Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/linux-kernel-lizenzprobleme-beim-arm-code-1304-98666.html    Veröffentlicht: 11.04.2013 11:52    Kurz-URL: https://glm.io/98666

Linux-Kernel

Lizenzprobleme beim ARM-Code

Wegen Lizenzproblemen erwägen die Kernel-Entwickler, den Floating-Point-Code für ARM-CPUs aus dem Linux-Kernel zu entfernen. Das würde die Leistungsfähigkeit des Linux-Kernels deutlich senken. Linus Torvalds ist dagegen.

Der Code, der auf einigen ARM-CPUs Gleitkommaeinheiten emuliert, verstößt laut GPL-Violations-Projekt gegen die GPLv2. Deshalb sollte er aus dem Linux-Kernel entfernt werden. Das würde aber zu Leistungseinbußen auf entsprechenden Systemen führen. Linus Torvalds ist deshalb gegen die Codeentfernung. Für ihn stellt die Lizenz keinen Verstoß gegen die GPL dar.

Der Code wurde bereits 2002 von John R. Hauser verfasst. Der hatte den Code für ein Forschungsprojekt realisiert und unter eine eigene Lizenz gestellt. Darin ist eine Klausel enthalten, die den Autor von der Verantwortung für eventuelle Fehler entbindet. Die Klausel hatte das GPL-Violations-Projekt des Open Source Automation Development Lab (OSADL) beanstandet. Sie sei mit Abschnitt 6 der GPLv2 nicht kompatibel. Laut der Free Software Foundation (FSF) handele es sich dabei um eine zusätzliche Einschränkung. Außerdem sei Hausers Lizenz einer BSD-Lizenz zu ähnlich.

Lizenz und Code sollen bleiben

Der Maintainer des Codes Russel King fragte bei Hauser nach, ob er bereit sei, die Lizenz zu ändern. Da Hauser sich weigerte, sollte der Code entfernt werden. Dafür hat Russel bereits einen Patch eingereicht. Torvalds widersetzte sich aber. Er halte die Lizenz für in Ordnung, egal, was die FSF dazu sage.

Derweil diskutieren Entwickler bereits Alternativen. Eine Möglichkeit wäre, den Code des älteren Projekts FASTFPE als Ersatz für den beanstandeten NWFPE-Code zu verwenden. Er müsste aber umfangreich angepasst werden. Alternativ könnte der NWFPE-Code komplett neu geschrieben werden, ohne den ursprünglichen Code als Referenz zu verwenden. Beide Alternativen würden aber mehrere Wochen in Anspruch nehmen.  (jt)


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