Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/werbeblocker-google-wirft-adblocker-aus-dem-play-store-1303-98177.html    Veröffentlicht: 14.03.2013 09:40    Kurz-URL: https://glm.io/98177

Werbeblocker

Google wirft Adblocker aus dem Play Store

Google hat diverse Adblocker für Android aus dem Google Play Store entfernt und verweist auf das von den Entwicklern akzeptierte Regelwerk. Das dürfte aber nicht der einzige Grund sein.

Gleich mehrere Adblocker auf einen Schlag hat Google aus dem Play Store entfernt, darunter AdBlock Plus, Adblocker Root und Adaway. Die Apps sind in der Suche nicht mehr zu finden, direkte Links liefern nur noch eine Fehlermeldung.

Jared Rummler, Entwickler von Adblock Root, hat Googles Begründung auf Pastebin veröffentlicht. Darin beruft sich Google auf Punkt 4.4 "Verbotene Handlungen" des Developer Distribution Agreement. Dort heißt es, dass keine Produkte vertrieben werden dürfen, durch die "Geräte, Server, Netzwerke oder sonstiges Eigentum oder sonstige Dienstleistungen von Dritten beeinträchtigt, gestört oder beschädigt werden oder auf sie in unerlaubter Weise zugegriffen wird". Nach Ansicht von Google stören Adblocker andere Dienste oder Produkte auf unerlaubte Art und Weise.

Gegen Adblock Plus für Android ist Google schon früher vorgegangen und unterband in neuen Android-Versionen die automatische Proxy-Konfiguration durch die App.

Apps noch nutzbar

Es ist zwar weiterhin möglich, die Apps zu benutzen, sie müssen allerdings auf anderen Wegen installiert werden. Einige der Apps funktionieren nur auf gerooteten Geräten.

Für Google selbst sind Adblocker in mehrerlei Hinsicht ein Problem: Zum einen basiert Googles eigenes Geschäft weitgehend auf kostenlosen Diensten, die über Werbung finanziert werden, was durch Adblocker untergraben wird. Zum anderen bietet Google unter anderem mit Android eine Plattform an, die nur dann für Nutzer interessant ist, wenn dafür relevante Apps und Dienste angeboten werden.

Je höher die Verbreitung von Adblockern auf einer solchen Plattform aber ist, desto unattraktiver wird sie für Entwickler, da die Möglichkeiten zur Finanzierung eingeschränkt werden und es attraktiver wird, für Plattformen zu entwickeln, auf denen Adblocker weniger verbreitet sind. Das ist sicher auch ein Grund dafür, dass viele neue Dienste primär für mobile Geräte und proprietäre Plattformen und nicht für das offene Web entwickelt werden.  (ji)


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