Game One vorstellten. Die hatten aber sichtbar Spaß daran, dem Publikum statt eines Browsergames einen Aquarium-Bildschirmschoner zu zeigen und ein bisschen so zu tun, als ob sie den "Fehler" nicht bemerken. Tatsächlicher Gewinner war dann Forge of Empire von Innogames.

Die weiteren Preise gehen an Word Wonders: The Tower of Babel für das Beste Mobilegame, Meine 1. App in der Kategorie Bestes Kinderspiel, Tiny & Big: Grandpa's Leftovers als Bestes Jugendspiel und Ground Play von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (Bestes Nachwuchskonzept).  (ps)


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