Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bci-samsung-forscht-an-tabletbedienung-per-hirnstrom-1304-98838.html    Veröffentlicht: 19.04.2013 17:31    Kurz-URL: https://glm.io/98838

BCI

Samsung forscht an Tabletbedienung per Hirnstrom

Forscher von Samsung und einer US-Universität testen neue Möglichkeiten, um mobile Geräte zu steuern: Statt mit den Fingern bedient der Nutzer ein Tablet über ein BCI mit seinen Gedanken.

Keine Fingerabdrücke mehr auf dem Tablet - es wird künftig freihändig bedient: Das dänische Unternehmen Eye Tribe hat eine Eyetracking-Software für die mobilen Geräte entwickelt. Samsung will sie gleich mit Gedanken steuern.

In Zusammenarbeit mit Forschern der Universität von Texas (UT) in Dallas haben Entwickler aus Samsungs Emerging Technology Lab ein System entwickelt, um ein Samsung Galaxy Note 10.1 per Gehirnstrom zu bedienen. Dazu setze sich der Proband eine Datenkappe auf, als Schnittstelle zwischen Gehirn und Computer (Brain-Computer-Interface, BCI), berichtet das US-Wissenschaftsmagazin Technology Review. Auf dem Bildschirm des Tablets erscheine ein blinkendes Icon, auf das sich der Nutzer konzentriere. So könne er eine App starten oder damit interagieren.

Methode für die Signalverarbeitung

Im ersten Schritt haben sich die Wissenschaftler darauf konzentriert, eine Methode für die Signalverarbeitung zu entwickeln, um die richtigen Signale herauszufiltern. Sie nutzen ein bekanntes Hirnstrommuster, das auftritt, wenn ein Mensch einem gleichmäßig wiederholten optischen Reiz ausgesetzt ist.

Die UT-Forscher um Roozbeh Jafari beschäftigen sich zudem mit dem BCI selbst: Ein herkömmliches Elektroenzephalografie-System (EEG) erfordert, dass die Elektroden mit einem Kontaktmittel bestrichen werden, bevor sie auf den Schädel gesetzt werden. Außerdem dauert es meist eine Weile, bis das System auf den Träger kalibriert ist. Jafari setzt Elektroden ein, die ohne Kontaktmittel auskommen und in zehn Sekunden einsatzbereit sind.

Trockene Elektroden

Allerdings hat das BCI noch die Form einer Datenkappe, die der Nutzer immer aufsetzt. Jafari geht davon aus, dass künftig die Elektroden besser und genauer werden. Diese könnten dann in eine Kopfbedeckung integriert werden, die der Nutzer den ganzen Tag tragen wird, glaubt er.

Ziel des Projekts sei, neue Möglichkeiten für die Interaktion mit mobilen Geräten zu erforschen, erklärt Projektleiterin Insoo Kim. "Vor einigen Jahren war ein kleiner Nummernblock die einzige Art und Weise, ein Mobiltelefon zu bedienen", sagt Kim. "Heutzutage hingegen kann der Nutzer ein mobiles Gerät per Stimme, Berührung und Augenbewegungen steuern und damit interagieren."  (wp)


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