Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ulrich-dietz-bitkom-funktionaer-greift-indische-programmierer-an-1303-98324.html    Veröffentlicht: 21.03.2013 14:07    Kurz-URL: https://glm.io/98324

Ulrich Dietz

Bitkom-Funktionär greift indische Programmierer an

Mit einem grenzwertigen Statement zu indischen Programmierern hat sich Bitkom-Präsidiumsmitglied Ulrich Dietz positioniert, das ausgerechnet am heutigen UN-Tag gegen Rassismus veröffentlicht wurde.

Ulrich Dietz, Präsidiumsmitglied des IT-Branchenverbandes Bitkom und Vorstandschef des IT-Dienstleisters GFT Technologies, hat sich kritisch zum Auslagern von Programmierarbeiten nach Indien geäußert. Dietz sagte im Gespräch mit den VDI Nachrichten: "Die indischen Kollegen bedürfen sehr viel mehr Supervision, genauerer Angaben, was sie machen sollen, als dies in Deutschland oder in Nearshore-Ländern wie Polen oder Spanien der Fall ist". Die Erfahrung habe gezeigt, "dass doch nicht alles so toll ist, was aus Indien kommt". GFT beschäftige aktuell annähernd 1.000 Menschen in Spanien.

Das Auslagern an Programmierer in Indien durch viele Unternehmen habe sogar "dazu geführt, dass in Deutschland der Beruf des Softwareentwicklers nicht mehr so attraktiv wirkte und sich weniger Studenten an Hochschulen einschrieben", meint der Manager.

Auf dem deutschen Markt würden junge und ältere Informatiker und Entwickler benötigt. Das gelte auch und vor allem für Informatiker jenseits der 50, die noch alte Programmiersprachen kennen. "Wir brauchen Informatiker, junge Menschen, die die neuen Programmiersprachen können, aber auch genauso Leute, die sich gut mit älteren Programmiersprachen wie Cobol auskennen", erklärte Dietz. "Es gibt noch sehr viele Anwendungen, die mit diesen Technologien entwickelt wurden. Cobol ist eine Programmiersprache aus den 80er-Jahren, die insbesondere für Großrechnersysteme geeignet ist. Viele Versicherungen, Behörden und Banken haben noch umfangreiche Softwareanwendungen, die in dieser Sprache geschrieben sind. Das führt zu einer Renaissance von manchem Programmierer, der heute die 50 weit überschritten hat."  (asa)


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