Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/die-siedler-online-verbraucherschuetzer-mahnen-ubisoft-ab-1304-98544.html    Veröffentlicht: 05.04.2013 10:36    Kurz-URL: https://glm.io/98544

Die Siedler Online

Verbraucherschützer mahnen Ubisoft ab

Den Zugriff auf - auch bezahlte - Inhalte verlieren Spieler von Die Siedler Online, die neuen Geschäftsbedingungen nicht zustimmen. Verbraucherschützer haben deshalb den Betreiber Ubisoft abgemahnt.

Seit einigen Tagen erleben Spieler von Die Siedler Online eine Überraschung: Beim Versuch, sich in das Browsergame einzuloggen, erscheint ein Pop-up-Fenster mit dem Hinweis, dass die Zustimmung zu geänderten allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und einer neuen Datenschutzerklärung erforderlich ist. Wer sich nicht mit den neuen Bedingungen einverstanden erklärt, hat keinen Zugriff mehr auf das Spiel - und damit auch nicht auf möglicherweise gekaufte Gegenstände.

Diese Geschäftspraxis hält die Verbraucherzentrale Bundesverband (Vzbv) für falsch. Die Organisation hat den Betreiber Ubisoft am 4. April 2013 mit einer Unterlassungserklärung abgemahnt. Ubisoft hat nun bis zum 11. April 2013 Zeit, die Zustimmung zu den AGB auf andere Art einzuholen.

Dabei geht es zwar nicht um den Inhalt der Nutzungsbedingungen, sondern nur um das Einholen der Zustimmung. Die Verbraucherschützer betonen zwar, dass es zulässig sei, in einem laufenden Vertragsverhältnis Änderungen vorzunehmen. Dabei müssten aber die rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden.

Vergleich mit Mietwohnung

Der Vzbv veranschaulicht das in einem Vergleich: Es sei "unzulässig, wenn sich der Vermieter von Wohnraum vor die Eingangstüren seiner Mieter stellt und fordert, dass diese sofort alle Wände in Schwarz streichen sollen. Nur den Mietern, die sich den neuen Bedingungen unterwerfen, wird Einlass zu ihren Wohnungen gewährt. Alle anderen verlieren das in der Wohnung sich befindende Hab und Gut und sind fortan wohnungslos."

Die Verbraucherschützer finden allerdings auch einzelne Klauseln der Nutzungsbedingungen problematisch. So heißt es jetzt unter anderem, dass die erhobenen Daten "auch in Kanada gespeichert und verarbeitet" werden. Allein der Wortlaut lasse die Frage unbeantwortet, wo genau die Daten denn nun gespeichert werden - in Kanada oder doch woanders. Solche Details lassen Unklarheiten bei der Frage der Durchsetzung von Auskunfts- oder Löschungsansprüchen gegenüber ausländischen Unternehmen offen.

Der Vzbv hatte in einem vergleichbaren Fall gegen die Art der Zustimmung für neue AGB bei Steam gekämpft - und gewonnen. Betreiber Valve hat sich Ende Januar 2013 bereiterklärt, das Verfahren zu ändern.  (ps)


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