Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ifixit-htc-one-ist-kaum-zu-reparieren-1303-98449.html    Veröffentlicht: 29.03.2013 12:18    Kurz-URL: https://glm.io/98449

iFixit

HTC One ist kaum zu reparieren

Die Bastler von iFixit haben das HTC One auseinandergenommen und nicht schlecht gestaunt, als es ihnen nicht gelang, das Display oder den Akku zu erreichen, ohne das Gehäuse zu beschädigen. Die Reparaturnote für das HTC ist dementsprechend schlecht ausgefallen.

Ein massiver Einsatz von Kupferfolien, ein schwer erreichbarer Akku und ein Display, das nur zusammen mit der Gehäuserückseite ausgetauscht werden kann: All das senkt die Reparaturfreundlichkeit des HTC One aus Sicht der Profibastler von iFixit auf ein Minimum.

Schon beim Öffnen des Geräts gab es ein Problem. Zwar ließ sich das Display mit etwas Wärmezufuhr und einem Saugnapf leicht abheben. An das Verbindungskabel, das zum endgültigen Abnehmen des Displays ausgehängt werden muss, kamen die Bastler aber nicht so einfach heran. Schrauben fanden sich nicht und der Displaystecker ist nicht erreichbar, ohne dass die gesamte Elektronik aus der Unterschale des Smartphones herausgelöst werden muss.

Da keine Schrauben vorhanden sind, muss die Elektronik erst vorsichtig aus der Unterschale herausgehebelt werden. Dabei wird allerdings unweigerlich der schmale Kunststoffrahmen beschädigt, der das Smartphone umgibt. Im Inneren des Geräts fanden sich auf der Gehäuseinnenseite sowie an anderen Stellen zahlreiche handgeschriebene Notizen, die vermutlich von der Qualitätssicherung beim Hersteller stammen.

Die Hauptplatine, aber auch andere verbleibende Elektronik, ist mit zahlreichen Kupferfolien bedeckt, was den Zusammenbau nach Angaben von iFixit stark erschwert, weil diese Folien, die zur Hitzeableitung und Abschirmung gedacht sind, leicht verknittern.

Nach Entfernung der Hauptplatine konnte der Akku entnommen und danach das Display abgesteckt werden. An einen leichten Austausch dieser Komponente, die naturgemäß durch Stürze schnell beschädigt werden kann, ist nach Angaben von iFixit deshalb nicht zu denken. Auch ein Tausch des 2.300-mAh-Akkus dürfte eher aufwendig sein, obwohl er nicht verlötet oder verklebt ist.

Nur einer von zehn Punkten

Auf einer Tochterplatine befinden sich die beiden Kameras des HTC One, der Kopfhöreranschluss, der Lautstärkeregler, der Umgebungshelligkeitssensor sowie die Antennen des Smartphones. Die 4-Megapixel-Kamera des HTC One stammt nach Informationen von Chipworks von ST Microelectronics. Die Lautsprecher sowie der USB-Anschluss mitsamt Mikrofon lassen sich separat austauschen.

Die Bastler von iFixit sind vom HTC One in ihrem Fazit nicht begeistert - die Reparaturfreundlichkeit bewerteten sie mit einem von zehn möglichen Punkten. Das iPhone 5 erreichte immerhin sieben Punkte.

Nach Ansicht von iFixit ist es schon sehr schwierig bis unmöglich, das Gerät zu öffnen, ohne das rückwärtige Gehäuse zu beschädigen. Das erschwert jeden Komponentenaustausch. Das gilt vor allem für die am häufigsten auszutauschenden Teile wie den Akku und das Display. Letzteres kann nur mit Entfernung der unteren Gehäuseschale entnommen werden. Darüber hinaus erschweren Kupferfolien auf vielen Komponenten den Austausch von Komponenten.

Die Bastler hatten aber auch Lob für das HTC One zu vergeben. Die stabile äußere Konstruktion mache das Smartphone strapazierfähig.  (ad)


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