Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/terrestrisches-fernsehen-nach-rtl-ausstieg-bei-dvb-t-folgen-kleinere-sender-1304-98731.html    Veröffentlicht: 15.04.2013 17:23    Kurz-URL: https://glm.io/98731

Terrestrisches Fernsehen

Nach RTL-Ausstieg bei DVB-T folgen kleinere Sender

Einige kleinere Sender wie Euronews und Channel 21 steigen zur gleichen Zeit wie RTL aus der terrestrischen Übertragung mit DVB-T aus.

Nach RTL verzichten auch einige kleinere Sender auf die Nutzung der terrestrischen Übertragung mit DVB-T. Das gab die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) bekannt. Danach werden ab 1. Juni 2013 im Verbreitungsgebiet München/Südbayern die Programme Euronews, der Teleshopping-Sender Channel 21 und Regionalfernsehen Oberbayern, in Nürnberg die Programme Bibel TV, Euronews und Channel 21 nicht mehr zu empfangen sein.

"Die genannten Programme verzichten auf eigenen Wunsch ab diesem Zeitpunkt auf eine Ausstrahlung über DVB-T", erklärte die Landeszentrale für neue Medien. Die Sender waren für keine Stellungnahme zu erreichen.

Laut Digitalisierungsbericht 2012 nutzen 8,5 Prozent der bayerischen Bevölkerung das digitale terrestrische Fernsehen DVB-T. In den kommenden Jahren sei ein Umstieg von DVB-T auf den Nachfolgestandard DVB-T2 geplant.

Die RTL-Mediengruppe will in München ab Juli 2013 und in anderen Gebieten ab dem 31. Dezember 2014 kein DVB-T mehr unterstützen. Das terrestrische Fernsehen sei bei geringen Zuschauerzahlen teuer und die Verfügbarkeit der Frequenzen nach 2020 nicht gesichert, sagte Marc Schröder, Geschäftsführer RTL Interactive zur Begründung. Allein für RTL Deutschland sei für DVB-T2 ein erforderliches Investitionsvolumen im mittleren zweistelligen Millionenbereich nötig.

ProSiebenSat.1 und Media Broadcast haben dagegen eine Vereinbarung zur Verlängerung der Übertragung mit DVB-T getroffen. "Damit ist die Verfügbarkeit über DVB-T auch nach 2014 sichergestellt. DVB-T ist, nach Satelliten- und Kabelübertragung, der am meisten genutzte Empfangsweg in deutschen TV-Haushalten", erklärten die Unternehmen am 2. April 2013.

Media-Broadcast-Chef Bernd Kraus sagte: "Wir haben uns auf eine Weiterführung der DVB-T-Verbreitung bis 2018 geeinigt."  (asa)


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