Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/navigator-mozpay-mozilla-will-den-browser-zur-geldboerse-machen-1304-98522.html    Veröffentlicht: 04.04.2013 11:26    Kurz-URL: https://glm.io/98522

navigator.mozPay()

Mozilla will den Browser zur Geldbörse machen

Mozilla erweitert Firefox um das API navigator.mozPay(). Es stellt ein einheitliches API zur Abwicklung von Zahlungen im Netz dar. Der Browser soll damit zu einer Art virtuellen Geldbörse werden.

Zwar ist es schon lange ohne Probleme möglich, Zahlungen im Web abzuwickeln, doch in aller Regel müssen Nutzer bei jedem Onlineshop ihre zur Zahlungsabwicklung notwendigen Daten wie beispielsweise Kreditkartennummern hinterlegen. Daraus resultiert für Nutzer ein latentes Risiko, denn je mehr Shops die eigenen Daten haben, je größer die Gefahr, dass diese einmal in falsche Hände gelangen. Für Händler ist der Aufwand zugleich unnötig hoch, denn sie müssen die unterschiedlichen Systeme anbinden. Dienste wie Paypal oder Stripe, die mehrere Bezahlsysteme unter einem einheitlichen API bündeln, vereinfachen dies zwar, sind aber ihrerseits nicht direkt in die Geräte integriert.

Mozilla will diese Situation verbessern, sowohl für Nutzer als auch für Händler. Dazu führt Mozilla mit navigator.mozPay() ein neues API ein, zunächst in Firefox OS, später auch in Firefox für Android sowie der Desktopversion von Firefox.

Das Payment-API orientiert sich an Googles Bezahl-API google.payments.inapp.buy(), unterstützt aber mehrere Payment-Provider sowie die Abrechnung über die Telefonrechnung. Wird navigator.mozPay() aufgerufen, zeigt der Browser ein einheitliches UI in einem sicheren Fenster, in dem der Nutzer nach der Authentifizierung dann per Kreditkarte oder Telefonrechnung bezahlen kann.

Ist die Zahlung abgeschlossen, schickt der Payment-Provider eine Information an eine zuvor angegebene Server-URL. Die Information muss dann noch an den Client übermittelt werden, beispielsweise über einen offenen Websocket.

Für die serverseitige Abwicklung stellt Mozilla Bibliotheken für Node.js und Python bereit, weitere sollen folgen. Zugleich arbeitet Mozilla an einer einfachen Cloud-Lösung, so dass Entwickler Zahlungen auch ohne eigenen Server abwickeln können.

Auf konkrete Preisangaben verzichtet Mozilla und setzt stattdessen auf Preispunkte, so dass der Payment-Provider Umrechnungen in verschiedene Währungen vornehmen kann. So werden dann 0,89 Euro oder 0,99 US-Dollar abgerechnet, je nach Währung - ähnlich wie man es von Appstores kennt.

Mozilla will bei der weiteren Entwicklung von navigator.mozPay() mit anderen Browserherstellern zusammenarbeiten, daher kann sich das API noch deutlich verändern. Der aktuelle Entwurf ist in einem Blogeintrag ausführlich beschrieben.  (ji)


© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/