Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bittorrent-sync-alpha-fast-wie-dropbox-aber-ohne-limits-1304-98902.html    Veröffentlicht: 24.04.2013 08:37    Kurz-URL: https://glm.io/98902

Bittorrent Sync Alpha

Fast wie Dropbox, aber ohne Limits

Bittorrent hat seine Dropbox-Alternative Bittorrent Sync in einer Alphaversion veröffentlicht, die jeder nutzen kann. Die Software synchronisiert wie Dropbox Ordner, speichert die Daten aber nicht auf Servern des Anbieters, sondern auf den Geräten des Nutzers, einschließlich NAS-Systemen und Linux-Servern.

Im Januar 2013 stellte Bittorrent seine Storage-Synchronisation Bittorrent Sync das erste Mal vor, ab sofort kann jeder die Software herunterladen und testen. Sie synchronisiert Dateiverzeichnisse zwischen verschiedenen Geräten, ähnlich wie das Dienste wie Dropbox tun. Anders als bei diesen Cloud-Speichern werden bei Bittorrent Sync die Daten aber nicht auf einem Server zwischengespeichert, sondern direkt von Endgerät zu Endgerät übertragen. Dabei werden sie mit AES256 verschlüsselt.

Fast unbegrenzter Speicherplatz

Bittorrent Sync verspricht unbegrenzten Speicherplatz. Das stimmt zwar nicht, dennoch unterscheidet sich Bittorrent Sync hier entscheidend von Dropbox. Denn Bittorrent Sync speichert die Daten nur auf den Geräten des Nutzers, nicht auf Servern des Anbieters. Der verfügbare Speicherplatz hängt also davon ab, wie viel auf den Festplatten der für Bittorrent Sync genutzten Geräte frei ist. Das schließt neben Windows-PCs und Macs auch Linux-Rechner und NAS-Systeme ein.

So erinnert Bittorrent Sync eher an AeroFS als an Dropbox.

P2P-Protokoll zur Synchronisation

Für die Übertragung der Dateien nutzt Bittorrent Sync ein Peer-to-Peer-Protokoll, stellt also direkte Verbindungen zwischen den Geräten her. Das verwendete P2P-Protokoll ähnelt dem bei Bittorrent genutzten Protokoll und teilt große Dateien in kleine Datenblöcke auf, die dann auch von mehreren Geräten übertragen werden können. Zudem werden UDP, NAT Traversal, UPnP Port Mapping und ein Relay-Server verwendet. Befinden sich zwei Geräte im gleichen lokalen Netzwerk, werden die Daten direkt darüber ausgetauscht, ohne Umweg über die Internetverbindung.

Die zu synchronisierenden Ordner können in der Clientsoftware von Bittorrent Sync festgelegt werden. Sobald ein Ordner hinzugefügt wird, erzeugt die Software ein sogenanntes "Secret", eine zufällige Zeichenkette mit 32 Zeichen. Damit ein Ordner mit seinen Daten auf einem anderen Gerät landet, muss dort dieses Secret eingegeben werden. Auf diesem Weg können Daten auch mit Freunden ausgetauscht werden. Sie werden dann direkt übertragen, ohne dass sie erst auf einen Server hochgeladen werden müssen.

Einweg- und Einmalsecrets

Dabei unterstützt die aktuelle Version von Bittorrent Sync auch eine Einwegsynchronisation: Dazu wird ein spezielles Secret generiert, über das nur lesend auf die Daten zugegriffen werden kann. Änderungen auf anderen Geräten werden dann nicht zurück zur Originalquelle übertragen. Zudem gibt es Einmalsecrets: Diese lassen sich nur einmal nutzen, um ein Gerät hinzuzufügen.

Da Bittorrent Sync auch für Linux und für NAS-Systeme verfügbar ist, können Nutzer auch dann auf ihre Daten zugreifen, wenn ihr Rechner einmal abgeschaltet ist. Neben dem heimischen NAS lässt sich dazu auch ein gemieteter Root-Server verwenden, der je GByte deutlich günstiger ist als Cloud-Dienste wie Dropbox.

Im Rahmen eines ersten geschlossenen Alphatests haben mehr als 20.000 Tester Bittorrent Sync ausprobiert und mehr als 200 TByte an Daten synchronisiert. Ab sofort kann jeder die Alphasoftware Bittorrent Sync herunterladen und testen. Sie steht für Windows, Linux und Mac OS X bereit. Die Linux-Version funktioniert laut Anbieter auch auf diversen NAS-Systemen, darunter Geräte von Synology, Western Digital (WD), Iomega, D-Link und QNAP.  (ji)


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