Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/intel-cpu-haswell-kommt-mit-embedded-dram-fuer-die-gpu-manchmal-1304-98651.html    Veröffentlicht: 10.04.2013 21:01    Kurz-URL: https://glm.io/98651

Intel-CPU

Haswell kommt mit Embedded-DRAM für die GPU - manchmal

Auf dem Intel Developer Forum hat Intel Details zu den Grafikeinheiten GT1, GT2 und GT3 der kommenden Haswell-Prozessoren genannt. Die schnellsten Versionen werden Grafikspeicher auf dem Package besitzen. Das gilt aber nur für wenige fest verlötete CPUs, wie andere Quellen sagen.

Was schon vor einem Jahr als Gerücht bekannt war, hat Intel auf dem Intel Developer Forum (IDF) in Peking nun bestätigt: Manche Versionen der kommenden Haswell-CPUs werden einen in dem Package des Prozessors integrierten Grafikspeicher besitzen. Intel bezeichnet das in seinen Präsentationen als "EDRAM", was in der Regel für "Embedded-DRAM" steht - und damit ist auf dem Die integrierter Speicher gemeint.

Wie jedoch ein Bild bei VR-Zone zeigt, besteht eine solche Haswell-CPU aus zwei Dies, einem für den Prozessor und einem für den Speicher. So hat das auch Semiaccurate vor einem Jahr vorhergesehen. Intel nennt den Grafikspeicher, der nach unbestätigten Informationen 128 MByte groß sein soll, "L4-Cache", es ist ein Zwischenspeicher, der nur für die Grafikeinheit von Haswell genutzt werden soll.

Diese GPU gibt es in den Versionen GT1, GT2 und GT3. Nur letztere Variante bringt den eigenen Speicher mit. Ob er, wie anzunehmen ist, vor allem für den Framebuffer da ist oder Intel dort auch beispielsweise Geometriedaten unterbringen will, ist noch nicht bekannt. Sinnvoll ist ein dedizierter Speicher für eine GPU aber auf jeden Fall. Alle Lösungen mit integrierter Grafik, zu denen auch das seit Sandy Bridge bei Intel aktuelle HD Graphics zu zählen ist, setzen auf "shared memory". Dabei wird ein Teil des Hauptspeichers für die GPU genutzt. Das ist aber im Vergleich zu diskreten Grafikkarten viel langsamer, wofür es mehrere Gründe gibt.

Zum einen müssen sich die CPU und deren Speichercontroller um die Grafikzugriffe kümmern, zum anderen ist der Bus des Hauptspeichers viel langsamer als bei Grafikkarten. Das liegt nicht nur an der vergleichsweise geringen Breite, sondern auch an den niedrigeren Taktfrequenzen. Die auf Grafikkarten nur wenige Zentimeter langen Datenleistungen lassen sich mit hohen Frequenzen betreiben, ein DDR3-Speicherbus muss auf mehrere Module und Längen der Verbindungen von über zehn Zentimetern Rücksicht nehmen.

Ein Grafikspeicher, der auf oder nahe bei der GPU sitzt, hat diese Probleme nicht - so arbeiten beispielsweise auch die Lösungen bei vielen Spielekonsolen, wobei meist echtes Embedded DRAM verwendet wird. Wie Intel den Speicher auf dem eigenen Die angebunden hat, hat das Unternehmen noch nicht bekanntgegeben. Es dürfte sich um einen recht schnellen Bus handeln, die Blockdiagramme geben eine direkte Verbindung mit dem Ringbus an. Wie dieser arbeitet, ist früheren Artikeln zu Sandy Bridge und der Architektur von Haswell zu entnehmen.

EDRAM nur für verlötete Prozessoren

Neben dem Grafikspeicher hat Intel für die GT-Einheiten auch einen Command Streamer (CS) am Anfang der Grafik-Pipeline vorgesehen. Dieser Streamer verteilt Befehle entweder auf die neuen Grafikfunktionen oder das neue Video Front End (VFE). Es soll nicht nur für Bildverbesserungen sorgen, sondern auch Videos codieren können. MPEG-2 beherrscht die Einheit in Hardware, das soll Vorteile beim Streamen in DLNA-Umgebungen bringen. Beliebige Formate, auch H.264, die Haswell decodieren kann, können so in das weniger fordernde MPEG-2 gewandelt werden, das auch ältere und kleine Geräte beherrschen.

Zusätzlich haben die Entwickler der neuen GPU viele Einheiten für Spezialfunktionen mitgegeben, die in Hardware ausgeführt sind - bisher musste Ivy Bridge demnach wohl unter anderem die Tessellation, bei der die GPU sehr langsam wurde, mit anderen Einheiten emulieren. Wie bei anderen DirectX-11-GPUs üblich, sollen nun aber ein Tessellator und die Hull-, Domain- sowie Geometrie-Shader in eigenen Einheiten zur Verfügung stehen.

Trotz dieser Verbesserungen wird es die schnellste Version der GPU, GT3, nur mit recht geschlossenen Systemen geben, denn die Versionen mit eigenem Speicher sollen für Desktop-PCs nur in Haswell-CPUs mit fest verlötetem BGA-Gehäuse kommen. Warum das so ist, hat Intel noch nicht erklärt. Bereits vor einigen Tagen tauchte jedoch bei der chinesischen Ausgabe von VR-Zone eine Liste mit den Modellnummern der Haswells auf. Übersichtlich zusammengefasst haben das unsere Kollegen von PC Games Hardware.

Demnach sollen nur die Haswell-CPUs mit einem "R" am Ende der Modellnummer wie der Core i7-4770R die Grafikeinheit HD 5200 mitbringen, die auch EDRAM besitzt. Aus anderen Quellen ist zu hören, dass auch bei den Notebook-CPUs nur einige Modelle mit vier Kernen mit dieser GPU mit eigenem Speicher ausgestattet sein sollen.

Dafür sind die Desktop-Haswells ohne GT3-GPU, sofern die inoffiziellen Daten stimmen, bei den CPU-Kernen etwas schneller. Ein Core i7-4770K soll 3,5 bis 3,9 GHz schnell sein, dafür aber trotz kleinerer GPU 84 Watt TDP benötigen. Der Core i7-4770R mit EDRAM kommt nur auf 3,2 bis 3,9 GHz, ist also bei voller Last auf allen Cores langsamer. Dafür ist seine TDP mit nur 65 Watt angegeben.  (nie)


Verwandte Artikel:
Spectre: Neuer Microcode für Haswell und Broadwell ist fast fertig   
(23.01.2018, https://glm.io/132308 )
Notebook-CPUs: Ivy Bridge mit 10 Watt kommt noch vor Haswell   
(04.12.2012, https://glm.io/96112 )
Optane SSD 800p: Intel bringt 3D Xpoint in die Mittelklasse   
(08.03.2018, https://glm.io/133229 )
Betriebssysteme: Patches für Meltdown und Spectre in Linux 4.15   
(29.01.2018, https://glm.io/132435 )
AMDs Embedded-Pläne: Ein bisschen Wunschdenken, ein bisschen Wirklichkeit   
(23.02.2018, https://glm.io/132925 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/