Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/geplante-obsoleszenz-gesetz-soll-mindestnutzungsdauer-fuer-elektronik-erzwingen-1304-98811.html    Veröffentlicht: 18.04.2013 16:34    Kurz-URL: https://glm.io/98811

Geplante Obsoleszenz

Gesetz soll Mindestnutzungsdauer für Elektronik erzwingen

Ein neues Gesetz der Opposition soll eine Mindestnutzungsdauer für Produkte durchsetzen, um die Umwelt und den Konsumenten zu schonen. "Blattzähler zur Funktionseinstellung bei Druckern" sollen beispielsweise verboten werden.

Zur Schonung von Ressourcen soll die künstliche Verkürzung der Lebensdauer von Produkten verboten werden. Die Bundestagsfraktion der Partei Die Linke fordert (PDF) eine gesetzliche Mindestnutzungsdauer für in Deutschland auf den Markt gebrachte Produkte. Geplante Obsoleszenz durch Sollbruchstellen und bestimmte Funktionen, die die Lebensdauer des Produkts künstlich verkürzen, sollen nicht mehr erlaubt sein. Dazu zählten "Blattzähler zur Funktionseinstellung bei Druckern", heißt es in dem Antrag.

Telekommunikations- und Unterhaltungselektronikgeräte sollen eine Mindestnutzungsdauer erhalten, die nicht unterschritten werden darf. Das Gesetz soll einen leichten Austausch von Verschleiß- oder Verbrauchsteilen sowie die leichte Reparatur und Wartung möglichst durch den Nutzer sicherstellen.

Ein von der Bundestagsfraktion der Grünen in Auftrag gegebenes Gutachten kritisierte am 21. März 2013 den geplanten, vorzeitigen Verschleiß von Produkten, die eigentlich viel länger halten könnten. Zum Macbook Pro heißt es in dem Gutachten: "Das Gehäuse und/oder die eingebauten Komponenten sind verklebt. So wird ein Austausch von Komponenten oder eine Reparatur erheblich erschwert oder erheblich verteuert, da eine Fachwerkstatt in Anspruch genommen werden muss." Dadurch werde eine konstruktionsbezogene Verkürzung der Nutzung erreicht. Verklebte Gehäuse und Komponenten gebe es auch bei anderen Produkten. Die vermeintlichen Kostenvorteile in der Herstellung werden hier zulasten der Kunden und der Umwelt ausgeweitet. Für den Kunden bedeute dies einen "wirtschaftlichen Totalschaden".

Als weitere Beispiele werden Drucker genannt, die offenbar so konstruiert seien, dass nach einer vorgegebenen Zahl von Druckvorgängen das Gerät komplett ausfalle. Doch der bewusst geplante vorzeitige Verschleiß sei schwer nachweisbar. Enthüllt werden könnten solche Fälle nur, wenn ein Insider interne Informationen eines Unternehmens preisgibt.

Auch Elektrolytkondensatoren (Elko) in Fernsehern, Computern, Monitoren und Netzteilen, die oft in der Nähe von wärmeabgebenden Bauteilen positioniert werden, werden als Beispiele angeführt. Mit 10 Grad Temperaturerhöhung halbiere sich aber die Lebensdauer von Elkos.  (asa)


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