Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/test-age-of-empires-2-hd-zeitloser-klassiker-bleibt-pixelig-1304-98636.html    Veröffentlicht: 10.04.2013 16:23    Kurz-URL: https://glm.io/98636

Test Age of Empires 2 HD

Zeitloser Klassiker bleibt pixelig

Die Entwickler von Hidden Path haben sich beim HD-Remake von Age of Empires 2 wenig Mühe gegeben. Nur das Nötigste wurde für den Steam-Release getan und selbst die neue hohe Auflösung wurde nicht durchdacht umgesetzt. Inhaltlich kann der Titel aber auch heute noch überzeugen.

Age of Empires 2 zählt zweifelsohne zu den Höhepunkten der Ära von isometrischen 2D-Echtzeitstrategiespielen. Das 1999 veröffentlichte Werk der Ensemble Studios erfreut sich auch heute noch auf LAN-Partys großer Beliebtheit. Auf der Northcon können wir das beispielsweise jährlich immer wieder selbst gut beobachten. Kein Wunder, dass nach der Ankündigung des HD-Remakes auch in der Golem.de-Redaktion die Vorfreude groß war.

Seinen Klassikerstatus hat das Spiel verdient. Das mit viel Liebe zum Detail gefertigte Programm ist nicht nur locker-flockig verpackter Geschichtsunterricht, sondern kann auch heute noch spielerisch überzeugen. Der Mix aus Ressourcensammeln, Städtebau und strategisch anspruchsvollen Scharmützeln motiviert damals wie heute. Einzig bei der Wegfindung und der pixeligen Grafik von maximal 1.280 x 1.024 Bildpunkten ist Age of Empires 2 sein Alter anzumerken.

Für die Optik haben die Entwickler von Hidden Path Verbesserungen für Age of Empires 2 HD angekündigt, die uns im Test nicht vollends überzeugt haben. Das Wasser sieht schicker aus und die Auflösung ist mit maximal 1.920 x 1.080 Bildpunkten weit höher und moderner als früher, aber die 2D-Pixel-Krieger und Gebäude wurden nicht aufgehübscht. Das bedeutet, dass in Age of Empires 2 HD in erster Linie mehr Spielgrafik auf einen Blick zu sehen ist. Alles ist kleiner, aber kaum etwas ist höher aufgelöst.

Dieser Verkleinerungseffekt macht alles ein wenig fitzeliger. Das Micromanagement der Truppen ist deutlich schwieriger als früher. Jeanne d'Arc im Kampfgewusel ausfindig zu machen und in letzter Sekunde zu retten, ist nun eine noch größere Herausforderung. Auf der Makroebene hat es Vorteile, mehr zu sehen. So müssen wir nicht länger durch unsere Stadt scrollen, um in allen Produktionsgebäuden Aufträge zu erteilen.

Grafikvergleich mit Video und Fazit

Im direkten Vergleich der alten und neuen Version ist uns aufgefallen, dass die neue HD-Variante beim Scrollen über die Karte auffälliger zuckelt. Wir nennen es zuckeln, weil das Spiel nicht ruckelt, die Übergänge wirken nur nicht so geschmeidig wie im Original. Die Animationen der Einheiten sind identisch: Einmal Zuhauen bei der Kavallerie besteht noch immer aus drei Einzelbildern. Dadurch bewegen sich auch die Schiffe nach wie vor sehr abrupt über die Gewässer.

Das HD-Remake enthält alle Inhalte des Hauptprogramms und der Erweiterung The Conquerors. Der Umfang ist mit 18 Zivilisationen und 12 Kampagnen somit riesig. Einen LAN-Modus konnten wir in der Neuauflage nicht finden. Für Mehrspielergefechte nutzt der Titel Steam. Löblich: Für neue Karten und Mods gibt es Support im Steam Workshop.

Age of Empires 2 HD unterstützt als maximale Auflösung 1.080p. Auf 16:10-Monitoren (beispielsweise mit 1.920 x 1.200 Bildpunkten) werden links und rechts Bildschirminhalte abgeschnitten. Das ist besonders im Menü ärgerlich, wo wir uns deshalb die Fähigkeitenbäume unserer Völker nicht mehr ordentlich ansehen können.

Fazit

Den Spielfluss eines Starcraft 2 erreicht Age of Empires 2 HD durch diese HD-Neuveröffentlichung nicht. An der Steuerung haben die Entwickler von Hidden Path genauso wenig verbessert wie an der durchwachsenen Wegfindung der Einheiten.

Das Ergebnis ist ein recht originalgetreues Retroerlebnis von Age of Empires 2, das durch die hohe Auflösung neue Vor- und Nachteile bietet. Wir haben uns trotz der ernüchternd schüchternen Änderungen sehr gerne wieder in die Geschichtsstunden der Ensemble Studios begeben. Das ideal genutzte Stein-Schere-Papier-Prinzip, der melancholische Soundtrack und die vielfältigen Szenarien können auch 14 Jahre nach Erscheinen des Originals restlos überzeugen. Was uns zu der Frage bringt: Warum arbeitet immer noch niemand an Age of Empires 4?  (mw)


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