Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/aerofs-das-bessere-dropbox-1304-98485.html    Veröffentlicht: 03.04.2013 09:35    Kurz-URL: https://glm.io/98485

AeroFS

Das bessere Dropbox?

Der Dropbox-Konkurrent AeroFS steht ab sofort allen Nutzern zur Verfügung. Das System arbeitet durchgehend verschlüsselt, speichert seine Daten auf beliebigen Dateiservern oder in Amazon S3 und kann Daten zwischen Geräten im gleichen Netzwerk auch ohne Internetverbindung synchronisieren.

AeroFS soll den Dateitausch in Teams vereinfachen und eine Art besseres Dropbox werden. Das dezentrale Konzept von AeroFS unterscheidet sich allerdings in wesentlichen Punkten von Dropbox.

Zunächst zu den Gemeinsamkeiten mit Dropbox: AeroFS richtet auf dem eigenen Rechner einen Ordner ein, dessen Inhalte mit allen Geräten, auf denen der gleiche AeroFS-Account genutzt wird, automatisch synchronisiert werden.

AeroFS ist anders

Damit hören die Gemeinsamkeiten zwischen Dropbox und AeroFS aber bereits auf. AeroFS verschlüsselt sämtliche Dateien sowie ihre Metadaten bereits auf dem Client. Dabei kommt AES-256 mit 2.048-Bit-RSA zum Einsatz. Der Anbieter Air Computing hat zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf die Inhalte der Dateien. Auch die Dateinamen kann dieser nicht einsehen.

Air Computing speichert nicht einmal die Dateien der Nutzer auf dem eigenen Server, sondern stellt lediglich verschlüsselte Verbindungen zwischen den einzelnen Geräten her, die die Daten dann direkt untereinander synchronisieren. Auf den AeroFS-Servern werden lediglich die Nutzernamen, Hashes der Passwörter und die Namen und Zugriffsberechtigungen von Ordnern gespeichert.

Dabei stellt AeroFS keine ungewöhnlichen Anforderungen an Firewalls: Lediglich die Ports 80 (HTTP) und 443 (HTTPS) müssen für ausgehende Verbindungen offen sein. Allerdings empfiehlt Air Computing, für eine bessere Leistung alle UDP-Ports für ausgehenden und eingehenden Traffic zu öffnen.

AeroFS setzt aber nicht ausschließlich auf die Synchronisation zwischen Endgeräten, auch Dateiserver und Cloud-Storage lassen sich einbinden. Dazu steht der AeroFS-Server für Windows, Linux und Mac OS X bereit. Die Software speichert die Dateien auf dem lokalen Dateisystem, so dass praktisch jeder Server in das verteilte Dateisystem eingebunden werden kann. Unternehmen können mit dem AeroFS aber nicht nur eigene Dateiserver nutzen, sondern die Dateien auch bei Amazon in dessen Cloud-Speicherdienst S3 ablegen. Auch dabei gilt: Alle Dateien werden verschlüsselt gespeichert.

AeroFS sichert zu jeder Datei eine Versionshistorie, so dass Nutzer jederzeit auch auf alte Versionen einer Datei Zugriff haben. Um den benötigten Speicherplatz gering zu halten, nutzt der AeroFS-Server zudem eine Datendeduplikation auf Block-Ebene.

Dateitausch im Team und mit externen Mitarbeitern

Obwohl die Dateien nur verschlüsselt gespeichert werden, können sie mit anderen innerhalb und außerhalb eines Teams geteilt werden. AeroFS unterscheidet dabei zwischen Teammitgliedern und externen Mitarbeitern. Teammitglieder können zentral verwaltet werden, so dass Administratoren Teams jederzeit erweitern, aber auch Teammitgleider entfernen oder dafür sorgen können, dass alle ihre Daten automatisch auf einem zentralen Teamserver gesichert werden. Jedes Teammitglied kann zudem einem externen Mitarbeiter Zugriff auf seine eigenen Ordner einräumen, ohne dass diese Mitglied des Teams werden.

Werden neue AeroFS-Server aufgesetzt, synchronisieren sich diese automatisch mit bestehenden AeroFS-Servern, können Daten aber auch direkt von den Clients holen.

Abrechnung unabhängig vom Speicherplatz

Für kleine Teams mit bis zu drei Mitgliedern ist AeroFS komplett kostenlos, wobei jedes Mitglied beliebig viele Geräte nutzen kann. Allerdings kann maximal ein externer Mitarbeiter hinzugefügt werden. Bei größeren Teams mit bis zu 50 Mitgliedern berechnet Air Computing 10 US-Dollar pro Mitglied. Dabei können dann beliebig viele externe Mitarbeiter hinzugefügt werden. Will ein einzelner Nutzer Dateien an beliebig viele externe Mitarbeiter verteilen, werden also 10 US-Dollar pro Monat fällig.

Teams mit über 50 Mitgliedern bietet Air Computung Telefonsupport und die Integration in das eigene Netzwerk via LDAP oder Active Directory an.

Bisher nur für Windows, Linux und Mac OS X

Bislang ist AeroFS nur für Windows, Linux und Mac OS X verfügbar. Da über das Webinterface von AeroFS nur Teams und Ordner verwaltet, aber keine Dateien heruntergeladen werden können, lässt sich AeroFS derzeit nicht mit Smartphones oder Tablets mit iOS oder Android nutzen. Eine Android-App ist allerdings bereits in einer Betaversion verfügbar und auch Unterstützung für iOS ist geplant.

Interessierte Nutzer können sich ab sofort unter aerofs.com anmelden. Nach der Anmeldung können der AeroFS-Client und auch der AeroFS-Server heruntergeladen werden.

AeroFS erinnert in einigen Punkten an die deutsche Dropbox-Alternative Teamdrive. Auch Teamdrive lässt sich auf eigenen Servern nutzen, rechnet aber dennoch nach verwendetem Speicherplatz ab. Zudem müssen Lizenzen für die einzelnen Nutzer und den Teamdrive-Server erworben werden.

Finanziert wird Air Computing und damit AeroFS von einigen bekannten Investoren, darunter Andreessen-Horowitz und Yahoo-Gründer Jerry Yang. Das Unternehmen hat zudem wie einst Dropbox den Startup-Accelerator Y Combinator durchlaufen.  (ji)


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